Direkter Kontakt zwischen Interessenten und Herstellern: Rund 2000 Besucher beobachteten Obstbaugeräte im Praxiseinsatz. Quelle: SBB
Auch der Obstbau muss sich auf die künftige Wasserknappheit einstellen. Diese Erkenntnis nahmen die Besucher vom „Tag der Technik im Obstbau“ in Sinich bei Meran mit nachhause.

Autorin: Lena Schweigkofler | Quelle: Südtiroler Bauernbund

Der Klimawandel lässt grüßen: Das zeigte sich auch beim „Tag der Technik“ am Mittwoch, 18. Juli in Sinich. Alle zwei Jahre trägt der Absolventenverein Landwirtschaftlicher Schulen (ALS) diese wichtige Veranstaltung für den Südtiroler Obstbau aus. Am Ladtstätterhof des Gutsbetriebs Laimburg stellten 84 Teilnehmer ihre Geräte und Technologien zur Schau.
Sowohl Jakob Ganterer, Vorsitzender des Organisationskomitees im ALS, als auch Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler wiesen in ihren Eröffnungsreden unter anderem auf die Bedeutung der Mechanisierung für die Landwirtschaft hin, gingen aber auch auf das Schwerpunktthema „Bewässerung und Frostschutz“ ein.

Ganterer unterstrich die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage für die Landwirtschaft. Südtirol sei zwar mit viel Wasser gesegnet, aber durch den Klimawandel werde es auch hierzulande knapp. Das erfordere neue Maßnahmen, sagte er mit Blick auf die Landespolitik: „Um der Landwirtschaft auf lange Sicht die Wasserversorgung zu garantieren, müssen an trockenen Orten Speicherbecken gebaut werden. Aus meiner Sicht ist das der einzige Weg, auf zukünftige Trockenperioden vorbereitet zu sein“, forderte Jakob Ganterer.

2000 Besucher, 330 Maschinen

Der Tag der Technik ist traditionell Anziehungspunkt für Südtirols Bauern, aber auch für Experten und Interessierte aus dem gesamten Alpenraum und darüber hinaus. Auch Besucher aus entfernteren Obstbaugebieten – etwa aus Sachsen – nutzten die einmalige Gelegenheit, Geräte und Maschinen im konkreten Praxiseinsatz mitten in den Obstwiesen unter die Lupe zu nehmen. Rund 2000 Besucher sind heuer nach Sinich gekommen. „Das sind zehn bis 15 Prozent mehr als in den Jahren davor“, berichtet Ganterer. Zufrieden ist er ebenfalls über die 84 Aussteller, die rund 330 Maschinen präsentierten. Von Pflanzenschutztechniken über Hebebühnen bis zu Bodenbearbeitungsgeräten war alles dabei. Die Praxiswiesen des Gutshofs „Ladtstätterhof“ stellte der Agrarbetrieb Laimburg für den Tag der Technik im Obstbau auch in diesem Jahr wieder zur Verfügung.

Bewässerung und Frostschutz

Die Besucher interessierten sich für alle ausgestellten Themen. Im besonderen Mittelpunkt stand natürlich das Schwerpunktthema „Bewässerung und Frostschutz“. Besonders über die Mehrzweckberegnung informierten sich viele Bauern und Experten. Wohl vor allem auch deshalb, weil man damit nicht nur bewässern und Frostschutz betreiben, sondern darüber hinaus auch Blattdüngung und Pflanzenschutz in den Anlagen abdecken kann. Auch alternativer Frostschutz war vertreten: mit Öfen, Kerzen und Windflügeln.

Zukunft der Pflanzenschutztechnik

Bei der nachmittäglichen Podiumsdiskussion berieten Fachleute aus Forschung, Beratung und Technik, Hersteller, Politiker und Bauern über „Pflanzenschutztechnik und Anwender in der Zukunft.“ Laut Ganterer, der die Diskussion abschließend zusammenfasst, gab es zwar keine eindeutigen Ergebnisse, „aber wir haben schon über konkrete Lösungen nachgedacht.“ Ein Beispiel dafür sei die Verringerung der Abdrift durch das exaktere Einstellen der Sprühgeräte oder die Frage, inwieweit Hagelnetze zum Pflanzenschutz beitragen können.

Bei den Behandlungsmethoden im Pflanzenschutz habe sich indes nicht viel verändert: So laufen die mechanische Behandlung und jene mit Spritzmitteln bei den meisten Landwirten parallel. „Aber natürlich ist die mechanische Behandlung ein großes Thema im Obstbau“, sagt Jakob Ganterer. Ein Trend ist, dass Maschinenbauer mit ihren Maschinen und Geräten immer mehr auf steile Anbaulagen eingehen. Das kann die Arbeiten auf diesen Flächen deutlich erleichtern, ist Ganterer überzeugt.