Martin Bayer, Leiter der Baumschule Martin Bayer in Haar. Er gibt Tipps worauf es beim Baumschnitt ankommt. Foto: GHM

Im Februar und März ist die beste Zeit Obstbäume und Blütensträucher zu schneiden, damit sie im Sommer viel Ertrag bringen und wundervoll blühen. Vom 13. bis 17. März 2019 gibt es auf der Garten München Infos und Tipps von Experten sowie das passende Werkzeug und Produkte, die das Leben im Garten noch schöner machen.

„Man muss einen Hut durch die Baumkrone werfen können, dann ist er richtig geschnitten und bringt im Sommer viel Ertrag ein“, sagt Martin Bayer, Geschäftsführer der Baumschule Martin Bayer in Haar. Er leitet die Baumschule in dritter Generation und stützt sich mit seiner Aussage auf die Erfahrung und Weisheit der alten Gärtner. Der Baumschnitt selbst ist wichtig für den Ertrag eines Baums. „Wenn wir einen Obstbaum einfach wachsen lassen, werden wir über die Jahre immer weniger Früchte am Baum haben.“ Der regelmäßige Rückschnitt ist auch bei Hecken wichtig und führt zu dichten geschlossenen Hecken. Bei Blütensträuchern sorgt der gekonnte Rückschnitt dafür, dass der Strauch von unten belaubt bleibt und fördert eine üppige Blütenpracht.

Wer seine Bäume und Sträucher wie ein Profi schneiden möchte, bekommt von Martin Bayer Tipps. Vom 13. bis 17. März 2019 ist er mit seinem Showgarten auf der Garten München anzutreffen. Er ist einer der über 100 Aussteller, die auf Süddeutschlands größter Indoor-Gartenmesse umfassend beraten und mit ihren Pflanzen, Werkzeugen, Outdoor-Möbeln und Grillgeräten das Leben unter freiem Himmel bereichern.

Was man beim Baumschnitt unbedingt beachten sollte:

Prinzipiell kann jeder seine Bäume und Sträucher selbst schneiden. Wichtig ist dabei allerdings, sich über die Grundsätze eines Rückschnitts für die jeweilige Baum- und Strauchart zu informieren. So gibt es zum Beispiel große Unterschiede beim Schnittzeitpunkt. Obstbäume, Blütensträucher wie Rosen und Wildsträucher werden im Februar und März vor dem Austrieb geschnitten. Für den Schnitt von Hecken und Formgehölzen sind die Sommermonate von Juni bis Mitte September ideal, wenn die Pflanzen bereits fertig ausgetrieben sind.

Viele schneiden Obstbäume schon im Dezember. „Das ist nicht gut“, sagt Martin Bayer. „Zu diesem Zeitpunkt sind die Bäume noch nicht ganz in Winterruhe, es ist noch etwas Saft im Baum. Bei starkem Frost frieren die Schnittstellen und platzen auf. Dadurch gibt es Schäden am Baum.“

Wichtig ist außerdem das richtige Werkzeug zu verwenden:

  • Eine scharfe Rosenschere oder Obstschere mit ziehendem Schnitt für dünnere Äste und Zweige bei Sträuchern und Obstbäumen
  • Eine scharfe Säge für den Verjüngungsschnitt von Obstbäumen  Eine scharfe Heckenschere für Hecken und Formgehölze
  • Eine Motor-Heckenschere für einen starken Heckenrückschnitt nach längeren Schnittpausen
  • Eine Leiter nach Bedarf, dabei unbedingt auf einen sicheren Stand achten

Passendes Werkzeug gibt es bei den Ausstellern der Garten München zu kaufen. Vorabinformationen finden Besucher im Marktplatz auf der Messewebsite.

Obstbäume: Fruchtholz und Laubholz unterscheiden

Wieviel abgeschnitten werden muss, unterscheidet sich von Baum zu Baum. Kernobstbäume, wie beispielsweise Apfelbäume, werden stärker zurückgeschnitten als Steinobstbäume wie Zwetschgenbäume. Zudem unterscheidet man zwischen verschiedenen Schnittarten: dem Verjüngungsschnitt und Erhaltungsschnitt bei älteren Pflanzen und dem Erziehungsschnitt bei jüngeren Bäumen, der das Wachstum des Baums so beeinflusst, dass er die gewünschte Wuchsform erreicht.

Beim Apfelbaum kann man verschiedene Knospenarten erkennen: Frucht- und Blattknospen. Fruchtknospen sind relativ dicke Knospen, Laubknospen sind viel kleiner und sitzen eng am Ast. Ziel des Baumschnitts ist es möglichst viel Licht in den Baum zu bekommen, dadurch die Reife des Obstes zu fördern und möglichst viele Äpfel zu ernten. Darum ist es wichtig darauf zu achten Fruchtholz mit Fruchtknospen stehen zu lassen und das Laubholz mit den Blattknospen etwas zu dezimieren. Die Schere wird beim Schneiden prinzipiell immer oberhalb einer Knospe angesetzt, das heißt zirka ein Zentimeter über einer Knospe wird abgeschnitten. So kann das Holz eintrocknen und später bilden sich keine Pilze.

Gerade bei Obstbäumen dürfen auch dickere Äste ausgeschnitten werden. Das bringt viel Licht im Baum und eine reiche Ernte. Wichtig ist, dass Äste, die aneinander reiben können, ebenso ausgeschnitten werden wie Äste mit Hagelschäden. Außerdem sollte der Baum in der Höhe begrenzt werden, das erleichtert die Ernte. Ist ein Ast dicker als ein zwei Euro Stück, sollte man zur Säge greifen. Mit einer Fuchsschwanzsäge können die Äste selbst in den Astachsen im gewünschten Winkel abgeschnitten werden. Beim Sägen wird kurz über dem Abzweig geschnitten, ein kleiner Stummel bleibt dabei stehen, damit der Ast nach dem zurücktrocknen der Schnittstelle seine Statik behält. Wenn die Säge einen ausgefransten Schnittrand hinterlässt, muss sie mit einem Messer geglättet werden.

Es ist wichtig beim Zurück-schneiden eines Apfelbaums zwischen Fruchtholz und Laubholz zu unterscheiden. Außerdem ist es wichtig das richtige und scharfes Werkzeug zu verwenden. Foto: GHM

Spannende Expertenvorträge im Forum der Garten München

Im Rahmenprogramm der Garten München bekommen Besucher viele spannende Informationen und Tipps zur Pflege und Gestaltung des individuellen Traumgartens. Am Mittwoch, 13.03. um 15 Uhr informiert Gartenexperte Dieke van Dieken zum Thema „Stauden, auf die Bienen und Schmetterlinge fliegen“.

Biogärtner Christian Herb gibt in verschiedenen Vorträgen Tipps zum Anbau und zur Pflege von bunten Tomaten, verrät wie Heilkräuter auf dem Balkon gedeihen und wie Gemüseraritäten den Speiseplan bereichern. Gärtnermeister Markus Eppenich erklärt den Weg zum eigenen Traumgarten und worauf es bei der Planung und Umsetzung ankommt.

Biogärtner Christian Herb informiert in seinem Vortag im Forum der Garten München über den Anbau und Pflege von bunten Tomaten, Heilkräutern und Gemüseraritäten. Foto: GHM

Das komplette Rahmenprogramm gibt es unter www.garten-muenchen.de/programm.