Statistik Austria: Erhebung der Erwerbsobstanlagen 2017

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     (STATISTIK AUSTRIA) Die Erhebung der Erwerbsobstanlagen wurde erstmals im Jahre 1973 als eigene Erhebung („Der Intensivobstbau in Österreich“) durchgeführt und schließt an die mittlerweile als historisch zu betrachtenden Obstbaumzählungen an, die, beginnend mit dem Jahr 1938 bis zur letzten Vollerhebung 1967, in unregelmäßigen Intervallen abgewickelt wurden. Die zunächst im Dreijahresabstand getätigten Intensivobsterhebungen wurden, beginnend mit der Erhebung im Jahr 1979 auf fünfjährige Intervalle umgestellt, woran sich mit Ausnahme der Erhebung 1997 (EU-Angleich) bis zur gegenständlichen Erhebung der Erwerbsobstanlagen 2017 nichts geändert hat.

    E R G E B N I S S E

    Für das Wirtschaftsjahr 2017 wurde eine Fläche von 15.700 ha Obst erfasst, was einer Zunahme von 15% gegenüber der Erhebung 2007 entspricht. Davon entfielen 49% auf Äpfel, 16% auf Beerenobst (inkl. Aronia), 10% auf Schalenobst, 9% auf Holunder, 6% auf Marillen, 4% auf Birnen, 2% auf Kirschen und Weichseln, 2% auf Zwetschken und 1% auf Pfirsiche (inkl. Nektarinen).

    Die Anzahl der Betriebe verringerte sich gegenüber 2007 um 7% auf 3.909, womit sich der seit 1997 rückläufige Trend fortsetzt.

    Die Kulturfläche von Äpfeln betrug 7.700 ha, was einer leichten Abnahme gegenüber 2007 entsprach (-3%). Bei Birnen hingegen wurde eine Zunahme um 11% zu 2007 verzeichnet, wobei sich die Fläche auf 620 ha vergrößerte. Eine markante Flächenausweitung war bei Marillen festzustellen, wo erstmals eine Kulturfläche von knapp über 1.000 ha erreicht wurde – eine Zunahme von 54% gegenüber 2007. Bei Pfirsichen (inkl. Nektarinen) belief sich die Kulturfläche auf rund 220 ha und ging damit zwar um 6% zurück, wies aber einen höheren Baumbestand auf (+10%). Ein deutlicher Flächenrückgang machte sich auch bei Zwetschken bemerkbar, wo mit 260 ha ein Drittel weniger Kulturfläche verfügbar war als noch 2007 (-33%). Der Anbau von Kirschen- und Weichselanlagen wurde hingegen ausgeweitet und belief sich auf 380 ha (+23% zu 2007).

    Dank massiver Ausweitung des Anbaus von Aronia (Apfelbeere) wurde auch die Beerenobstfläche gegenüber 2007 um fast ein Viertel (+23%) auf 2.500 ha vergrößert. Ebenso wurde aufgrund einer Förderungsmaßnahme der Walnuss-Anbau in den letzten Jahren (Pflanzjahre 2015-2017) so stark forciert, dass sich die Schalenobstfläche auf 1.600 ha verzehnfachte. Auch Holunder nahm um 7% zu und beanspruchte damit bereits eine Fläche von 1.400 ha.

    Ein Vergleich der Kulturflächen mit der Erhebung 2012 ist ausschließlich für die Obstarten Apfel, Birne, Marille und Pfirsich möglich. Innerhalb dieser Kulturarten ging die Zahl der Betriebe um 6% zurück, während die Fläche konstant blieb. Bei Äpfeln wurden 2017 um 5% weniger Betriebe als 2012 registriert und auch Fläche sowie Baumbestand nahmen um jeweils 3% ab. Auch bei Birnen reduzierte sich die Betriebsanzahl um 2%, während zugleich die Kulturfläche um 15% zulegte, der Baumbestand sogar um 31%. Bei Pfirsichen (inkl. Nektarinen) stieg die Baumdichte ebenfalls deutlich an, wodurch bei nur leichter Flächenzunahme (+2%) um 14% mehr Bäume zur Verfügung standen. Die Betriebsanzahl nahm geringfügig ab (-1%). Eine beachtliche Flächenzunahme um 17% gab es bei Marillen, wo auch knapp ein Drittel mehr Bäume gezählt wurden (+32%) und die Anzahl der Betriebe nahezu konstant blieb (+/- 0%).

