Im Rahmen eines Pressefrühstücks auf der IFFA gaben die Geschäftsführenden Direktoren von MULTIVAC Hans-Joachim Boekstegers (CEO) im Bild rechts und Guido Spix (CTO/ COO) einen Überblick über die aktuelle Geschäftsentwicklung. Quelle: MULTIVAC
Im Rahmen eines Pressefrühstücks auf der IFFA gaben die Geschäftsführenden Direktoren von MULTIVAC Hans-Joachim Boekstegers (CEO) und Guido Spix (CTO/ COO) einen Überblick über die aktuelle Geschäftsentwicklung, die MULTIVAC Verpackungstrends sowie einige der vielen Produktinnovationen am Messestand.

„Entgegen dem allgemeinen Markttrend entwickelt sich unser Geschäft weiterhin relativ gut“, erklärte Hans-Joachim Boekstegers. „Wir verzeichnen eine positive Entwicklung in allen Geschäftsbereichen und unsere Produktionskapazitäten sind voll ausgelastet. Mit einem Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro konnte die MULTIVAC Unternehmensgruppe 2018 ein Umsatzwachstum von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr er-zielen. Auch für das laufende Geschäftsjahr rechnen wir trotz zahlreicher Unwägbarkeiten mit einem Umsatzwachstum in der Größenordnung von zehn Prozent.“

Investitionen in das weltweite Produktionsnetzwerk

Der weitere Ausbau der Produktionskapazitäten hat auch zukünftig eine hohe Priorität. So wurde 2018 eine neue Produktionsstätte in Bulgarien in Betrieb genommen, die ein Fabrikgebäude für die Teileproduktion der Unternehmensgruppe sowie ein modernes Logistikzentrum, ein Trainingscenter und ein Verwaltungsgebäude umfasst. Am Standort Wolfertschwenden befindet sich aktuell ein neues Kompetenzzentrum für Slicer und Automatisierungslösungen im Bau, das 2020 fertiggestellt wird. Auf ca. 17.000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen zudem 180 modernste Büroarbeitsplätze und flexibel nutzbare Konferenz- und Veranstaltungsräume. Am Standort Bruckmühl werden für die MULTIVAC Tochtergesellschaft TVI auf rund 9.000 Quadratmetern „auf der grünen Wiese“ Verwaltung und Produktion konzentriert. Dort wird aktuell ein neues Kompetenzzentrum für Fleischportionierer gebaut, das ebenfalls 2020 in Betrieb genommen wird. Highlight ist ein auf die Bedürfnisse der Kunden ausgelegtes Anwendungszentrum. Darüber hinaus plant MULTIVAC in Taicang (China) die Herstellung von Verpackungsmaschinen und deren peripheren Komponenten. Neben einer Fertigung werden auch die Bereiche Entwicklung und Konstruktion dort aufgebaut. Der Produktionsstart ist für Ende 2019 geplant.

Kreislaufwirtschaft für Kunststoff-Verpackungen

„In der aktuellen Debatte um Kunststoffverpackungen gehen einige wichtige Aspekte oft unter“, erklärte Hans-Joachim Boekstegers. „So verlängern Kunststoffverpackungen die Haltbarkeit von Lebensmitteln wesentlich und sorgen tendenziell dafür, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden.“ Zudem habe die Verpackungsindustrie bereits einen deutlichen Optimierungsprozess vollzogen und den Verbrauch an Kunststoffen zur Packungsherstellung deutlich reduziert. „Verpackungskonzepte müssen den gesamten Lebenszyklus einer Verpackung berücksichtigen und sich auf den Produktschutz des Packguts fokussieren“, sagte Hans-Joachim Boekstegers. „Unsere Maschinen sind so ausgelegt, dass sie bereits heute alternative Packstoffe verarbeiten können bzw. sich entsprechend nachrüsten lassen. Mit unserer langjährigen Erfahrung im Bereich der Verpackungstechnologie bieten wir Kunden einen Mehrwert, indem wir die Entwicklung von nachhaltigen Verpackungen unterstützen, die einen maximalen Produktschutz bei minimalem Footprint bieten.“ Das MULTIVAC Portfolio umfasst verschiedene nachhaltige Verpackungskonzepte, die zur Packstoffreduzierung bei der Verpackungsherstellung beitragen. Weitere Konzepte basieren auf der Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen bzw. von recyclingfähigen Materialien, wie beispielsweise Monomaterialien oder faserbasierten Packstoffen.


MULTIVAC X-line und MULTIVAC Pack Pilot

Guido Spix gab einen Überblick über die Produkthighlights am Messestand: „Digitalisierung ist bei MULTIVAC elementarer Baustein bei der Entwicklung von neuen Produkten und wird als solcher konsequent in den Verpackungslösungen umgesetzt. Nachdem wir die Tiefziehverpackungsmaschinen RX 4.0 bereits 2017 auf der interpack präsentiert haben, stellen wir nun mit dem Traysealer TX 710 eine weitere Maschine der X-line Serie vor. Der neue Traysealer zeichnet sich durch ein robustes Maschinenkonzept und eine intelligente Ansteuerung aus, die ein Maximum an Leistung, Zuverlässigkeit und Flexibilität gewährleisten.“

Mit dem MULTIVAC Pack Pilot steht für beide Maschinen der X-line eine Cloud-basierte Software zur Verfügung, die Maschinenbediener bei der optimalen Einstellung der Verpackungsmaschine unterstützt. Er gewährleistet einen größtmöglichen Ausstoß, eine gleichbleibend hohe Packungsqualität sowie ein Maximum an Prozesssicherheit.

Nicht zuletzt wurde der neue Traysealer TX 710 auf der IFFA mit dem renommierten Branchenpreis „Fleischerei Technik Award 2019“ in der Kategorie Verpackungstechnik ausgezeichnet.

Komplettlösungen für das Schneiden und Verpacken von Fleisch und Wurst

In Frankfurt werden zudem drei Verpackungslinien präsentiert, in die jeweils ein Slicer bzw. ein Portionierer integriert sind. Neben der effizienten Anbindung der Schneidsysteme an die nachgelagerten Verpackungsmaschinen liegt ein besonderes Augenmerk auf der produktschonenden Übergabe der geschnittenen Produkte in die jeweilige Packungskavität. Hierfür bietet MULTIVAC unterschiedliche wegweisende Lösungen wie beispielsweise den Horizontal Loader oder diverse Handhabungslösungen an, die eine produktschonende und hygienische Beladung der geschnittenen Produkte in die Packungskavitäten gewährleisten – bei einem minimalen Footprint.


MULTIVAC zählt zu den Gründungsmitgliedern der Open Industry 4.0 Alliance

Im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie hat MULTIVAC gemeinsam mit anderen europäische Unternehmen aus den Branchen Maschinenbau, Industrial Automation und Software die Gründung der Open Industry 4.0 Alliance mit einer detaillierten Kooperationsvereinbarung vorangetrieben. „Die Mitglieder beabsichtigen die Schaffung eines standardisierten und offenen Ökosystems für den Betrieb von hochautomatisierten Fabriken, Anlagen und Logistikzentren. Ziel ist es, proprietäre Insellösungen zu überwinden und dafür zu sorgen, dass bis zu 80 Prozent der Maschinen in einer Smart Factory die gleiche Sprache sprechen“, erklärte Guido Spix. Die Firmen planen auf Basis existierender Standards wie I/O Link, OPC UA und RAMI – ein sogenanntes Open Industry 4.0 Framework zur An-wendung zu bringen.