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Mitten in der heimischen Melonensaison hat Lidl Ungarn für eine verantwortungslose Preissenkungskampagne geworben und betrachtet die Melone als ein billiges, attraktives Werbemittel. Nach Ansicht der Nationalen Landwirtschaftskammer kann die Einzelhandelskette somit die ungarische Melonenproduktion einstellen und die Produktion von Qualitätsmelonen unmöglich machen.

Wie immer begann die ungarische Melonensaison Anfang Juli, und seitdem verkaufen die Erzeuger ihre Früchte an immer mehr Orten. So erschienen die Melonen in mehreren einheimischen Einzelhandelsketten.

Lidl Ungarn gab in seiner Ankündigung stolz bekannt: „Die erste Lieferung ungarischer Melonen ist in den ungarischen Lidl -Lagern eingetroffen, die diesjährige ungarische Melonensaison in den Läden kann beginnen. Zum siebten Mal war das Ziel der Supermarktkette dasselbe: die höchstmögliche Menge an ungarischen Wassermelonen von hoher Qualität zu verkaufen und so die ungarischen Produzenten sowohl auf dem Inlands- als auch auf dem Auslandsmarkt zu unterstützen. In der ersten Runde liefern inländische Lieferanten Samenwassermelonen, gefolgt von Wassermelonen mit niedrigem Samengehalt, Mini- und gelben Samen bei der nächsten Reifung. “Lidl betonte auch, dass derzeit ein enger Kontakt zu rund 400 inländischen Lieferanten besteht, darunter ebend zu den Melonenzüchtern.

Nach Angaben der Nationalen Landwirtschaftskammer verlief die erste Augustwoche reibungslos, und alle interessierten sich für den Markt.

Aber genau wie vor zwei Jahren beginnt nun eine Einzelhandelskette, verantwortungslos zu handeln – und Lidl Ungarn hatte einen Monat zuvor eine großartige Beziehung zu ungarischen Produzenten.

Die Supermarktkette begann mit dem Verkauf von Melonen zu einem Preis von 99 Ft / kg, die sie als einfaches Marketinginstrument einsetzt, um Kunden für ihre Geschäfte zu gewinnen. Hochwertige Melonen können laut NAK nicht zu einem Preis von 99 Ft / kg produziert werden! In dieser Phase der Saison konnte das Obst aufgrund mehrjähriger Markterfahrung zu einem realistischen Preis unter Berücksichtigung der Kosten zwischen 150 und 200 HUF / kg verkauft werden! Mit dieser Preissenkungsmaßnahme schadet Lidl allen, indem er Käufer täuscht, die im Gegensatz zu Werbung keine hochwertigen ungarischen Melonen erhalten und es den Herstellern unmöglich machen, genügend hochwertige Melonen zu einem so extrem niedrigen Kaufpreis zu kaufen. Darüber hinaus zwingt ein solcher Schritt nach den Erfahrungen der Kammer auch andere Einzelhandelsketten zu Preissenkungen, was sich ebenfalls nachteilig auswirkt.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Supermarktkette ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht und ihre Absichten den einheimischen Produzenten aufzwingt, wie dies bei Lidl der Fall war. Damit wird Lidl Ungarn nur kurzfristig davon profitieren, denn mit einem gierigen Schachzug kann der ungarische Melonenmarkt in der Mitte der Saison zum Absturz gebracht werden und es besteht die Gefahr, dass im nächsten Jahr die heimischen Melonen in den Läden ausgehen.

Die Kammer ist der Ansicht, dass sich der Markt mittel- und langfristig für Verbraucher, Melonenzüchter und -vertreiber gut entwickeln kann, wenn die Versorgung der Geschäfte, Märkte und Händler mit qualitativ hochwertigen und ausreichenden Melonen gewährleistet ist und für Landwirte, die viel Geld investieren, um ihre Produktion zu verbessern, wird es sich langfristig auszahlen.

Die Nationale Landwirtschaftskammer fordert Lidl Ungarn auf, seine Preissenkungsmaßnahme zu beenden, die die Melonenproduktion gefährdet, und die gesetzlichen Anforderungen für ein faires Marktverhalten zu erfüllen!