    Fast zwei Drittel der Obstfläche (64%) entfielen auf die Steiermark, wo auch über die Hälfte (51%) der Betriebe lokalisiert waren. Niederösterreich folgte mit 18% der Kulturfläche und 28% der Betriebe. Mit 8% der Fläche bzw. 7% der Betriebe verdrängte Oberösterreich das Burgenland vom dritten Rang, das somit nur mehr 6% der Fläche aufwies.

    Die Anzahl der Obstbäume erhöhte sich gegenüber 2007 um 5% auf 25,9 Mio., was einer Zunahme von 1,1 Mio. Bäumen entsprach. Dieser Anstieg schlug sich vornehmlich bei Marillen, Äpfeln, Birnen und Schalenobst nieder – lediglich bei Zwetschken war eine nennenswerte Abnahme des Baumbestandes zu verzeichnen. Bei allen Kulturen kam es aber zu einer Zunahme der Pflanzdichte.

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    Über die Hälfte der erhobenen Obstfläche (55%), war mit mindestens 10-jährigen oder älteren Beständen (Pflanzjahr ≤ 2008) bewachsen, 21% der Fläche waren Junganlagen (Pflanzjahre 20152017). Die höchsten Anteile an Neuauspflanzungen (76%) wiesen mit Abstand Schalenobstkulturen – hauptsächlich Walnüsse – auf. Bei Pfirsichen waren 18% der Fläche mit Baumbeständen unter 4 Jahre bewachsen und auch Marillen und Birnen wiesen einen Anteil von immerhin 16% an Junganlagen auf. Bei Holunder bestanden 14% der Fläche aus Neupflanzungen, während bei Äpfeln, Zwetschken und Kirschen (inkl. Weichseln) nur 12% der Bestände jünger als 4 Jahre alt waren. Dementsprechend lag der Anteil an 10-jährigen und älteren Beständen bei Schalenobst am niedrigsten (13%), bei Äpfeln hingegen betrug er 62%. Die Sortenvielfalt nahm generell zu.

    Betrachtet man die Auswertung nach Größenstufen, wird, dem bisherigen Trend folgend, eine weitere Verschiebung hin zu größeren Betriebseinheiten ersichtlich. Bereits 73% der Fläche entfiel auf Betriebe über 5 ha; diese Fläche wurde jedoch nur von 27% der Betriebe bewirtschaftet.

    Ein Viertel aller Betriebe war mit Bewässerungssystemen ausgestattet, wodurch 23% der Gesamtobstfläche bzw. 3.600 ha im Jahr 2017 bewässert werden konnten; die Hälfte dieser Fläche betraf Apfelkulturen. Relativ gesehen war jedoch die Abdeckung bei Beerenobstanlagen (40%) sowie Kirschen- und Weichselkulturen (39%) am höchsten, bei Apfelanlagen konnte knapp ein Viertel (24%) der Gesamtfläche bewässert werden. Die häufigste Art der Bewässerung (inkl. Kombination mit anderen Bewässerungsformen) war Tropfbewässerung (69% der bewässerbaren Fläche), welcher im Zusammenhang mit dem Frostschutz große Bedeutung zukommt, während Überkronenberegnung bei 38% der bewässerbaren Fläche möglich war. Sonstige Bewässerungsformen (z.B. Unterkronenberegnung, Ausbringung mittels Fass, Kleinregner) wurden bei 8% der Flächen eingesetzt.

    In bereits 30% aller befragten Betriebe wurde die Obstfläche biologisch bewirtschaftet; dies entsprach einem Flächenanteil von ebenfalls 30% bzw. 4.800 ha. Somit stieg die Anzahl der Biobetriebe gegenüber 2007 um mehr als das Zweieinhalbfache auf 1.163 an. Die biologisch bewirtschaftete Fläche vergrößerte sich sogar fast auf das Vierfache. Über ein Drittel (35%) der biologisch bewirtschafteten Fläche waren Apfelkulturen.

