Putin verlängert Lebensmittelembargo gegen die EU

Russland hat sein Embargo für Lebensmittel aus Deutschland und Dutzenden anderen Ländern durch ein Dekret des Kreml-Chefs Wladimir Putin um ein Jahr bis zum 31. Dezember 2021 verlängert.

Das im August 2014 erstmals verhängte Einfuhrverbot für Milchprodukte, Fleisch, Obst und Gemüse aus der EU war eine Reaktion auf die Sanktionen, die der Westen Russland nach dem Ukraine-Konflikt auferlegt hatte. Es geht darum, die nationalen Interessen Russlands zu schützen, wie aus dem am Samstag in Moskau unterzeichneten und veröffentlichten Präsidialdekret hervorgeht.

Das Embargo sollte nicht nur eine Rache für die vom Westen verhängten Sanktionen sein. Russland nutzte die Situation vor allem, um seine eigene Produktion – zum Beispiel in der Milchindustrie – zu erneuern, um weniger von Importen abhängig zu sein. Das Embargo betrifft viele Länder, die „antirussische Sanktionen“ verhängt haben, darunter die USA, Australien, Kanada und die Ukraine.

Da viele Waren mit Embargos wie Käse aus Frankreich und Italien weiterhin über Umwege und Schmuggel auf den Markt kommen, wurden in Russland bereits Tonnen von Lebensmitteln zerstört. Es wird auch kritisiert, dass die Beseitigung der ausländischen Konkurrenz russische Lebensmittel für die Verbraucher im gigantischen Reich teurer gemacht hat. Darüber hinaus klagen Kunden manchmal über schlechtere Qualität als westliches Essen.

Die Politiker in Moskau bewerten das Embargo dennoch als großen Erfolg, da es gelungen ist, die Selbstversorgung in Russland zu verbessern. Die Position des Landes als Exporteur landwirtschaftlicher Erzeugnisse wird ebenfalls als gestärkt angesehen. Russland hat sich kürzlich als weltweit größter Weizenexporteur gefeiert – weit vor den USA.

Hersteller in der EU haben längst andere Märkte in den USA und China geöffnet. Kreml-Chef Putin hat mehrfach erklärt, er werde die Gegensanktionen aufheben, sobald die EU ihre Strafmaßnahmen gegen Russland beendet. Das ist aber nicht in Sicht.

Quelle: AlKhaleej Today  | Bild: Pixabay