Quelle: WUR

Vor vierunddreißig Jahren wurden zwei neue Apfelsorten erfolgreich im Mustang-Tal in Nepal eingeführt, die von einem Studenten mitgebracht wurden, der in Wageningen einen Kurs besucht hatte. Heute ist der Apfelsektor fünf Millionen Euro pro Jahr wert, aber er muss dringend mit neuen Kenntnissen und Fähigkeiten belebt werden.

Äpfel sind wichtig für die Wirtschaft des Mustang-Tals, das sich im Himalaya im Nordwesten von Nepal auf einer Höhe von 2.700 bis 3.000 Metern befindet. Rund 400 Apfelbauer sind dort ansässig und produzieren Red Delicious und Golden Delicious Äpfel. Diese Sorten werden in Nepal wegen ihres Geschmacks und ihrer Saftigkeit hoch geschätzt. Tatsächlich bezeichnen Fremdenführer die Region als die Apfelhauptstadt von Nepal.

Hochwertiger Sektor
Die Branche hat in dieser Region erheblichen Wert geschaffen. Neben dem Verkauf von Äpfeln selbst hat sich eine Industrie für die Verarbeitung der Früchte zu getrockneten Scheiben, Saft, Apfelwein, Calvados und Kuchen entwickelt. Insgesamt werden damit jährlich rund fünf Millionen Euro generiert. Dies ist eine bedeutende Summe im Kontext der nepalesischen Wirtschaft, und das Einkommen wirkt sich auf viele Haushalte in dieser Region aus.

Großvater des Apfels
Alles begann im Jahr 1985, als Buddhi Ratna Sherchan in Wageningen am Internationalen Landwirtschaftszentrum, dem heutigen Wageningen Center for Development Innovation, Teil von WUR, einen Kurs über Gartenbau besuchte. Er besuchte die niederländische Forschungsstation, die sich auf Obstbäume spezialisiert hat, und schaffte es, Wurzelstöcke zweier Sorten nach Nepal zurückzubringen: den Red Delicious und den Golden Delicious. Er brachte auch das Wissen mit, wie man mit den Apfelsorten umgehen und sie verbreiten sollte: Wissen, das er während des Kurses in Wageningen erworben hatte. Die Einführung der Äpfel war ein Erfolg und hat die Wirtschaft im Laufe der Jahre verändert. Herr Sherchan ist in der Region als „Großvater des Apfels“ bekannt geworden.

Neue Probleme
Der nepalesische Apfelsektor hat jedoch jetzt Probleme. Die Bäume sind alt und die Produktion nimmt ab. Schädlinge und Krankheiten treten regelmäßiger auf, und die Landwirte wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Landwirte müssen auch ihre Beschneidungsfähigkeiten auffrischen, und sie brauchen Lösungen für Hagel, die die Früchte in dieser Region regelmäßig schädigen. Sie sind auch bestrebt, neue Apfelsorten auszuprobieren, die für das Bergklima widerstandsfähiger sind oder sogar noch besser schmecken. All diese Fragen müssen angegangen werden, um den Erfolg der Vergangenheit des Apfelsektors dieses Landes in der Zukunft zu sichern.

Maßgeschneidertes Training
Deshalb hat der Apfelbauer-Verein des Mustang Valley das Wageningen Center for Development Innovation gefragt, ob es bei einem neuen Schulungsprogramm helfen könnte. Dazu hat sich das Wageningen Center for Development Innovation mit der Wageningen Plant Research in Randwijk und dem PUM-Programm zusammengetan. Für die nepalesischen Apfelbauern, die vor Ort geliefert werden, wird ein maßgeschneidertes Schulungsprogramm entwickelt. An der Ausbildung werden niederländische Unternehmen beteiligt, darunter eine Obstproduktions- und -vermarktungsgesellschaft sowie ein Hersteller von Apfelunterlagen. Der Kurs konzentriert sich auf die Modernisierung der Bewirtschaftung der Obstplantagen, die Verbesserung der Lagerung und die Lösung von Problemen mit Schädlingen und Krankheiten. Außerdem werden neue Sorten eingeführt und die Landwirte darin unterrichtet, wie diese Sorten auf ihre Fähigkeit zur Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten getestet werden können. Ein Projektvorschlag wurde ausgearbeitet und wird dem potenziellen Sponsor Nuffic zur Finanzierung des Schulungsprogramms vorgelegt.