    Bei der Erhebung wurde auch nach den Vermarktungswegen für die Produktgruppen Kernobst, Steinobst und Beerenobst (exkl. Aronia) gefragt. Als wichtigster Abnehmer wurde dabei die Erzeugerorganisation genannt (39% der Fläche), über welche fast ausschließlich Kernobst vermarktet wurde (93%). Die zweitwichtigste Vermarktungsschiene war mit 29% Flächenanteil der Privat- oder Lebensmitteleinzelhandel, gefolgt von Direktvermarktung mit 22%, während 10% der Kulturfläche für die Verarbeitung bestimmt war. Bei Kernobst wurde 52% über eine Erzeugerorganisation vermarktet, 26% ging an den Handel. Steinobst wurde vornehmlich direkt vermarktet (39%) oder über den Handel abgesetzt (37%). Beerenobst wurde ebenfalls zum Großteil ab Hof vermarktet (46%), über ein Drittel (34%) wurde aber auch an den Handel verkauft.

    Apfelanlagen

    Zum Stichtag bewirtschafteten 1.932 Betriebe Apfelflächen, die mit 7.700 ha 49% der erfassten Obstfläche einnahmen. Somit nahm die Anzahl der Betriebe gegenüber 2012 um 5% ab. Auch die Anzahl der Bäume ging um 3% auf 22,4 Millionen zurück. Die Baumdichte blieb mit durchschnittlich 2.923 Apfelbäumen auf einer Flächeneinheit von 1 ha nahezu konstant. Fast drei Viertel (74%) der Apfelfläche wies Baumdichten von über 2.400 Bäumen pro Hektar auf. Besonders hohe Baumdichten waren bei den Sorten Gala, Golden Delicious, Braeburn, Granny Smith und Red Delicious festzustellen, aber auch bei neueren Sorten wie Opal, dem rotfleischigen Sommerapfel Red Love und Crimson Crisp.

    Die steirischen Apfelanlagen nahmen 5.900 ha ein und beanspruchten damit 77% der österreichischen Apfelflächen. Gegenüber 2012 ging die Kulturfläche wie auch die Anzahl der Bäume um 5% zurück. Im Bundesland Niederösterreich hingegen vergrößerte sich die Apfelfläche auf 730 ha (+10%) bei gleichzeitiger Zunahme der Baumanzahl (+13%) und Rückgang der Betriebe um 6%. Etwas über 400 ha (-12%) befanden sich im Burgenland, wo die Anzahl der Bäume um 8% anstieg. Oberösterreich erreichte mit 400 ha bereits eine fast ebenso große Apfelfläche (+17%) wobei die Baumanzahl um 8% erhöht wurde.

    Bereits fast die Hälfte (47%) der Apfelbetriebe war mit Hagelnetz ausgestattet, wodurch eine Flächenabdeckung von 76% erzielt wurde – ein Anstieg um 16 Prozentpunkte gegenüber 2007.

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    461 Betriebe bewirtschafteten ihre Apfelanlagen biologisch, was einem Areal von 1.700 ha oder 22% der gesamten Apfelfläche entsprach. Die BIO-Fläche verdoppelte sich damit nahezu gegenüber 2012. Die meisten BIO-Apfelkulturen (71%) waren in der Steiermark zu finden, in Niederösterreich befanden sich 20% der Flächen, in Oberösterreich 5% und im Burgenland 3%. Im Verhältnis zur gesamten Apfelfläche eines Bundeslandes war (abgesehen von Salzburg mit 1 ha Gesamtfläche) der höchste BIO-Anteil in Niederösterreich zu verzeichnen, wo 45% der Flächen biologisch bewirtschaftet wurden.

    62% der Apfelfläche wurde bereits vor 2009 angelegt, 12% der Fläche wurde hingegen erst innerhalb der letzten 3 Jahre (2015-2017) neu bepflanzt. 40% aller Apfelbetriebe tätigten in dieser Zeit Auspflanzungen.

    Apfelanlagen umfassten zu 98% Wintersorten (7.500 ha), davon waren die Sorten Gala (24%), Golden Delicious (22%), Jonagold (9%), Idared (7%) und Braeburn (7%) die bedeutendsten. Weiter ausgeweitet wurde die Kulturfläche der Sorten Topaz mit 470 ha (6% Flächenanteil), Elstar (5%), Pinova (4%) und Kronprinz Rudolf (2%), während Arlet (2%) etwas an Boden verlor. Im BIO-Anbau dominierte Gala (23%) knapp vor Topaz (21%), an dritter Stelle folgte Golden Delicious (13%).

