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Im Jahr 2018 stiegen die Umsätze von Milch, Milchprodukten, Käse, Gemüse und Getränken im Schweizer Detailhandel. Die Umsätze von Fleisch, Früchten und Kartoffeln sanken hingegen, meldet das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) .

Milchmischgetränke erfreuen sich grosser Beliebtheit
Milch und Milchprodukte, Käse und Getränke legten im Vergleich zum Referenzzeitraum des Vorjahres um 1.7 %, 1.4 % resp. 1.7 % zu. Die stärksten Umsatzanstiege bei Milch und Milchprodukten verzeichneten die Milchmischgetränke (+7.5 %) und Butter (+3.5 %). Bei beiden ist sowohl die Verkaufsmenge als auch der Durchschnittspreis gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Milchmischgetränke erfreuen sich grosser Beliebtheit und haben einen Mengenzuwachs von 3.1 % gegenüber dem Vorjahr. Die Konsummilch verzeichnet gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzanstieg von 0.7 %, welcher auf die steigenden Durchschnittspreise im 2018 zurückzuführen ist. Der Absatz von Konsummilch verzeichnete hingegen einen Rückgang von 4 %.

Sport/Energy liegen im Trend
Bei den Getränken (beinhaltet die Produktgruppen Apfelwein, Frucht- und Gemüsesaft, Eistee, Mineralwasser und Sport/Energy) ist der Umsatzanstieg sowohl auf die wachsenden Mengen und als auch auf die steigenden Durchschnittspreise bei Eistee und Sport/Energy-Getränken im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen.

Bio-Gemüse wird stärker nachgefragt
Der Umsatz von Gemüse (ohne Kartoffeln) ist angestiegen, was zu einem bedeutenden Teil auf die steigenden Mengen und Preise des Bio-Segments zurückführbar ist, welches höhere Preise erzielen konnte (siehe Marktbericht 2-2019). Dadurch sind die im 2018 gesunkenen Mengen von nahezu allen Gemüsearten ausgeglichen worden. Eine bedeutende Ausnahme war jedoch die Tomate, welche im 2018 aufgrund der grossen Ernte steigende Mengen verzeichnete. Auch war die Absatzmenge der Pilze gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Umsetzentwicklung von Convenience-Gemüse (geschnitten und gekühlt) ist nahezu stagnierend, da sowohl deren Mengen als auch ihr Preise stabil blieben.

Agrarrohstoffpreis-Index steigt
Der Agrarrohstoffpreis-Index zeigt die Preisentwicklung der wichtigsten Agrarrohstoffe (Milch, Fleisch und Getreide) in der Schweiz. Der Index war im 4. Quartal 2018 leicht unter dem Niveau des Vorjahres (insgesamt). Dieser Rückgang ist vor allem auf den Teilindex Fleisch zurückzuführen, welcher im 4. Quartal gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten deutlich tiefer ausfiel. Hintergrund hierfür sind die tieferen Produzentenpreise für Rindvieh. Der Teilindex Milch war im 4. Quartal auch leicht unter dem Vorjahresniveau zu liegen.

Rindviehbestand ist um 12’000 Tiere gesunken
Der durchschnittliche Bestand von Tieren der Rindviehgattung ist im vergangenen weiter gesunken und betrug über 12’000 Tiere weniger als noch im Jahr 2017 (-1 % auf 1.523 Mio. Tiere). Über die Hälfte des Rückgangs ist auf den tieferen Milchviehbestand zurückzuführen (-8’000 Tiere). Die Anzahl Kälbergeburten hingegen ist um über 800 Geburten gestiegen.

Anstieg der Milch- und Milchprodukteproduktion im Jahr 2018
Im letzten Jahr wurde in der Schweiz bei den Milchlieferungen im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg verzeichnet (+0,6 %). Auch in der EU wurde zwischen Januar und November 2018 mehr Milch geliefert (+1,0 %). Im Jahr 2018 hat in der Schweiz auch die Herstellungsmenge von Milchprodukten im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, insbesondere diejenige von Butter (+2,7 %), Käse (+1,1 %) und Magermilchpulver (+9,7 %). Der Produzentenpreis für Milch erfuhr in der Schweiz im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg (+2,4 %). In der EU hatte der Produzentenpreis für Milch jedoch einen Rückgang zu verzeichnen (−2,8 %).
Im vergangenen Jahr nahmen in der Schweiz die Grosshandelspreise im Vergleich zum Vorjahr für Butter (+4,3 %) und für Magermilchpulver (+2,5 %) zu. Eine solche Preissteigerung wurde auch in der EU beobachtet, und zwar für Butter (+4,1 %). Die Grosshandelspreise für Magermilchpulver waren in der EU jedoch rückläufig (−12,4 %). Was den Schweizer Aussenhandel mit Käse betrifft, haben die Mengen im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, sowohl für die Exporte (+1,4 %) als auch für die Importe (+3,1 %). Bei der Butter gingen die Exporte hingegen zurück (−62,2 %).

Tiefere Rindvieh-Preise und stabilisierter Schweinmarkt
Im Jahr 2018 mussten Rindviehmäster in der Schweiz mit tieferen Produzentenpreisen wirtschaften als noch im Jahr 2017. Durchschnittlich wurden rund 5 % weniger für Bankvieh bezahlt. In Deutschland hingegen stiegen die Preise um 5 % an, allerdings kosteten deutsche Rinder halb so viel wie in der Schweiz (umgerechnet 4.41 CHF / kg SG für konventionell gehaltene Tiere). Im Schweinemarkt wurden das Produzentenpreisniveau aus dem Vorjahr gehalten. Die Produktion wurde um rund 8’000 Tonnen (-3 %) zurückgefahren, was die Angebotsseite entlastet hat und sich positiv auf die Preise auswirken könnte. Im Geflügelmarkt wurde die Produktion auch im vergangenen Jahr (Stand November 2018) weiter ausgebaut, die inländische Pouletproduktion lag rund 5’000 Tonnen (+6 %) über dem Vorjahresniveau.

