Bild: Fruchtnews

(Raiffeisenverband Südtirol) In den 90er Jahren gab es 30 Produzenten für die damals neue Apfelmarke Pink Lady. Heute ist daraus einer der führenden Prämiumäpfel geworden. Von den derzeit 3000 Produzenten arbeiten mehr als 50 Prozent in Südtirol.

Als der australische Forscher John Cripps im Jahr 1973 auf die Idee kam, eine Kreuzung aus Golden Delicious und Lady Williams zu züchten, konnte er den Erfolg der daraus entstandenen Apfelsorte nicht erahnen. Aus der Kreuzung aus Golden Delicious und Lady Williams ging die Apfelsorte Cripps Pink hervor und die Auswahl der besten Äpfel dieser Sorte führte schließlich zu Pink Lady®.

Mittlerweile stammt die Hälfte aller produzierten Pink Lady®-Äpfel aus Südtirol. Das liegt zum einen daran, dass Südtirol eine Region der Apfelerzeugung und zum anderen an den Werten und der Philosophie, die hinter Pink Lady steht. Beim Anbau und bei der Vermarktung dieses Apfels wird nichts dem Zufall überlassen. Dies betonte der Generaldirektor von Pink Lady Europe, Thierry Mellenotte, auf der diesjährigen 67. Südtiroler Obstbautagung in Meran: „Qualität gehört zu unseren Grundprinzipien“, so Mellenotte im Rahmen der Tagung.

Hinter der Apfelsorte steht ein nichtgewinnorientierter Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Wertschöpfung der einzelnen Produzenten zu steigern, und zwar bei gleichzeitiger Einhaltung von klar definierten Werten wie Biodiversität, Bienenschutz und 100prozentiger Zertifizierung der gesamten Produktion und Verpackungsstationen. Neben der Qualität des Produkts, werden auch die Supermärkte und Verkaufspunkte laufend kontrolliert.

Eine Besonderheit unter den Pink Lady®-Produzenten ist, dass sie untereinander ihr Wissen teilen, um den Herausforderungen beim Anbau besser gerüstet zu sein. Davon profitieren alle. Aber auch die Herausforderungen des Marktes gilt es ernst zu nehmen, sagte Mellenotte: „Der Konsument ist heute misstrauisch gegenüber Marken und Unternehmen, aber auch gegenüber der Politik. Er möchte Authentizität, ethisch handeln, umweltfreundlich agieren und gesunde Produkte kaufen.“ Demnach misstrauen die heutigen Konsumenten der Industrie, dem Marketing, den Medien und auch der Landwirtschaft, vor allem gegenüber der Apfelwirtschaft gäbe es Vorbehalte. Produzenten müssen sich die Frage stellen, wie man dem entsprechen kann.

Eine Antwort darauf findet sich in der Strategie bis 2025, die auf der Tagung in Meran vorgestellt wurde. Angestrebt wird, dass der Konsument die Marke als verantwortungsvoll und nachhaltig wahrnimmt, wie etwa durch Fairen Handel, keine Abfallproduktion usw. Das sei laut Mellenotte umso wichtiger, weil immer mehr Konsumenten nach Überzeugung kaufen, unabhängig von Marke, Qualität und Preise: „Konsumenten schauen vermehrt nach den Werten, die ein Unternehmen vertritt. Daher müssen führende Unternehmen von morgen solidarisch, verantwortungsbewusst gegenüber der Umwelt und der Gesellschaft und innovativ sein“, betont der Generaldirektor von Pink Lady Europe und zählt Initiativen auf, die bereits umgesetzt sind:

  • ein Bildungsprogramm zum Schutz der Biene für die Produzenten
  • Das PinkLab mit einer Expertengruppe, um Innovationsprojekte und Startups zu unterstützen und Innovation und Technik weiterzuentwickeln
  • Pink Lady Europe Funds fördert verschiedene Bildungsprojekte und zeigt das soziale Engagement der Gruppe.

Auf den letzten Punkt geht Mellenotti genauer ein und nennt die Schwerpunkte des Engagements: „Der Konsument erwartet heute, dass eine Marke engagiert ist. Daher haben wir eine Charta entwickelt. Unserer Engagements steht auf drei Säulen: Verpflichtung gegenüber der Umwelt (z.B. bis 2030 CO-Fussabdruck von Null, Fortschritt (Arbeitsbedingungen verbessern, Innovation fördern, gegen Lebensmittelverschwendung kämpfen), an der lokalen Wertschöpfung beizutragen und junge neue Produzenten zu fördern.“