    Bei den Sommerapfelsorten (150 ha) wird die Hauptsorte Summerred (27% Flächenanteil) zunehmend durch andere Sorten „bedrängt“. So machte die vergleichsweise neue Sorte Minneiska (Swee Tango) bereits 13% aus, gefolgt von Galmac mit 9%, während Delbarestivale nur mehr 9% stellte.

    Birnenanlagen

    Birnen wurden auf einer Fläche von 620 ha gezogen, was 4% der erhobenen Obstfläche entsprach. Die Betriebszahl ging gegenüber 2012 leicht zurück (-2%), während die Fläche um 15% anstieg, am deutlichsten in der Steiermark (+45 ha), aber auch in Nieder- und Oberösterreich (um je 15 ha). Die Anzahl der Bäume nahm sogar um über 30% zu, wodurch eine Erhöhung der Baumdichte auf durchschnittlich 1.449 Bäume pro Hektar erreicht wurde. Obwohl ein Großteil der Fläche (63%) bereits vor 2009 bepflanzt wurde, waren 16% Junganlagen (Pflanzjahre 2015-2017).

    210 ha (33%) Birnen wurden in 249 Betrieben – die meisten in der Steiermark und in Niederösterreich – nach den Kriterien der biologischen Bewirtschaftung kultiviert. Die BIO-Anbaufläche stieg damit gegenüber 2012 um 41%. In Niederösterreich befanden sich 53% der – bevorzugt mit der Sorte Uta bepflanzten – gesamten BIO-Birnenfläche und in der Steiermark wurden 36% der Fläche biologisch bewirtschaftet.

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    Im Winterbirnenanbau (360 ha) folgten nach den wichtigen Tafelsorten Uta (24%) und Bosc‘ s Flaschenbirne (22%), Mostbirnensorten zur Erzeugung hochwertiger Verarbeitungsprodukte (14%). Dahinter folgte bereits Novemberbirne (10%) – aufgrund starker Auspflanzungen in den Jahren 20152017 – vor Conference (8%) und Packhams Triumph (5%), während die traditionelle Sorte Gute Luise nur mehr 5% der Fläche innehatte. Kaum Bewegung gab es nach wie vor bei den Sommerbirnen (260 ha), wo die Williams Christbirne immer noch 95% der Fläche beanspruchte.

    Marillenanlagen

    Marillenanlagen erfuhren abermals starke Neuauspflanzungen, wodurch die Fläche erstmals über 1.000 ha erreichte (+17% zu 2012). Vor allem in der Steiermark, aber auch in Niederösterreich und in Oberösterreich wurde der Marillenanbau forciert. Von allen erhobenen Baumobstarten – abgesehen von Schalenobstbäumen – war bei Marillen, aufgrund der immer noch weit verbreiteten Bewirtschaftung von Hochstammkulturen, die geringste Baumdichte zu verzeichnen. Diese lag auf 58% der Fläche unter 800 Bäumen pro Hektar.

    16% der Fläche umfassten Neupflanzungen (Pflanzjahre 2015-2017), während gleichzeitig noch 61% der Kulturfläche mit älteren Bäumen (vor 2009 gepflanzt) bestückt waren. Die meisten Junganlagen befanden sich in Niederösterreich (84 ha), der Steiermark (39 ha) und dem Burgenland (28 ha).

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    Die Kulturfläche von Marillen wurde im hauptproduzierenden Bundesland Niederösterreich auf 660 ha ausgeweitet, was einer Zunahme von 6% entsprach, die vor allem das Weinviertel betraf. Damit beanspruchte Niederösterreich knapp zwei Drittel (65%) der österreichischen Marillenfläche. Auch die Steiermark legte weiter stark an Fläche zu, wodurch der dortige Marillenanbau nun bereits eine Fläche von 160 ha (+48% zu 2012) ausmachte. Im Burgenland wurden 100 ha Marillenkulturen bewirtschaftet (+26%) und auch in Oberösterreich wurde ein deutlicher Flächenanstieg auf nunmehr 72 ha (+67%) verzeichnet. 115 ha oder 11% der gesamten österreichischen Marillenfläche wurden biologisch bewirtschaftet. Der größte Teil der BIO-Marillenfläche (57%) befand sich in Niederösterreich.

