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MARKTÜBERSICHT  – Juni 2018

(Auszug)

Österreichische Marillen sind auf heimischen Märkten angekommen

Das warme Frühjahr und die dosierten Niederschläge der vergangenen Wochen waren perfekt für die Marille. Naturgemäß startet die österreichische Marillenernte etwa Mitte Juli, doch heuer konnten Fans der heimischen Allroundfrucht bereits einige Wochen früher fündig werden. Frühsorten wie Aurora und Sylvercot waren, sonnige Lagen vorausgesetzt, bereits in den ersten zwei Juniwochen baumgereift. Ungarische Beste, Klosterneuburger, Goldrich und Bergeron folgten. Obwohl teilweise bis zu 30% teurer, griff so mancher Endverbraucher gerne auf rot-weiß-rote Erzeugnisse zurück. Der von der Landwirtschaftskammer erhobene ab Hof Preis in KW 23 mit 5,00 – 6,50 EUR/kg ist nur bedingt mit letztem Jahr vergleichbar, da die Saison heuer früher begonnen hat. Im Verlauf der Haupternte, korrigierte sich der Preis auf 2,70 – 4,00 EUR/kg und notierte in KW 26 bereits wieder auf Vorjahresniveau.

Vermarkter können mit heuriger Kirschensaison zufrieden sein

Üblicherweise werden österreichische Kirschen Anfang Juni, abhängig von Standort und Sorte, bis in den August hinein gepflückt. Heuer wurde die Ernte zwei Wochen früher als üblich eingeläutet. In Gunstlagen mit Bewässerung manifestierte sich der gute Baumbehang in Erträgen von bis zu 12t/ha. Der Kilo Tafelkirschen Kaliber 28+ ab Hof kostete Anfang Juni 5,00 – 8,00 EUR, in der letzten Juniwoche durchschnittlich 3,50 – 5,00 EUR und glich sich damit dem korrespondierenden Wert des Vorjahres an. Durch die äußerst günstigen klimatischen Bedingungen im Mai und Juni kam es zu Überschneidungen der Reife, sodass auch Spätsorten zeitgleich mit Frühsorten abgeerntet werden mussten um höhere Ausfälle zu vermeiden. Dies brachte so manchen Produzenten an den Rand seiner personellen Kapazitäten und teilweise darüber hinaus. Wie auch bei anderen arbeitsintensiven Kulturen, ist auch bei der Kirsche der Mangel an Erntehelfern zu Spitzenzeiten immer öfter ein Thema.

Karottenbestände gehen zu Ende, Frühkarotten verhindern Versorgungslücke

Anfang Juni wurden die letzten Restbestände der Ernte 2017 vermarktet. Die Preise lagen, gegenüber den Vorwochen unverändert. Je nach Qualität gepackt in 5kg Sack bei 40,00 bis 45,00 EUR/kg – 50% über Vorjahresniveau. Im Marchfeld konnten ab KW 23 die ersten Frühkarotten, in überschaubaren Mengen, eingebracht werden. Mitte Juni war die alte Ernte endgültig durch und die neue Vermarktungssaison bereits in vollem Gang. Der häufigste Erzeugerpreis für die Ware 2018 lag für 5 kg gepackt bei 50-55 EUR/kg. Bis zum Monatsende verlief der Handel durchwegs freundlich. Das Angebot konnte die Nachfrage problemlos befriedigen und die Preise blieben stabil.

Frühkartoffelsaison mit Anfang Juni eingeläutet

Das Wetter der letzten Maiwochen war sehr wüchsig und anfängliche Wachstumsrückstände konnten vielerorts wieder gänzlich aufgeholt werden. Die Saison konnte damit zeitgleich zum Vorjahr starten. Im Burgenland und in der Steiermark wurden in KW 22 die ersten Heurigen gerodet. Niederösterreich und Oberösterreich folgten. Der Erzeugerpreis für die ersten Chargen lag bei 35,00 – 40,00 EUR/dt. Vereinzelt konnten oberösterreichische Landwirte geringfügig mehr anschreiben. Aufgrund der überaus großzügigen Versorgung Mitte des Monats und der, durch die hohen Temperaturen induziert, schwächeren Nachfrage, verlor der Preis schnell an Substanz und rutschte merklich ab. Mitte bis Ende Juni stabilisierte sich der Erzeugerpreis mit 20,00 – 23,00 EUR/dt. nachhaltig, wobei zumeist der untere Richtpreis gezahlt wurde. Ein Minus von 23% zum Vergleichswert des Vorjahres. Zu vernachlässigende Ausreißer waren mit 28,00 EUR/dt in Westösterreich zu finden. Die Hektarerträge divergierten je Bundesland, Region und Klimazone. Burgenland und Steiermark meldeten bis zu 45t/ha, das Marchfeld 35t/ha und 20t/ha für den Stockerauer Raum. Im Frühjahr 2017, welches von Kälteeinbruch und Trockenheit geprägt war, konnten vergleichsweise nur 50% der diesjährigen Erträge erzielt werden.

Winterzwiebel stehen vor Markteintritt

Die alterntige, gekühlte Ware stand Anfang Juni kurz vor dem Ausverkauf. Für Restmengen gab es da und dort, ausgehend von dem ohnehin schon hohen Niveau, noch leichte Zugewinne. Je nach Qualität und Größe wurden für Zwiebel Ernte 2017 lose, sortiert 30,00 -32,00 EUR/dt gezahlt. Eine Steigerung von 105% zum Vorjahreswert 2016 von 14,00 – 16,00 EUR/dt. Dieses Jahr konnte, wie auch bei vielen anderen Kulturen, zwei Wochen früher mit der Ernte begonnen werden. Die außergewöhnlich warmen Monate April und Mai machten dies möglich. Der Erzeugerpreis bei Einstieg lag für heurige Ernte geputzt, sortiert in der Kiste je nach Qualität und Größe bei 30,00 – 34,00 EUR/dt. Dies entspricht einer Steigerung von 20% gegenüber dem Vorjahr. Mit Zunahme der frischen Abladungen konnten nach und nach auch die Exporte wiederbelebt werden. Dem Erntefortschritt entsprechende Verfügbarkeiten wurden, auch aufgrund tadelloser Qualitäten, problemlos vom in- und ausländischen Markt absorbiert.

Apfellagerstand

Österreich gesamt / Menge in Tonnen

Laut der Erhebung der AgrarMarkt Austria lagerten in der Gesamtansicht der österreichischen Bundesländer mit Stichtag 1. Juli 2018 insgesamt 5.081 t Tafeläpfel gegenüber dem Vormonat (01.06.18) 11.403 t. Ein Abbau der Lager von 6.322 t. Bestände der einzelnen Bundesländer: Steiermark 5.029 t; Burgenland 32 t,  Wien 20 t.

Der Lagerbestand der einzelnen Sorten für die Steiermark: Insgesamt 5.029 t; davon-Golden Delicious 3.674 t;  Jonag/Novajo 396 t; Idared 298 t; Red Jonaprince 243 t; Gala 44 t; die Sorte Evelina 5 t und Fuji 5 t; Braeburn 4 t; Pinova 1 t.

Die Lager für Bio-Äpfel sind leer. Stand 01.06.18 / 198 t, entspricht somit dem Abbau der Lager von 198 t.

Apfel Indexentwicklung Österreich

Apfel Indexentwicklung ausgewählter Sorten

Stand: 20.Juli 2018, weitere Informationen unter der Quelle.

Quelle: Marktbericht der AgrarMarkt Austria für den Bereich Obst und Gemüse