Das Internationale Bremia Evaluation Board Europe (IBEB-EU) hat in den Jahren 2016 und 2017 hunderte von Bremia-Isolaten in europäischem Salaten untersucht. Die Mehrheit der Isolate gehörte lokalen Rassen. Nur zwei Rassen konnten sich über weite Strecken auf verschiedene Salatproduktionsgebiete verteilen. Zwei repräsentative Isolate wurden als Bl: 34EU und Bl: 35EU bezeichnet. Der Vorstand betont die Bedeutung von chemischen Kontroll- und Hygienemaßnahmen zusätzlich zur Verwendung von resistenten Sorten, um die Entwicklung neuer Rassen zu verhindern.

Bremia lactucae, der Erreger des Falschen Mehltaus in Salat, ist genetisch sehr variabel. Sogar innerhalb eines Felds für Salatproduktion können mehrere Rassen vorhanden sein. Die IBEB-EU traf sich im November 2017 in Paris, um die 1020 Bremia-lactuca-Isolate, die 2016 und 2017 in Europa gefunden wurden, zu bewerten. Im Jahr 2017 war das am weitesten verbreitete Rennen Bl: 33EU. Diese Rasse war in 17% der Proben vorhanden und ist weit verbreitet in Europa. Andere kürzlich benannte Rennen, wie Bl: 29EU, Bl: 31EU und Bl: 32EU, wurden in niedrigerer Frequenz gefunden.

Viele der 2016 und 2017 aufgetretenen Isolate waren neue Rassen. Die meisten dieser neuen Rassen wurden nur ein oder wenige Male in derselben Region gefunden, was auf epidemische Ausbrüche mit wahrscheinlich nur lokaler Signifikanz hindeutet. Zwei Isolate, die bereits in früheren Jahren gefunden wurden, schienen sich jedoch weiter auszubreiten. Die Virulenzmuster dieser beiden Isolate wurden in 25% aller Isolate gefunden.

Ein formaler Bewertungsprozess begann im November 2017. Im April 2018 kam die IBEB-EU zu dem Schluss, dass die beiden Kandidaten isolate konsistente Testergebnisse lieferten, und entschied sich für die Benennung zweier Rassen:

Bl: 34EU (EU-C 54-15-01 , isolate NL15-073)

Bl: 35EU (EU-C 62-15-06, isolate 480)

Bl: 34EU ist in Europa weit verbreitet und ist in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, Österreich, der Schweiz, Italien, Spanien, Portugal und Skandinavien zu finden.

Bl: 35EU wird hauptsächlich in Frankreich gefunden, hat sich aber auch über andere Länder in Europa wie S-Niederlande, S-Vereinigtes Königreich und SW-Deutschland verbreitet. Diese Rasse kann als eine aggressivere Variante von Bl: 33EU beschrieben werden, die in der Lage ist, zusätzliche Widerstandsquellen zu durchbrechen und sich in den gleichen Gebieten wie Bl: 33EU auszubreiten.

Gelegentlich verursachen Isolate mit nur lokaler Signifikanz ernsthafte Probleme. Diese Art der Isolatendiversität erschwert die offizielle Bezeichnung aller wichtigen Bremia-Isolate. Der Trend zu mehr lokalen Epidemien scheint mit der erfolgreichen Einführung einer zunehmend breiteren Palette von Resistenzgenen durch die Zuchtunternehmen zusammen zu hängen. Daher betont der Ausschuss, dass, obwohl Zuchtunternehmen Züchter mit Salatsorten beliefern, die Resistenzen gegen die nominierten Rassen Bl: 16-35EU aufweisen, dies keine vollständige Versicherung gegen Bremia ist.

Die Kammer betont auch die Bedeutung von chemischen Kontroll- und Hygienemaßnahmen zusätzlich zur Pflanzenresistenz. Die Anwendung von Fungiziden, insbesondere in der Jungpflanzenphase, bietet resistenten Salatkulturen einen zusätzlichen Schutz, der die Entwicklung neuer Bremia-Rassen verhindert. Durch geeignete Hygienepraktiken wie die Entfernung von Schutt und erkrankten Pflanzen wird die Verbreitung von Bremia in Salatkulturen verringert.

Bitte beachten Sie, dass seit März 2016 ein neuer Differenzsatz, das EU-C-Set, verwendet wird und dass die Sextett-Codes seit der Nominierung von Bl: 33EU unterschiedlich sind. Das EU-B-Set wird in offiziellen Tests nicht mehr verwendet.

Weitere Informationen zu den Differentialquoten und den Sextett-Codes finden Sie auf der ISF-Website: http://www.worldseed.org/our-work/plant-health/other-initiatives/ibeb/

IBEB-EU besteht aus Vertretern der niederländischen und französischen Saatgutwirtschaftsverbände Plantum NL und UFS sowie der unabhängigen Organisationen GEVES / SNES und Naktuinbouw. IBEB wird von mehreren Bremia-Forschern in ganz Europa unterstützt. Die Vertreter der Geschäftsverbände sind die Züchter von Bejo Zaden, Enza Zaden, Gautier, Nunhems, Rijk Zwaan, Monsanto, Syngenta und Vilmorin.

Alle angegebenen Isolate und Samen des EU-C-Bestimmungssortensatzes sind bei GEVES / SNES (Frankreich) und Naktuinbouw (Niederlande) erhältlich.

Anhang: Pressemeldung (PDF 342kB,engl.)

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

SNES-GEVES France Valérie Grimault
Telefon +33 (0) 2 41 22 58 00
E-Mail: Valerie.Grimault@geves.fr

Nacktuinbouw Abteilung für Sortenprüfung
Diederik Smilde, Richard Ludlage oder Amanda van Dijk

Telefon +31 (0) 71 33 26 213
E-Mail: Resistentie@naktuinbouw.nl
www.naktuinbouw.nl