Statistik Austria:“Landwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2019″

Auszug aus dem  Schnellbericht von Statistik Austria „Landwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2019“.

Pflanzliche Erzeugung

Der Wert der pflanzlichen Produktion belief sich 2019 auf rd. 3,2 Mrd. Euro (+0,7%). Bei neuerlicher Trockenheit vor allem im Osten Österreichs und überdurchschnittlichen Temperaturen lag das pflanzliche Erzeugungsvolumen geringfügig über dem Vorjahresniveau (+0,8%). Gestiegene Produktionsvolumina waren bei Getreide, Ölsaaten und Ölfrüchten, Kartoffeln sowie Gemüse zu verzeichnen. Stark rückläufig war das Erzeugungsvolumen hingegen – nach der Rekordernte des Vorjahres – im Obstbau. Produktionsrückgänge gab es weiters bei Wein und Zuckerrüben. Die Erzeugerpreise für pflanzliche Produkte blieben im Mittel stabil (-0,1%), mit niedrigeren Preisen für Getreide und Obst sowie Preisanstiegen bei Gemüse und Hackfrüchten.

Das geringfügige nominelle Plus beim pflanzlichen Produktionswert im Jahr 2019 resultierte vor allem aus den gestiegenen Produktionswerten von Gemüse, Kartoffeln, Getreide, Ölsaaten und Ölfrüchten sowie Futterpflanzen. Deutliche wertmäßige Einbußen gab es im Obst- und Weinbau.

Ölsaaten und Ölfrüchte: Nach Einbußen in den vergangenen beiden Jahren ist der Produktionswert dieser Erzeugnisgruppe 2019 auf rd. 0,19 Mrd. Euro gestiegen (+13,4%). Die dominierende Kultur war dabei die Sojabohne mit einem Produktionswert von knapp 0,09 Mrd. Euro. Bei einer weiteren leichten Ausdehnung der Anbaufläche in Verbindung mit guten Hektarerträgen verzeichnete der Produktionswert von Sojabohnen trotz gesunkener Preise ein Plus von 15,8%. Höher als 2018 fielen auch die Produktionswerte von Sonnenblumen (+30,8%) und Ölkürbis (+17,5%) aus. Bei den Sonnenblumen, deren Anbau geringfügig eingeschränkt wurde, war das wertmäßige Plus auf gute Hektarerträge und höhere Preise zurückzuführen. Beim Ölkürbis bewirkte eine Ausweitung der Anbaufläche in Verbindung mit leicht gestiegenen Hektarerträgen und höheren Preisen den Anstieg des Produktionswerts. Eine deutliche Flächenreduktion gab es hingegen beim Raps, weshalb dessen Produktionswert bei im Vorjahresvergleich stabilen Hektarerträgen und etwas höheren Preisen sank (-7,4%).

Hackfrüchte: Nach massiven Einbußen im Jahr 2018 war der Zuckerrübenbau auch 2019 mit Trockenschäden und Schädlingsbefall konfrontiert. Auf einer auf knapp 28.000 ha geschrumpften Rübenfläche sank die Produktionsmenge auf einen neuen Tiefstand. Wertmäßig wurde dank kräftiger Preisanstiege ein etwas besseres Ergebnis als im Vorjahr erzielt (2019: +9,4%; 2018: -36,7%).

Bei den Kartoffeln hatten Hitze, Niederschlagsdefizite und ein erhöhter Schädlingsdruck 2018 ebenfalls für massive Ausfälle und ein knappes heimisches Angebot gesorgt. 2019 fielen die Hektarerträge auf einer geringfügig ausgeweiteten Fläche trotz neuerlicher Probleme mit Trockenheit und Schädlingsbefall höher und die Aussortierungen geringer als im Vorjahr aus. In Verbindung mit gestiegenen Preisen hatte dies einen deutlichen Anstieg des Produktionswerts (+31,9%) zur Folge.

Gemüse: Im Gemüsebau fiel die Ernte trotz hoher Temperaturen und regionaler Trockenheit bei den meisten Kulturarten besser als im Vorjahr aus.* Bei höheren Preisen führte dies zu einem Anstieg des Produktionswerts von Frischgemüse um 21,3% auf rd. 0,35 Mrd. Euro.

Obst: Gegenüber der vor allem beim Kernobst erzielten Rekordernte des Vorjahres wiesen die Erntemengen von Äpfeln und Birnen aber auch von Zwetschken, Kirschen, Weichseln und Walnüssen ein deutliches Minus auf. Ein kräftiges Ernteplus gab es dagegen bei Marillen und Erdbeeren.** Die Obstpreise entwickelten sich unterschiedlich, mit starken Preisanstiegen vor allem beim Mostobst und Preisrückgängen u.a. bei Marillen. Wertmäßig ergab sich ein Rückgang der Frischobstproduktion (exkl. Trauben) um 25,3%, wobei die Einbußen im Extensivobstbau (-43,4%) deutlich stärker ausfielen als im Erwerbsobstbau (-19,4%). Der Produktionswert von Obst insgesamt, der auch Weintrauben inkludiert, sank um 23,9%.

Wein: Im Weinbau wurde eine Erntemenge von rd. 2,32 Mio. hl eingebracht, was leicht über dem Mittel der letzten fünf Jahre lag (+1%), die sehr hohe Vorjahresmenge jedoch deutlich unterschritt (-16%).*** Für den Produktionswert von Wein ergeben die vorläufigen Berechnungen einen Rückgang um 9,1%.

*Siehe STATISTIK AUSTRIA (2019): Gemüseernte Kalenderjahr 2019. Endgültige Ergebnisse.

**Siehe STATISTIK AUSTRIA (2019): Obsternte Kalenderjahr 2019. Endgültige Ergebnisse.

***Siehe STATISTIK AUSTRIA (2020): Weinernte und Weinbestand Kalenderjahr 2019. Endgültige Ergebnisse.

Quelle: Der Schnellbericht „Landwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2019“ steht Ihnen auf der Webseite von Statistik Austria als PDF (630 KB) bereit. Bild: Pixabay