FRUIT LOGISTICA 2017 – Professorin Maria Isabel Gil – Bild: Messe Berlin GmbH

Professorin Maria Isabel Gil, Leiterin Qualität und Sicherheit Frischeerzeugnisse im Spanish National Research Council (CSIC).

Frau Gil, Sie erforschen, welche Vorerntebedingungen die Qualität von Frischeerzeugnissen beeinflussen – was sind die Ergebnisse?

Es beginnt schon mit den Kultivaren. Die Fresh-Cut-Branche benötigt resistente Sorten, die dem Waschen, Schneiden, Trocknen und Verpacken standhalten. Außerdem wissen wir, dass Salatblätter mit leicht salzhaltigem Wasser elastischer bleiben. Basilikum wiederum weist höhere Konzentrationen an ätherischen Ölen auf, wenn es in Defizitbewässerung gezogen wird. Wir haben übrigens kaum einen Unterschied zwischen in Gewächshäusern gezogenen und im Boden kultivierten Erzeugnissen feststellen können.

Wie sieht die Zukunft des Obst- und Gemüseanbaus aus?

Im Winter können Obst und Gemüse gut in Gewächshäusern gezogen werden. In den Niederlanden und in Belgien wird Obst und Gemüse bereits in Gewächshaus-Containern gezogen, mit LED-Licht, genau abgestimmten Nährlösungen und kontrollierter Temperatur und Feuchtigkeit. Erzeugnisse können so quasi auf der Straße wachsen.

Was bedeutet das für die O+G-Branche?

Das bedeutet Regionalisierung. Für Deutschland etwa, das frische Kräuter nicht aus entfernten Ländern eingeflogen werden müssen sondern lokal erzeugt werden können. Wenn Erzeugnisse in der Nähe des eigenen Standorts wachsen, kann die Zeit nach der Ernte optimiert werden, die Erzeugnisse bleiben länger frisch. Wir haben auch festgestellt, dass geschnittene Salatblätter länger lagerfähig sind, wenn die Verpackung teilweise mit Stickstoff befüllt wird. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass Erzeugnisse länger visuell ansprechend und schmackhaft bleiben.

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