Bern, 21. Dezember 2018: 2018 war ein Jahr der hohen Konsumausgaben für Früchte und Gemüse. Dies zeigt eine Analyse des Warenkorbes mit ganzjährig angebotenem, konventionell produziertem Obst und Gemüse, bereit gestellt durch das Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) .

Die Entwicklung des Warenkorbpreises im 2018 ist in der Grafik oben aufgezeigt. Der betrachtete Warenkorb ist zusammengesetzt aus ausgewählten Früchten und Gemüsen, die von einem Haushalt mit 3-4 Personen durchschnittlich eingekauft werden (Zusammensetzung: Marktbericht, Seite 3). Um eine ganzjährige Vergleichbarkeit zu gewährleisten, sind im Warenkorb nur Produkte enthalten, die das ganze Jahr über durchgehend angeboten werden. Produktgruppen wie Spargel, Beeren und Steinobst sind somit nicht berücksichtigt.

Erstes Halbjahr: Hohe Ausgaben wegen teuren Äpfeln

Äpfel machen einen großen Teil der Frucht- und Gemüseeinkäufe aus, weshalb bereits kleinere Preisbewegungen den Warenkorbpreis merklich beeinflussen. Der Durchschnittspreis der drei Hauptsorten Gala, Golden und Braeburn lag 2018 mit 3.94 CHF/kg um ca. 14 % höher als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Im ersten Halbjahr 2018 lag er rund ein Fünftel höher. Grund ist die frostbedingte kleine Ernte des Vorjahres, aufgrund derer die Lagerbestände tief waren. Erst mit Kalenderwoche 32 fielen die Preise, sie lagen aber auch in der zweiten Jahreshälfte in den meisten Wochen oberhalb des Vorjahresdurchschnitts. Es gab allerdings auch Produkte mit anderer Preisentwicklung. So hatten Zwiebeln (gelb) und Karotten im ersten Halbjahr im Vergleich zu den vier Vorjahren um 4 % bzw. 3 % tiefere Preise als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Bei Karotten lag dies an höheren Lagermengen, gelbe Zwiebeln hatten hingegen kleinere Lagerbestände als in der Vergleichsperiode.

Sommerwetter beeinflusst Gemüsepreise

Im Sommer haben Hitze und Trockenheit die Produktionskosten für Freilandware wie Eisberg- und Kopfsalat erhöht und zu höheren Ernteverlusten geführt. Dementsprechend war auch der Konsumentenpreis für solche Gemüse höher als saisonüblich. So war etwa Kopfsalat zwischen Mitte Juni und Mitte September 31 % teurer als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Bei Gemüse im Unterglasanbau war es hingegen anders. Hier sorgte das sonnige Wetter für gute Wachstumsbedingungen, weshalb es zeitweise sehr hohe Mengen gab, die zu entsprechend tiefen Preisen angeboten wurden. Z.B. hatten Tomaten von Mitte Juni bis Mitte September 8% tiefere Preise als in der betrachteten Vergleichsperiode.

Saisonbedingt sind die Konsumentenpreise gegen Ende des Jahres gesunken, da vermehrt günstige Auslandsware angeboten wurde. Der Warenkorbpreis blieb aber bis in den Dezember hinein oberhalb des Vierjahresdurchschnitts.

Ausblick: Volle Obstlager, unterdurchschnittliche Gemüselager

Die Lagermengen von Zwiebeln (gelb) und Knollensellerie waren am 15. November leicht tiefer als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Aufgrund der Lagermengeninformationen ist in den nächsten Monaten von tendenziell höheren Preisen für diese Gemüse auszugehen. Dabei ist zu beachten, dass Preise nicht nur von der Menge beeinflusst werden (siehe Zwiebelpreise im 1. Halbjahr 2018).

Die Lagerbestände beim Kernobst sind hingegen deutlich größer als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Aufgrund der vollen Lager dürften die Äpfel im ersten Halbjahr 2019 zu günstigeren Preisen angeboten werden als noch ein Jahr zuvor.

Umsätze
Kürbisse haben im November im Schweizer Detailhandel einen Umsatz von 4.43 Mio. CHF erzielt und damit 14 % mehr als im November des Vorjahres. (Marktbericht, Seite 4)

Großhandelspreise
Die neue Schweizer Ernte Braeburn Äpfel realisierte im Oktober mit 1.89 CHF/kg und 1.98 CHF/kg in beiden betrachteten Absatzkanälen des Grosshandels tiefere Preise als im Vorjahresmonat (2.08 bzw. 2.09 CHF/kg). (Marktbericht, Seite 7)

Importe
Im November wurden 548 t Blumenkohl zu einem Durchschnittspreis von 1.97 CHF/kg importiert. Weil Ende November die freie Phase startete, sind die Importmengen verglichen mit dem Vormonat (75 t) erheblich höher. (Marktbericht, Seite 9)

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