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In einer Publikation mit dem Titel Steinobst: Weltmärkte und -handel des USDA Foreign Agricultural Service (FAS) werden detaillierte Aufzeichnungen über Produktion, Verbrauch und Handel von Steinobst, insbesondere Pfirsichen, Nektarinen und Kirschen, für die Saison 2019-2020 geliefert.

Frische Kirschen 2019/20 Highlights

Die weltweite Kirschproduktion dürfte bei wettergeschädigten Kulturen in der Europäischen Union leicht auf 3,6 Millionen Tonnen zurückgehen. Trotz rekordverdächtiger chilenischer Exporte wird erwartet, dass der Welthandel auf Sendungen nach Usbekistan und in die USA auf 454.000 Tonnen abrutscht.

Die türkische Produktion dürfte bei guten Anbaubedingungen über 40.000 Tonnen auf 865.000 Tonnen ansteigen. Angespornt durch die starke Exportnachfrage investieren und verbessern die Erzeuger weiterhin Obstgärten, stellen auf ertragreiche Sorten um und bauen die Anbaufläche für Süßkirschen schrittweise aus. Vor kurzem wurden auch moderne Obstgärten mit hoher Dichte mit neuen Sorten, Wurzelstöcken, Trainingssystemen und Anbautechniken angelegt. Durch ein höheres Angebot dürften die Exporte auf nahezu 78.000 Tonnen steigen, was den lang anhaltenden Aufwärtstrend fortsetzt. Hinweis: Die historische Produktionsserie wurde aufgrund aktualisierter Daten bis zum Jahr 2001/02 überarbeitet.

Es wird prognostiziert, dass die chilenische Produktion auf einer vergrößerten Fläche von alten Lagerbäumen um 30.000 Tonnen auf 231.000 Tonnen ansteigt. Zwischen 2009/10 und 2018/19 hat sich die Anbaufläche nahezu verdreifacht, ein Trend, der sich voraussichtlich fortsetzen wird. Die Exporte werden auf bis zu 205.000 Tonnen projiziert, wobei die Lieferungen nach China einen großen und zunehmenden Anteil an den gesamten chilenischen Exporten haben. Der Exportanteil nach China ist seit 2009/10 von 13 auf fast 90 Prozent gestiegen.

Chinas Produktion wird voraussichtlich um 24 Prozent auf 420.000 Tonnen steigen, da sich die Obstgärten von den im letzten Jahr gefrorenen Feldfrüchten erholen und mehr Bäume in die Produktion kommen. Die Importe werden voraussichtlich um 15.000 Tonnen auf 195.000 Tonnen steigen, da höhere Lieferungen aus Chile niedrigere Lieferungen aus den USA mehr als ausgleichen. Obwohl für US-amerikanische Kirschen weiterhin höhere Zölle gelten, wird erwartet, dass die Vereinigten Staaten Chinas wichtigster Lieferant für die nördliche Hemisphäre bleiben.

Die US-Produktion wird voraussichtlich konstant bei 450.000 Tonnen bleiben, da gute Anbaubedingungen für Süßkirschen einen zweijährigen Rückgang der zyklischen Sauerkirschenproduktion ausgleichen. Die Einfuhren aus Chile werden voraussichtlich auf 18.000 Tonnen steigen. Die Exporte werden voraussichtlich das zweite Jahr in Folge auf 80.000 Tonnen zurückgehen, da hohe Vergeltungszölle die US-Lieferungen nach China weiterhin unterdrücken. Wenn dies realisiert wird, ist dies das erste Mal, dass die US-amerikanischen Kirschexporte seit 2002/03 zwei Jahre lang rückläufig waren, als die Produktion einen Rückgang von 44 Prozent verzeichnete, der die exportierbaren Vorräte erheblich verringerte. Trotz rückläufiger Exporte dürften die USA der führende Exporteur unter den Lieferanten auf der Nordhalbkugel bleiben. Angesichts der aktuellen Tendenzen könnte die Türkei jedoch nach 2019/20 überholen.

Die EU-Produktion wird voraussichtlich um mehr als 20 Prozent auf 648.000 Tonnen sinken, da Hagel die frühen Sorten in Italien beeinflusste und Frost, niedrige Temperaturen und Dürre im Spitzenproduzenten Polen einen erheblichen Verlust an Fruchtknospen verursachten. Von geringeren Lieferungen wird erwartet, dass sie die Exporte auf 15.000 Tonnen drücken und die Importe auf 55.000 Tonnen steigern.

Russlands Importe dürften aufgrund geringerer Lieferungen aus Kasachstan, Moldawien und Serbien um 13.000 Tonnen auf 80.000 Tonnen schrumpfen.

Datenänderungen:

  • Die Kategorie „Zur Verarbeitung“ für Kirschen aus Kanada und der Ukraine wurde bis zum Jahr 2001/02 auf null reduziert, da die Menge der verarbeiteten Kirschen unbekannt ist. Der Restbetrag wird zu den jeweiligen Kategorien für den „Frischkonsum im Inland“ hinzugerechnet.

Aus dem Anhang entnehmen Sie: Quellenverweise, Grafiken