Die Äpfel der OG Zwölfmalgreien und der OG Kaiser Alexander werden künftig gemeinsam vermarktet.
Bei den außerordentlichen Vollversammlungen Ende Juni sprachen sich die Mitglieder der Obstgenossenschaften Zwölfmalgreien und Kaiser Alexander mehrheitlich für die Fusion aus. Eindeutig war das Ergebnis der OG Zwölfmalgreien: 95,5 Prozent der Anwesenden stimmten dafür. Trotz der Skeptiker und Gegner unter den Mitgliedern der OG Kaiser Alexander, erreichten die Befürworter auch hier rund 75 Prozent.
Urban von Klebelsberg, Obmann der Obstgenossenschaft Zwölfmalgreien

Urban von Klebelsberg, Obmann der Obstgenossenschaft Zwölfmalgreien, zeigt sich zufrieden über das Abstimmungsergebnis: „Wenn man die beiden Ergebnisse zusammenwürfelt, ergibt das sogar eine Zustimmung von 85 Prozent und das ist sehr positiv“, so von Klebelsberg. Aus seiner Sicht geht es jetzt mit voller Kraft weiter in Richtung Zusammenführung der Teams und der anderen Bereiche wie Verkauf und Organisation. Ein Treffen mit den Vertretern der Gewerkschaft gab es bereits.

Nach den vorgesehenen formellen Schritten, wie die Eintragung der neuen Genossenschaft beim Notar, läuft bis Anfang Juli eine Eingabefrist. In dieser Zeit bleibt die Fusionsakte einsehbar und kann beanstandet werden. Spätestens in den ersten Septembertagen ist die Eingliederung der Obstgenossenschaft Kaiser Alexander in die Obstgenossenschaft Zwölfmalgreien rechtswirksam.

Im September findet dann auch die Wahl des neuen Vorstandes mit Obmann und Vizeobmann statt. Dabei soll zunächst beiden Ursprungsgenossenschaften eine gleichmäßige Vertretung in der Führungsgruppe garantiert werden. Mit „Obstgenossenschaft Laurin“ haben sich die Vorstände der beiden Genossenschaften für einen sprachneutralen neuen Namen mit starkem, lokalem Bezug entschieden. Das passende Logo wird derzeit ausgearbeitet.

Norbert Paoli, Obmann der Obstgenossenschaft Kaiser Alexander

Norbert Paoli ist der Obmann der Obstgenossenschaft Kaiser Alexander. Auch er ist mit dem Abstimmungsergebnis zufrieden: „Die Vollversammlung ist im Wesentlichen recht gut gegangen“, meint Paoli. Er führt die besondere Situation der OG Kaiser Alexander an, der sich im Vorfeld zwei Partner (OG Zwölfmalgreien und OG Grufrut) für eine Fusion angeboten hatten und verweist auf die unterschiedlichen Präferenzen der Mitglieder.

Aus der Sicht des Obmannes sprechen die Zahlen jedoch eindeutig für das Projekt mit der OG Zwölfmalgreien: „Es bietet südtirolweit eine einmalige Perspektive: einen kompletten Neubau, der mit Eigenmitteln finanziert werden kann.“ Dabei beruft er sich auch auf Siegfried Pohl, den führenden Projektanten im Südtiroler Genossenschaftswesen, der die Vorteile eines solchen Projektes ebenfalls unterstreicht, v.a. im Hinblick auf die Kosteneinsparung. Trotzdem war der Weg zum vorliegenden Abstimmungsergebnis alles andere als einfach.

Vor allem Obmann und Vorstand der OG Kaiser Alexander mussten viel Überzeugungsarbeit für die Fusion mit der OG Zwölfmalgreien leisten. Paoli dazu: „Unter den beschriebenen Bedingungen muss es auch Raum für eine demokratische Auseinandersetzung geben. Befürworter wie Zweifler und Gegner der Fusion konnten über Monate im Rahmen von mehreren Infoveranstaltungen ihre Positionen und Argumente darlegen. Leider war die Debatte teilweise von starken Emotionen begleitet, wodurch eine rationelle Bewertung des Für und Wider für manche Mitglieder erschwert wurde.“

Für die kommenden Monate bleibt es noch eine heikle Aufgabe, die Unruhe unter den Mitgliedern der Kaiser Alexander zu besänftigen. Von Klebelsberg sieht hier noch eine der Hausaufgaben bei der Partnergenossenschaft: „Wir müssen jene Mitglieder überzeugen, die sich mit der Entscheidung noch nicht anfreunden können. Das ist das Wichtigste.“

Beide Obmänner zeigen sich jedoch erfreut über die optimale Verzahnung bei der Personalsituation. Paoli: „Durch den Abgang des Geschäftsführers der OG Zwölfmalgreien wird unser Geschäftsführer, Martin Egger, die Geschäftsführung der OG Laurin übernehmen und Birgit Gostner, die derzeitige Verwaltungsleiterin der OG Zwölfmalgreien, den Verwaltungsbereich.“

Als Prozess- und Betriebsverantwortlicher hat sich inzwischen ebenfalls ein Experte gefunden. Zudem wird auch die Geschäftsführung, vor allem im Verkauf durch einen Neuzugang unterstützt. Bis zum Neubau wird in den beiden bestehenden Betrieben weitergearbeitet. Die Zuständigen rechnen aber bereits in dieser Phase mit deutlichen Einsparungen und Synergieeffekten.

Für die Mitglieder ändert sich einstweilen nicht viel. Einige der Ex-Zwölfmalgreiener Mitglieder, die Wiesen im Einzugsgebiet der Kaiser Alexander haben, freuen sich allerdings jetzt schon, dass sie ihre Ernte bereits im Herbst in Leifers anliefern können und nicht mehr nach Bozen fahren müssen.

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