Ein Vertreter des Konsortiums Südtiroler Qualitätskontrolle (SQK) bei der Entnahme einiger Blattproben. Diese werden von Mai bis Juli durchgeführt. Bild: Raiffeisenverband Südtirol

Qualität und Lebensmittel-Sicherheit

Die menschliche Gesundheit hängt auch von Ernährung und der Qualität der Lebensmittel ab. Das Thema der Auswirkungen durch Pflanzenschutzmittel rückt dabei in den Fokus der Aufmerksamkeit. In Südtirol ist dieser Bereich der Landwirtschaft stark kontrolliert. Die Experten des Konsortiums Südtiroler Qualitätskontrolle (SQK) sind seit Wochen im Einsatz.

Ohne Beachtung der Vorschriften geht im Apfelanbau nichts mehr: die Südtiroler Apfelbauern müssen je nach Anbauweise – integriert oder biologisch – zahlreiche Richtlinien, Gesetze für Anbau und Arbeit einhalten, auch Vorschriften der Anbauorganisationen.

Die Arbeitsgruppe für den Integrierten Obstanbau (AGRIOS) sieht im Bereich Pflanzenschutz deutlich strengere Grenzwerte vor als der Gesetzgeber – und zwar maximal 50 Prozent der gesetzlich erlaubten Werte.

Kontrollen zur Qualitätssicherung

Ob sich die Bauern auch an diese Vorschriften halten, wird von den Kontrolleuren des Konsortiums Südtiroler Qualitätskontrolle (SQK) genauestens überprüft. Die SQK, seit 2001 aktiv, ist für die Zertifizierung von Produkten im Lebensmittelbereich zugelassen. „Neben vielen Südtiroler Qualitätsprodukten kontrollieren und zertifizieren wir auch Produkte mit geschützter geografischer Angabe (g.g.A.) wie den Südtiroler Apfel g.g.A“, erklärt SQK-Geschäftsführer Dietmar Sinner. Dazu ist die SQK selbst europaweit akkreditiert und wird vom staatlichen Ministerium für Landwirtschaft als anerkannte private Kontrollstelle gelistet.

Einer Aussendung des Südtiroler Apfelkonsortiums zufolge haben die diesjährigen Kontrollen im Obstbau schon längst begonnen. „Heute geht es nicht mehr nur darum, dass am Ende die geernteten Äpfel von hervorragender Qualität und natürlich ohne unzulässige Rückstände sind; vielmehr geht es darum, dass der gesamte Anbauzyklus naturgerecht und regelkonform abläuft“, so Paul Wierer, Qualitätsbeauftragter der SQK.

Die ersten Proben wurden daher schon Anfang Mai gezogen: „In dieser ersten Phase kommen wir mit kurzer Vorankündigung zu den Bauern in die Obstwiesen und entnehmen einige Blattproben. Diese werden im Labor untersucht, somit können wir feststellen, ob keine unzulässigen Produkte zum Einsatz kamen.“

Auch das Laub wird untersucht

Diese ersten Probenziehungen werden bis Juli abgeschlossen. In den darauffolgenden Monaten bis zur Ernte prüfen die Kontrolleure der SQK vor allem die Betriebshefte, in denen die Bauern alle Tätigkeiten und Behandlungen festhalten müssen. Auch die Äpfel selbst werden nach der Ernte erneut geprüft. „Wenn alles passt, erhalten die Bauern die Zertifizierung für ihre Ernte und die Äpfel werden für den Verkauf freigegeben“, erklärt Paul Wierer.

Die Bauern können sich zwar freiwillig für ein Anbauprogramm mit den entsprechenden Kontrollen verpflichten; doch fordert der Markt mittlerweile fast ausschließlich zertifiziertes Obst. „Wenn ein Bauer keinen Nachweis für eine zertifizierte und nachhaltige Anbaumethode erbringen kann, tut er sich schwer, seine Ernte zu verkaufen bzw. einen guten Preis dafür zu erzielen. Denn die Kunden, vor allem die großen Handelsketten, legen immer größeren Wert auf Ware aus nachhaltiger und kontrollierter Produktion“, ergänzt Wierer. Es liege somit im Interesse jedes Bauern, sich für das Kontrollprogramm zu melden.

Insgesamt produzieren daher beinahe 100 Prozent der Südtiroler Obstbauern nach biologischem oder integriertem Standard. Lebensmittelsicherheit und Nachhaltigkeit sind somit oberstes Gebot. „Der Obstbauer muss heute wirklich eine Vielzahl an Regeln einhalten, damit er wettbewerbsfähiges und zertifiziertes Obst produzieren kann. Die Vermarkter garantieren ihren Kunden diese kontrollierten Qualitätsstandards und es liegt im Interesse der Verbände, aber auch der Produzenten, diese Kontrollsysteme umzusetzen und ständig weiterzuentwickeln“, so Georg Kössler, Obmann des Südtiroler Apfelkonsortiums.

Quelle:

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