Verwaltungsrat von Provins SA Bild: fenaco

Für eine neue starke Provins: Ja zur Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und zur fenaco als Mehrheitsaktionärin

Die Partnerschaft zwischen Provins und der fenaco kommt zustande. Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter von Provins stimmten der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit zu. Sie sagten des Weiteren deutlich Ja zur Erhöhung des Aktienkapitals sowie einer Mehrheitsbeteiligung der fenaco. Der neu gewählte Verwaltungsrat setzt sich aus drei Vertretern der fenaco und zwei Produzentenvertretern zusammen. Bis Ende April werden die offenen Forderungen der Winzerinnen und Winzer für die Ernte 2019 vollständig beglichen.

Aufgrund der Coronavirus-Epidemie konnten die beiden ausserordentlichen Generalversammlungen von Provins vom 14. April 2020 nicht wie geplant stattfinden. Stattdessen erfolgte die Abstimmung auf dem schriftlichen Weg. Im Rahmen dieser historischen Abstimmung befürworteten 2213 von 2299 eingegangenen Stimmen die Umwandlung der Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft, 86 Stimmen lehnten dies ab. Dies entspricht einer Zustimmung von 96 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 80 Prozent. Bei der zweiten Abstimmung befürworteten 10 210 von 10 708 eingegangenen Stimmen die Erhöhung des Aktienkapitals und die Ernennung eines neuen Verwaltungsrats, 382 Stimmen lehnten dies ab. Das entspricht einem Ja-Anteil von 95 Prozent. Die Mitglieder stimmten somit allen Vorschlägen des Verwaltungsrats der Genossenschaft Provins überaus klar zu. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit wurde erreicht. Mit dem doppelten Ja kommt die angestrebte Partnerschaft zwischen Provins und der fenaco zustande. Die Mitglieder der Genossenschaft Provins haben damit den Grundstein für einen Neuanfang ihres Unternehmens gelegt.

Verlässliche Partnerin für die Walliser Winzerinnen und Winzer

Die fenaco wird mit 70 Prozent Mehrheitsaktionärin der neuen Aktiengesellschaft. Sie investiert insgesamt rund CHF 50 Millionen in Provins. Die Hälfte davon fliesst in die Kapitalerhöhung, der Rest ist für eine Kreditlinie zur Rückzahlung offener Bankschulden und Darlehen vorgesehen. Damit wird die neue Provins SA auf eine solide finanzielle Basis gestellt. Provins wird innerhalb der fenaco als eigenständiges Walliser Unternehmen weitergeführt. Auch am bewährten integralen Geschäftsmodell – vom Rebstock bis zur Flasche – wird festgehalten. Provins soll im Kern Provins bleiben, mit einer starken Verankerung im Wallis und einer lokalen operativen Führung. Christian Consoni, Vorsitzender des neuen Provins Verwaltungsrats und Mitglied der Geschäftsleitung der fenaco, freut sich auf seine Aufgabe: «Ich möchte den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern für das Vertrauen danken, welches sie uns mit diesem klaren Abstimmungsresultat entgegenbringen. Es liegt nun an uns, gemeinsam mit der Geschäftsleitung die angekündigten Massnahmen umzusetzen. Wir wollen Wort halten und für die Walliser Winzerinnen und Winzer eine verlässliche Partnerin sein. Ebenso wollen wir den Mitarbeitenden von Provins, die sich jeden Tag mit viel Begeisterung für ihr Unternehmen einsetzen, eine langfristige Zukunftsperspektive bieten.» Otmar Hofer, Geschäftsführer von Provins, kommentiert die Ereignisse wie folgt: «Ich bin mit dem Ergebnis der Abstimmung sehr zufrieden. Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter haben verstanden, welche Vorteile die vorgeschlagene Lösung für Provins bringt.» Die Abwicklung der brieflichen Abstimmung in dieser kurzen Zeit sei sehr anspruchsvoll gewesen. «Ich möchte all jenen danken, die uns dabei unterstützt haben, insbesondere den Mitarbeitenden von Provins. Ihr Engagement hat wesentlich zum positiven Entscheid beigetragen», so Hofer. «Dank diesem historischen Ja kann der gesamte Walliser Weinbau aufatmen. Insbesondere unsere Winzerinnen und Winzer haben das Resultat mit Spannung erwartet. Sie bekommen nun endlich ihr Geld und können sich wieder mit Zuversicht um die Arbeit in ihren Rebbergen kümmern.»

Auszahlung der Ernte Ende April

In den kommenden Tagen werden der neue Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung von Provins die finanziellen Details für die Auszahlung der Ernte 2019 regeln und die Rückzahlung der Darlehen und Bankschulden planen. Der Betrag von CHF 13,3 Millionen für die Abrechnung der Ernte 2019 wird freigegeben, sobald die Provins SA ordnungsgemäss im Handelsregister des Kantons Wallis (Valais Central) eingetragen ist. Das vollständige Eingabedossier wurde vom Notar hinterlegt. Unter Berücksichtigung der Fristen für den Handelsregistereintrag und des Zeitbedarfs für die Abwicklung der Banktransaktion sowie der gesamten Administration, ist vorgesehen, die ausstehenden Forderungen aus der Ernte 2019 Ende April vollständig zu begleichen. «Wir haben in den kommenden Wochen und Monaten viel Arbeit vor uns und freuen uns darauf. Die Partnerschaft mit der fenaco eröffnet Provins, seinen Aktionären und den Walliser Winzerinnen und Winzern eine neue Perspektive. Endlich können wir wieder unsere hochwertigen Produkte in den Mittelpunkt unserer Tätigkeit stellen», hält Otmar Hofer fest.

Zwei Produzenten im neuen Verwaltungsrat

Mit der neuen Rechtsform für Provins einher geht die Bildung eines neuen Verwaltungsrats. Er setzt sich wie folgt zusammen:

  • Christian Consoni, Mitglied der Geschäftsleitung fenaco, Leiter Division Lebensmittelindustrie und Departement Getränke (Präsident)
  • Jean-Blaise Gollut, Winzer (Vizepräsident)
  • Andreas Baer, Leiter Konzerncontrolling fenaco
  • Pierre Dorsaz, Winzer
  • Geneviève Gassmann, Mitglied der Geschäftsleitung fenaco, Leiterin Region Westschweiz

Damit sind die Produzentinnen und Produzenten neu mit zwei Personen im Verwaltungsrat vertreten, was deren Einflussnahme auf die strategische Ausrichtung von Provins stärkt. Die Porträts der neuen Verwaltungsratsmitglieder sind auf der Website von Provins einsehbar: www.provins.ch/conseiladmin.