Das Mega-Treibhaus der Genossenschaft Gemüseerzeuger Seeland (GES) hätte 80 Hektaren gross werden sollen. Nun wurde das Projekt von den Initianten gestoppt. (landwirtschaft.ch / Marcel Chassot)

Die Genossenschaft Gemüseerzeuger Seeland (GES) hat das Projekt gestoppt. Zu groß war der Widerstand gegen das größte Gewächshaus der Schweiz.

2017 wurden Pläne der GES bekannt, nach denen sie ein Treibhaus auf einer Fläche von 80 Hektaren (entspricht 110 Fussballfeldern) bauen wollten. In Frage kamen zwei Standorte – der eine bei Ins (BE), der andere bei Kerzers (FR).

Die Genossenschaft versprach sich eine nachhaltigere und ökologischere Gemüseproduktion: Statt Gurken, Tomaten und Peperoni in großem Stil zu importieren, sollten sie im Seeland wachsen. Im Freien lohnt sich der Anbau in vielen Fällen nicht oder funktioniert aus klimatischen Gründen schlecht wie die SDA weiter schreibt.

Das riesige Gewächshaus sollte es ermöglichen, Gemüse mit deutlich weniger Energie und Wasser zu produzieren. Doch bei einer Art Vernehmlassung im vergangenen Jahr gab es starken Gegenwind von verschiedenen Seiten, wie der Geschäftsführer Sam Zurbrügg berichtete. Er sagt aus, dass das Projekt nun gestoppt wird.

Vorbehalte von allen Seiten

Zwar wären mehr als 100 Arbeitsplätze geschaffen worden, doch die Gemeinden rundum hätten signalisiert, dass sie an dieser Art von Arbeitsplätzen nicht interessiert seien zumal Erntehelfer keine guten Steuerzahler sind, so Sam Zurbrügg laut SDA.

Vorbehalte hatte auch der Kanton Bern, der nur noch eine geringe Reserve an Fruchtfolgeflächen hat. Die Frage sei, ob man diese für Treibhäuser einsetzen wolle, sagten Kritiker. Denn der Boden eines Gewächshauses gilt nicht als Fruchtfolgefläche – auch wenn das Kritiker für absurd halten, da ja gerade Gewächshäuser zu mehr Ernährungssicherheit beitrügen.

Widerstand kam auch von Landschaftsschützern, die eine großflächige „Verglasung“ des Seelands befürchteten.

Neues Projekt im Auge

Auch wenn die Pläne für ein Mega-Treibhaus nun vom Tisch sind: Vom Sinn des Projekts ist die Genossenschaft nach wie vor überzeugt. Sie fasst nun ins Auge, mehrere kleinere Gewächshäuser zu bauen. Eines davon wäre etwa zehn Hektaren groß.