    Auch bei Marillen setzte sich der Trend zu mehr Sortenvielfalt fort. Trotzdem konnte die Gruppe Klosterneuburger Marille/Ungarische Beste/Keczkemeter Rosenaprikose mit 30% Anteil den ersten Rang halten, an zweiter Stelle setzte sich Orangered (13%) vor Goldrich (10%) durch. Bergeron hielt den vierten Rang mit 8%, gefolgt von Pinkcot (5%). Dahinter rangierten die Sorten Wachauer Marille und Silvercot mit je 5% sowie Bergeval mit 2%. Im BIO-Anbau zeigte sich eine noch etwas stärkere Dominanz der Sortengruppe Klosterneuburger Marille (37%) vor Orangered und Bergeron (je 12%).

    Pfirsich- und Nektarinenanlagen

    Der Anbau von Pfirsichen und Nektarinen belief sich auf 220 ha, was gegenüber 2012 einem leichten Zuwachs von 2% entsprach. Davon waren 79% gelbfleischige Pfirsichsorten, während weißfleischige Pfirsichsorten 16% ausmachten und Nektarinen lediglich 5%. Pfirsiche und Nektarinen wurden mit 150 ha vornehmlich in der Steiermark kultiviert (69%), in Niederösterreich betrug die Fläche 32 ha (14%) und im Burgenland 20 ha (9%). Die Anzahl der Bäume stieg um 14% an, wodurch sich die durchschnittliche Baumdichte auf 759 Bäume pro Hektar erhöhte. Bezogen auf die Gesamtfläche wurden 18%, vor allem in der Steiermark gelegen, biologisch bewirtschaftet.

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    An gelbfleischigen Pfirsichsorten wurde – wie schon bei früheren Erhebungen – an erster Stelle Redhaven kultiviert (68%), weit abgeschlagen folgten Dixired (6%) und Princess (4%). Innerhalb der BIO-Betriebe wurde ebenfalls bevorzugt Redhaven (63%) kultiviert, ebenso Princess (7%) sowie Spring Lady (6%) und Dixired (5%). Bei den weißfleischigen Pfirsichen dominierte – ebenfalls unverändert – die Sortengruppe Weingartenpfirsich (65%), gefolgt von Tellerpfirsichen (14%) und Mamie Ross (10%). Weingartenpfirsich lag mit 83% Flächenanteil auch im BIO-Anbau klar vorne, neben Mamie Ross, Tellerpfirsichen und Benedicte (je 4%). Die wichtigste Nektarinensorte war erstmals Alitop (29%), wodurch die bisherige Hauptsorte Nectared auf den zweiten Platz verdrängt wurde (14%).

    Zwetschkenanlagen

    Der Zwetschkenanbau ging seit der letzten Erhebung 2007 um ein Drittel zurück und umfasste damit 260 ha. Davon nahm die Steiermark 56% der Fläche ein, in Niederösterreich befanden sich 17% der Kulturen. Lediglich in Oberösterreich kam es entgegen dem Trend zu nennenswerten Flächenzuwächsen auf aktuell 24 ha. Bei 12% der Fläche handelte es sich um Junganlagen (Pflanzjahre 2015-2017); 57% der Fläche waren mit älteren Anlagen versehen (Pflanzjahr vor 2009). Die durchschnittliche Baumdichte lag bei 977 Bäumen/ha. Der BIO-Anteil betrug 48 ha (19%).

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    Wie schon vor 10 Jahren stand auch bei der aktuellen Erhebung die Sorte Cacak‘s Schöne im Vordergrund, jedoch mit geringerem Flächenanteil (17%), da auch hier eine Zunahme der Sortenvielfalt zu beobachten ist. So folgte an zweiter Stelle Toptaste mit 13%, dahinter Jojo (11%) und Hauszwetschke (10%), aber auch Top Hit (7%), Bosnische (5%), Hanita (3%) und Stanley (3%) beanspruchten nennenswerte Flächenanteile. Im BIO-Anbau wurden hauptsächlich Toptaste (33%), Hauszwetschke (13%) und Cacak‘s Schöne (9%) kultiviert.

