Quelle: Motorgeräte Fischer GmbH

Saftfass oder Bag-in-Box: Was ist das bessere System um Saft selbst herzustellen und haltbar zu lagern?

Wer selbst Saft aus Obst macht, steht schlussendlich immer vor der Frage: Wohin abfüllen? Es mag erst mal widersprüchlich klingen, wenn man Bag-In-Box mit einem Saftfass vergleicht. Dennoch stellt sich sich die Frage durchaus ernsthaft. Beide Systeme sind zur Lagerung frischer, selbst hergestellter Säfte ohne Konservierungsmittel geeignet. Bei beiden Systemen können die Säfte (anders als bei einer geöffneten Flasche) über einen längeren Zeitraum immer wieder gezapft werden, ohne zu verderben. Grund genug sich beide Systeme anzuschauen und eventuell das Beste aus beiden Systemen zu nutzen.

Grundlage beider Systeme ist die Pasteurisierung des Saftes bei mindestens 78, maximal 83°C. Über 83 Grad kommt es zu geschmacklichen Veränderungen des Saftes, unter 78 Grad ist die Sterilität bzw. das Abtöten von Keimen nicht gewährleistet. Chemische Verbindungen wie Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die im Saft sind, werden so bestmöglich geschont. Nach dem Pasteurisieren (ohne Konservierunsgsstoffe) muss der Saft in jedem Fall steril verschlossen werden. Beim Saftfass erfolgt dies durch den Schwimmdeckel, der mit medizinisch reinem Vaseline luftdicht versiegelt wird. Bei Bag-in-Box durch einfüllen in einen Einweg-Plastikbeutel.

Abfüllung zum Lagern

Beim Saftfass wird das Pasteurisieren, ohne Umfüllen, direkt im Fass erledigt. Es kann also zur Zubereitung wie zur Lagerung verwendet werden. Du benötigst hierfür einen einfachen und preiswerten Spezialtauchsieder (z.b von Speidel) und kannst diesen für beliebig viel Fässer verwenden. Zum Pasteurisieren von Bag-in-Box benötigst du mindestens noch einen sehr großen Behälter bzw. Fass zum sterilisieren. Oder Spezialgeräte, wenn du den Saft nicht im Kochtopf pasteurisieren, und permanent mit dem Thermometer nachmessen willst. Der Saft bleibt beim Saftfass anschließend natürlich im Behälter. Deckel mit Vaselineöl drauf und gut ist. Bei Bag-in-Box kann ein Gerät zum umfüllen von heißen Getränken sehr hilfreich sein. Der Saft muss nach dem Pasteurisieren aber möglichst heiß (nicht unter 78°C), ohne erneute Verunreinigungen und schnellst möglich in den Beutel. Ein Saftfass als Hilfsmittel zum Abfüllen von Bag-in-Box Beuteln kann aber auch hier gute Dienste leisten. Bag-in-Box Sack unter den Hahn halten und einfach im heißen Zustand abfüllen.

Umweltfreundlichkeit

Außer Vaseline-Öl fallen beim Saftfass, nach einmaliger Anschaffung, keine weitere Kosten an. Auch kein weiterer Abfall! Die Bag-in-Box benötigt neben dem Wegwerf-Beutel auch noch einen Karton. Zwar ist der Karton wiederverwendbar, doch in der Praxis stößt er, aus ästhetischen Gründen, irgendwann an seine Grenzen. Er ist irgendwann zu schmutzig oder unansehnlich, als dass man ihn mehrere Jahre verwenden mag. Bag-in-Box ist also insgesamt ein Wegwerfsystem – das allerdings auch nicht gereingt werden muss. Das Saftfass kannst (bzw. musst!) du nach Verwendung zwingend reinigen, um es wieder zu verwenden. Es ist allerdings deutlich effizienter und schnelelr zu reinigen, als eine entsprechend große Anzahl an Mehrwegflaschen. Das Saftfass ist aber unbegrenzt wiederverwendbar und praktisch verschleißfrei.

Transport

Unschlagbar sind die Vorteile bei Bag-in-Box jedoch beim Transport. Wenn du deinen Saft verteilen, transportieren oder verkaufen willst, ist die Bag-in-Box von 3 bis 10 Liter alternativlos. Und, wie neuere Studien zeigen, meist auch umweltfreundlicher als viele Flasche – deren Enerieaufwand für Herstellung, Transport und Reinigung nicht unerheblich ist. Das Saftfass hingegen ist vor allem für Säfte ideal, die nicht transportiert werden müssen. Zumindest sollte Saft, der einmal abgezapft wurde, nur über kurze Strecken transportiert und auch nicht lange im Kühlschrank gelagert werden…..

Fazit:

Unabhängig vom tatsächlichen Bedarf kann Bag-in-Box prinzipiell für jeden Anwendungsfall verwendet werden. Die Abfüllung und Herstellung des pasteurisierten Saftes ist jedoch etwas aufwändiger. Dafür entfällt die anschließende Reinigung der Behälter. Außerdem ist der Saft leicht zu transportieren.

Wenn der Saft nicht transportiert werden muss, ist das Saftfass die bessere Alternative. Es ist umweltfreundlicher und das Lebensmittel kommt auch nicht mit Plastik sondern nur mit Edelstahl in Berührung. Also völlig unbedenklich. Auch das Vaselineöl ist in Verbindung mit Lebensmitteln problemfrei. Es ist völlig ungiftig und reaktionsarm. Das Saftfass ist für diesen Anwendungsfall (lokaler Verbrauch) mittel- und langfristig auch günstiger, da das Saftfass, wie eine Glasflasche unbegrenzt wiederverwendbar ist.

Ideal ist jedoch wahrscheinlich eine Kombination beider Systeme, weil das Saftfass auch zur Zubereitung von Bag-in-Box Säften verwendet werden kann. Man bereitet in einem, z.B. 100 l Saftfass am besten zuerst deine Bag-in-Box Abfüllungen vor und verwende dann für die letzten 100 Liter das Saftfass zum lagern deines vor Ort aufzubrauchenden Saftes.

Vergleich: Saftfass vs. Bag-in-Box – Quelle: Motorgeräte Fischer GmbH


Weitere Infos und Anleitungen für Saftfässer

Bag-In-Box Systeme



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