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In den Obstanbaugebieten Südafrikas läuft die Ernte auf Hochtouren. Beim Hauptexporteur für Orangen, der rund 70 Prozent der Zitrusfrucht-Ernte ausführt, fallen erste Prognosen positiv aus: sie lassen für Europas Verbraucher gute Qualität erwarten.

„Die diesjährige Ernte liegt nur geringfügig unter der des Vorjahres“, sagte Paul Hartmann vom Südafrikanischen Verband der Zitrusfrüchteanbauer. Ihm zufolge hatte der Verband im vergangenen Jahr rund 136 Millionen 15-Pfund-Kartons geerntet. „In diesem Jahr dürfte die Ernte mit 130,2 Millionen Kartons angenehm sein“, gibt Hartmann mit rund 20 Milliarden Rand (1,2 Milliarden Euro) den Wert der Früchte im Vorjahr an.

Hannes De Waal von der Großen Genossenschaft SRCC im Sundays River Valley spricht sogar von einer ungewöhnlich guten Ernte. „Das liegt daran, dass die Trockenzeit nun endlich vorbei ist – wir hatten im Laufe des Jahres sehr gute Niederschläge“, sagt er. In der Region schätzt er die diesjährigen Ernteerträge auf bis zu 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als sein Unternehmen auf 21 Millionen Kisten Orangen kam. Darüber seien die Qualität und die durchschnittliche Größe der Orangen diesmal recht gut, sagt der Südafrikaner, der mit Blick auf seine wichtigsten Märkte in Europa – neben den Niederlanden vor allem Deutschland, Österreich und die Schweiz – in seinen Plantagen auf den Einsatz von Chemikalien weitgehend verzichtet.

Seit die Niederländer erstmals im 17. Jahrhundert Orangenbäume in Südafrika anpflanzten, hat sich eine ganze Industrie daraus entwickelt. Nicht erstaunlich daher, dass die Niederlande heute noch eines der wichtigsten Abnehmerländer sind. Anthony Rijnbeek vom größten niederländischen Importeur Eosta spricht von einem hohen Bedarf gerade für BioOrangen oder -Zitronen. „Wir können die Nachfrage kaum befriedigen“, sagte er. Die diesjährige Ernte am Kap sei gut, die Preise dürften stabil bleiben. „Wir gehen je nach Qualität von 30 bis 60 Euro pro Kiste aus“, sagte er.

Eines der wichtigsten Anbaugebiete des Kap-Staates liegt in Nelson Mandelas Heimatregion, der mit dem Bundesland Niedersachsen verbandelten Ostkap-Provinz. Die Zitrusindustrie ist dort neben der Automobilbranche der wichtigste Arbeitgeber. Beide erholen sich gerade von einem wochenlangen Streik, der den Container-Terminal von Südafrikas einzigem Tiefwasser-Hafen lahmlegte. Der nationale Verband der Zitrusfrüchteanbauer schätzt die Kosten durch die Mehrkosten für die Verschiffung über andere Häfen sowie andere Transport-Verluste auf knapp 19 Millionen Euro. Allerdings dürfte ein günstiger Wechselkurs für die Landeswährung die Verluste wieder wett machen.

„Unterm Strich dürften die Preise für den europäischen Verbraucher somit weiterhin attraktiv sein“, meint De Waal – eine Einschätzung, die auch der nationale ZitrusfrüchteAnbauerverband teilt.