Bild: Lebensmittelfotos (pb)
Schweiz – Marktbericht Früchte und Gemüse, September 2019
Eisbergsalat gehört zu den beliebtesten Salaten der Schweiz. Doch nicht jeder Eisbergsalat wird als Ganzes gekauft. So gehen im Schweizer Detailhandel rund 25 Prozent der verkauften Mengen als fertig abgepackte, geschnittene Ware an den Kunden. Für diesen Verarbeitungsschritt sind die Käufer bereit, um einiges tiefer in die Tasche zu greifen.

Dies zeigt eine Betrachtung der Detailhandelsdaten von Nielsen Schweiz über die letzten drei Jahre. Die als verzehr- oder küchenfertig angebotenen Produkte kamen zum weitaus grössten Teil (98%) aus konventioneller Produktion. Im Bio-Segment machte geschnittener Eisberg mit einem durchschnittlichen Wochenabsatz von rund einer Tonne lediglich sechs Prozent der Gesamteisbergverkäufe aus.

Leichter Abwärtstrend

In den letzten zwölf Monaten wurden 2’359 t geschnittene Eisbergsalate verkauft (Bio + konventionell). Das ist weniger als in den beiden Vorjahren, in denen jeweils rund 2’490 t verkauft wurden. Damit verläuft die Absatzentwicklung leicht rückläufig und damit ähnlich derjenigen des ungeschnittenen Eisbergsalates.

Saisonschwankungen bei ganzen Köpfen

Um den Saisonverlauf zu veranschaulichen, werden im Folgenden monatliche Daten dargestellt, bei denen es sich um die durchschnittlichen Wochenverkaufsmengen des jeweiligen Monats handelt. Bei Betrachtung der letzten drei Jahre zeigt sich, dass ungeschnittene Eisbergsalate deutlich stärkere Mengenschwankungen aufwiesen als geschnittene Produkte.

Dies ist sowohl bei Bio als auch bei konventionell produziertem Eisbergsalat der Fall. Vor allem im Frühjahr in den Monaten März und April wurden Eisbergsalate nachgefragt, wohingegen der Oktober ein verkaufsschwacher Monat war. Geschnittener Eisbergsalat hat den höchsten Marktanteil im Mai, in dem er in allen drei Jahren 28 % des Eisbergabsatzes ausmachte. Auch im Oktober hatte geschnittener Eisberg einen hohen Anteil an den Gesamtabsätzen. Dies allerdings vor allem deshalb, weil besonders wenig ungeschnittene Eisbergsalate gekauft wurden.

Geschnittener Eisbergsalat etwa doppelt so teuer

Wenn sich ein Konsument für geschnittenen Eisbergsalat entscheidet, zahlt er einen deutlich höheren Preis. Dies zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen Monatspreise der verkauften Eisbergsalate. Dabei ist zu beachten, dass ungeschnittener Eisbergsalat im Detailhandel typischerweise zu einem Stückpreis angeboten wird, welcher hier in Kilogramm umgerechnet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre war geschnittener Eisberg mit 9.51 CHF/kg etwas mehr als doppelt so teuer wie ungeschnittener (4.56 CHF/kg, +108 %).

Bei Eisbergsalat in Bio-Qualität fiel die Preisdifferenz geringfügig kleiner aus. Im Bio-Segment kosteten geschnittene Produkte durchschnittlich 14.84 CHF/kg und ganze Salatköpfe 7.73 CHF/kg (Unterschied +92 %). Klar erkennbar bei ungeschnittenem Eisberg ist der Preissprung im Mai. In diesem Monat kommt vermehrt Inlandware auf den Markt, welche teurer produziert wird als ausländische Ware. Auf Importe wird, sofern keine Zollkontingente freigegeben werden, von Mitte April bis Mitte November ein hoher Zollansatz angewendet, wodurch die Inlandproduktion vor ausländischer Konkurrenz geschützt wird. Die Preise von geschnittenem Eisberg weisen diesen Preissprung nicht auf und verlaufen generell deutlich stabiler. Gemäss Branchenexperten kann dies daran liegen, dass im Convenience Bereich oft Jahrespreise auf Basis von Durchschnittspreisen mehrerer Ernten gemacht werden. Folglich ist der Preisabstand zu ungeschnittenem Eisberg im Mai am kleinsten.

Markt aktuell

Warenkorb
Der gesamtschweizerische Warenkorb kostete im September 62.63 CHF und war damit 10% günstiger als im September des Vorjahres.

Grosshandelspreise
Der Preis für Schweizer Rispentomaten stieg im Vergleich zum Vormonat in beiden betrachteten Ab-satzkanälen an. Mit einem Preis von 2.33 CHF/kg franko klassischer Detailhandel und 2.51 CHF/kg franko Gastronomie & Gastronomiegrosshandel waren Rispentomaten (Offenware) deutlich teurer als im Vorjahresmonat, in dem sie einen Preis von 1.71 bzw. 1.75 CHF/kg erzielten. Ein wesentlicher Grund dürfte das knappe Angebot aufgrund hitze-bedingter Ertragsausfälle sein.

Importe
Bei Tomaten (Rispe, rund und Fleisch) wurden für Ende August Zollkontingente freigegeben, weshalb es gerade in den letzten Augusttagen vermehrt Im-porte gab. Insgesamt wurden im August 669 t dieser Tomaten eingeführt, was der fast dreifachen Menge des Vorjahresmonats (225.7 t) entspricht.

 

Ganzer Marktbericht Früchte und Gemüse (PDF, 822 kB, 11.10.2019)