Apfel - Preisentwicklung Österreich - Durchschnittlicher, gewichteter Großhandelspreis, konventionell, KL. I, ab Rampe in EUR/kg, ohne USt., Klasse I, sämtliche Verkaufseinheiten Quelle: AMA

Apfelpreise werden fester, Lagerbestand schmilzt dahin

Nach den letzten, sehr intensiven Vermarktungswochen beruhigten sich die Geschäfte landläufig, wenngleich sich der Absatzmarkt für Tafeläpfel auch im April äußerst aufnahmefähig zeigte.

Der Rekordernte 2018 geschuldet, war im Beobachtungszeitraum des letzten Jahres, Lagerentlastung um jeden Preis angesagt. Umso mehr ist heuer taktisches Verkaufsgeschick gefragt. Die Mengen werden knapp und die Preise zusehends fester. Dem Trend folgend, könnten diese auch im letzten „Hauptliefermonat“ Mai weiter anziehen.

Die Bestätigung des anhaltenden Aufschwungs für April erfolgt durch die von der AMA bundesweit erfassten Großhandelspreise heimischer Hauptsorten aus konventioneller Produktion. Gala verfestigte sich gegenüber März mit durchschnittlich 0,81 EUR/kg um 10%. Golden Delicious mit 0,63 EUR/kg um 11 % und Jonagold kostete im April sortiert und verpackt, ab Rampe, im Durchschnitt 0,74 EUR/kg (+6 % zum Vormonat) und erreichte damit den höchsten Stand seit 18 Monaten. Sortenübergreifend legte der Verkaufspreis um durchschnittlich 12 % gegenüber März und 37 % gegenüber dem korrespondierenden Vorjahreswert zu.

Der von der Agrarmarkt Austria erhobene Lagerbestand an österreichischen Tafeläpfel (bio & konv.) wies mit Stichtag 01.04. 47.476 t auf und befindet sich damit, konventionelle Ware betrachtet, rund 25 % unter dem 5jährigen Durchschnitt.

Freilich sind die Minderernten 2016, 2017 und dass darauffolgende Rekordjahr 2018 naturgemäß nur bedingt repräsentativ. Mit Fortschreiten der Saison werden die Regalreihen lichter. Kronprinz Rudolf, Elstar und Granny Smith sind bereits, oder werden zeitnah auslaufen und der wichtige Exportapfel Gala geht voraussichtlich Ende Mai bzw. Anfang Juni zu Neige.

Auch der aggregierte Lagerbestand der 4 größten europäischen Produzentenländer (PL, IT, FR, DE) hinkt dem Vorjahr um rund 23 % hinterher.

Bekanntlich hatte es Polen, aufgrund von Spätfrösten 2019, besonders schwer erwischt. Eine massive Preiskorrektur (+160 % im März) und eine Halbierung des Bestandes (Stand 01.04) zum Vorjahr ist das Resultat dessen.

Österreichische Tafeläpfel sind weiterhin auf internationalen Märkten gefragt und präsent. Natürlich auch und gerade wegen Polens Abwesenheit, werden im heurigen Wirtschaftsjahr starke Abflüsse in Richtung Deutschland, Spanien und Skandinavien verzeichnet. Osteuropa spielt, nicht zuletzt wegen des hohen Preisniveaus, eine untergeordnete Rolle. In welchem Ausmaß die vergangenen Frostnächte die Qualität und Erntemenge 2020 beeinflussen werden, ist zurzeit schwer zu sagen zumal auch noch die „Eisheiligen“ Mitte Mai ins Haus stehen. Dass es bereits regional zu großen Schäden gekommen ist, ist Tatsache. Mehr Klarheit dazu wird es Ende Mai, Anfang Juni geben.

Karottenmarkt bleibt stabil

Weiterhin gab es im April starke Umsätze bei Lagergemüse. Der niederösterreichische Erzeugerpreis für Karotten präsentierte sich unterdessen mit 42,50 EUR/dt von seiner stabilen Seite und auch der von der AMA erhobene Großhandelspreis für Speisekarotten, gewaschen, sortiert und verpackt wertete im April mit durchschnittlich 0,63 EUR/kg annähernd unverändert zum Vormonat März. Die Mengen werden schon recht überschaubar und viele Vermarkter haben ihre Rollläden bereits heruntergelassen. Die verbleibenden Mengen sind überwiegend vertraglich gebunden und werden auf heimischen Parkett abgesetzt.

Lebendiger Absatz von österreichischen Speisezwiebel

Der Großhandelspreis für Speisezwiebel, sortiert und verpackt wertete mit durchschnittlich 0,34 EUR/kg, mit leicht steigender Tendenz, auf Vormonatsniveau. Sowohl Ostern, als auch der allgemein gesteigerte Inhouse- Konsum, ließen den Abverkauf im Inland auch im April auf hoher Frequenz weiterlaufen. Exporte werden laufend getätigt, wenngleich hier markante preisliche Zugeständnisse Türöffner darstellen.

Speisekartoffel sind gefragt, Handel mit Verarbeitungsware eingefroren

Mit 25.00 EUR/dt ist der niederösterreichische Erzeugerpreis von Speisekartoffeln festkochend nach wie vor unverändert. Die alterntige Lagerware wird aus heutiger Sicht bis Anfang Juni reichen und Pfingsten als Start der heimischen Heurigensaison angepeilt. Während die Läger von Speiskartoffeln also in absehbarer Zeit besenrein sind, haben Vermarkter von Verarbeitungsware massive Absatzprobleme.

Man spricht derzeit europaweit von etwa 2,7 Mio Tonnen überschüssige Verarbeitungskartoffeln. Der Markt ist, seit dem Corona bedingten Lockdown, völlig zusammengebrochen. In einigen nordeuropäischen Ländern sperren die Stärkefabriken, welche ihren Kampagnenbetrieb bereits abgeschlossen hatten, wieder auf und verarbeiten den überschüssigen Rohstoff aus der Verarbeitungsindustrie. Negative Auswirkungen auf den Kartoffelstärkemarkt, der vor der Krise sehr gut aufgestellt war, sind zu befürchten.

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