Inlandproduktion und Konsumeier-Importe gestiegen
Die Eier-Inlandproduktion zeigt nur in eine Richtung: Nach oben. Bereits zum 14. Mal in Folge seit 2005 wurden steigende Produktionszahlen im Vorjahresvergleich beobachtet. Rund 50 Mio. Eier mehr wurden im Jahr 2018 produziert (Total 974 Mio. Eier). Ebenfalls zugenommen haben die Importe für Konsumeier. Nachdem die Einfuhren im Jahr
2017 aufgrund des Fipronilskandals eingebrochen sind (siehe auch Marktbericht Eier 2017), wurde das Import-Niveau vor dem Skandal deutlich überstiegen (+5 % auf 245 Mio. Eier). Stark gesunken hingegen sind Einfuhren von Schaleneiern für die Industrie (-5 % auf 181 Mio. Eier).

Warenkorb (Detailhandelspreise)
Innerhalb des vierten Quartals 2018 ist der Warenkorbpreis für Früchte und Gemüse gesunken bis zu einem Wert von 58.13 CHF im Dezember. Dies ist ein typischer Verlauf, da die Schweizer Saison für viele Produkte des Warenkorbs in dieser Zeit endet (z.B. Blumenkohl, Eisberg, Fenchel) und damit einhergehend vermehrt günstigere ausländische Produkte angeboten werden. Auffällig ist, dass der Warenkorbpreis auch im vierten Quartal immer oberhalb des Durchschnitts der vier Vorjahre lag. So hatten z.B. die im Warenkorb berücksichtigten Apfelsorten (Gala, Golden und Braeburn der Klasse I) im Durchschnitt des vierten Quartals einen höheren Preis als im Durchschnitt aller vier Vorjahre 2014-17 (wenn auch ihr Preis verglichen mit dem Misserntejahr 2017 etwas tiefer war).

Zum Jahresende hohes Angebot an Nüsslisalat und Äpfeln
Im vierten Quartal ging die Schweizer Produktion vieler Gemüse zu Ende. Nüsslisalat ist hingegen ein Winter-Saisongemüse und hatte entsprechend höhere Produktionsmengen als im Vorquartal. Während die Ernte des Nüsslisalates im Oktober noch tiefer als im Oktober des Vorjahres war, lag sie im November nahezu gleichauf und war mit 742 t im Dezember schliesslich um 27 % höher als im Vorjahr. Aufgrund der zum Jahresende saisontypisch steigenden Nachfrage stieg auch der Preis bis Dezember an, war jedoch aufgrund des grösseren Angebots im Dezember um 12 % (Stufe Produzent) bzw. um 9 % (Stufe Konsument) tiefer als im Vorjahr.
Im Jahr 2018 wurden 62’695 t inländische Tafeläpfel vermarktet (Lagerabbau + Herbst- und Novemberverkäufe), rund ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Grund hierfür ist zum einen, dass die Lager zu Beginn des Jahres historische Tiefststände aufwiesen und damit bis zur neuen Ernte wenig Inlandware verfügbar war. Zum anderen waren mit der diesjährigen Grossernte die Herbstverkäufe an die letzte Wertschöpfungsstufe (Detailhandel, Gastronomie, Direktverkauf, usw.) eher gering, da auch die Privatgärten hohe Erntemengen hatten und dies nach Einschätzung von Branchenexperten die Nachfrage beim Handel verringerte. Ein Vergleich der Quartalspreise von Gala-Äpfeln zeigt, dass der Produzenten-Richtpreis im vierten Quartal deutlich tiefer war als im Durchschnitt der vier Vorjahre (-15 %), und der Detailhandelspreis leicht tiefer war (-1 %). Zum Jahresende sind mit 68’489 t rund 26’000 t mehr Äpfel in Schweizer Lagern als ein Jahr zuvor. Somit steht im nächsten Jahr ein reichhaltiges Apfelangebot zur Verfügung.

Starker Anstieg bei den internationalen Preisen
Im 2018 stiegen die internationalen Weizenpreise im Vergleich zum Vorjahr wechselkursbereinigt um 15%. Da die Grenzabgaben für Importe von Brotgetreide stabil waren, wurde folglich der Import teurer. Die Preise für inländisches Brotgetreide waren im 2018 im Vergleich zum Vorjahr gleich beim Weizen Top und leicht tiefer beim Weizen Klasse 1. Die Gründe für die Preisstabilität waren die von der Branche gegenüber dem Vorjahr unverändert fortgeschriebenen Richtpreise und die Wirkung des Zollkontingents. An der amerikanischen Terminbörse Chicago Board of Trade erhöhte sich der Preis für So
jaschrot im 2018 gegenüber dem Vorjahr wechselkursbereinigt um 9%. Auch der Preis für Körnermais erhöhte sich an der französischen Terminbörse wechselkursbereinigt um 7%. Die inländischen Produzentenpreise für Futterweizen und Körnermais sind unverändert gegenüber dem Vorjahr. Beim Mischfutter haben die Preise für Jagermast-Alleinfutter im 2018 gegenüber dem Vorjahr um 2% zugenommen. Bei Produkten, bei denen Grenzabgaben erhoben wurden, sorgte das Schwellenpreissystem für stabile Importpreise, franko Mühle verzollt, im Vergleich zu den internationalen Preisen.

Download (extern)

Ganzer Marktbericht Land-und Ernährungswirtschaft (PDF, 710 kB, Stand 09.04.2019)