    Kirschen- und Weichselanlagen

    Der Kirschen- und Weichselanbau wurde gegenüber 2007 deutlich forciert und um fast ein Viertel auf 380 ha ausgeweitet (+23%). Davon waren 28 ha Weichseln (7%), die hauptsächlich in der Steiermark und in Niederösterreich kultiviert wurden. Eine Flächenzunahme an Kirschen und Weichseln erfolgte insbesondere in der Steiermark und in Oberösterreich, während der burgenländische Anbau, verglichen mit 2007, reduziert wurde. Der größte Flächenanteil (46%) befand sich in der Steiermark, während die niederösterreichische Kulturfläche 26% ausmachte und Oberösterreich 16% innehatte. 12% der Gesamtfläche bestand aus Jungpflanzungen (Pflanzjahre 2015-2017). Der BIO-Anteil betrug 7% der Fläche.

    Witterungsschutz (Überdachung) war vor allem in der Steiermark und in Oberösterreich ein Thema, insgesamt war über ein Drittel der Fläche (37%) mit einer solchen Anlage ausgestattet.

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    Beerenobstanlagen (exkl. Aronia)

    Beerenobst wurde auf einer Fläche von 2.000 ha kultiviert und umfasste zu 62% Erdbeeren, 16% Ribiseln, 10% Kulturheidelbeeren und 5% Himbeeren, aber auch Spezialkulturen wie Kiwis (2%), Brombeeren (1%), Stachelbeeren (1%), Vogelbeeren (1%) und Tafeltrauben (1%). Der BIO-Anteil betrug 22%. Während Erdbeeren vornehmlich in Niederösterreich (39%) und Oberösterreich (28%) angebaut wurden, waren Ribiseln hauptsächlich in der Steiermark zu finden (89%). Kulturheidelbeeren waren vor allem in der Steiermark (59%) und in Oberösterreich (24%) verbreitet und bei Himbeeren war Niederösterreich mit 53% Marktführer vor der Steiermark mit 24%.

    Geschützter Anbau und Selbstpflücke spielten nur bei wenigen Beerenkulturen eine Rolle. So wurden 2% der Erdbeerfläche, 4% der Himbeerfläche und 2% der Brombeerfläche unter Glas bzw. Folientunnel kultiviert. Selbstpflücke (Direkternte durch die Kunden selbst) wurde bei über einem Drittel der Erdbeerfläche (34%) praktiziert, aber auch bei über einem Fünftel der Kulturheidelbeerfläche (22%), 17% der Himbeerfläche und 5% der Ribiselanlagen.

    Schalenobstanlagen

    Schalenobstanlagen, insbesondere Walnüsse, erfuhren ab 2015 eine gewaltige Flächenzunahme aufgrund der Förderung von Walnussbäumen im Bio-Anbau. So wurde die Fläche gegenüber 2007 auf 1.600 ha nahezu verzehnfacht und die Anzahl der Walnussbetriebe auf 610 beinahe verdreifacht. Somit waren über drei Viertel der Fläche (76%) Junganlagen (Pflanzjahre 2015-2017), während nur 13% vor 2009 gepflanzt waren. Mit Abstand die meisten Anlagen befanden sich in der Steiermark (68% der Fläche), in Niederösterreich waren 15% beheimatet und im Burgenland sowie in Oberösterreich je 8%.

    Holunder- und Aronia-Anlagen

    An Holunder wurde eine Fläche von 1.400 ha erfasst, was einer Zunahme von 7% gegenüber 2007 entspricht. Auch die Anzahl der Bäume nahm deutlich zu (+16%), während die Anzahl der Betriebe stark abnahm (-28%). Die Anlagen waren größtenteils in der Steiermark lokalisiert (82%), Niederösterreich stellte 9% und das Burgenland 8%. Bei über der Hälfte der Fläche (54%) handelte es sich um ältere Bestände (vor 2009 gepflanzt), 14% waren Neupflanzungen (ab 2015). Der BIO-Anteil betrug 17%.

    Der Anbau von Apfelbeere bzw. Aronia wurde in den letzten Jahren stark forciert und erreichte eine Fläche von 560 ha. Die Kultur wurde überwiegend biologisch gezogen (88%). Aronia wurde vor allem in der Steiermark kultiviert (55%), auf Oberösterreich entfielen 27% der Fläche und auf Niederösterreich 13%.

    Der Schnellbericht von Statistik Austria „Erhebung der Erwerbsobstanlagen 2017“ steht als PDF (2 MB) zum Download bereit.

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