MIO – Marktinformation Ost

Mecklenburg-Vorpommern

Am bisherigen Preisniveau für Packbware hat sich nichts geändert. Für die kommende Woche wurden Aufgelder angekündigt. Nach wie vor wird frische Ware direkt vom Feld
abgepackt, parallel wird eingelagert. Die Kartoffelernte ist vielerorts noch voll im Gange, teils wird aufgrund der ausgetrockneten Flächen die doppelte Zeit als üblich für das
Roden benötigt. Die Kartoffelqualität bereitet Probleme. Marktteilnehmer berichten von Fäulnisbefall (Erwinia), Rhizoctonia, Eisenfleckigkeit, Schorfbefall und vorzeitigem
Keimen. Bevorratungsaktionen laufen in diesem ertragsschwachen Jahr auf kleinem Niveau. Das Geschäft mit den Kleingebinden ist lebhafter geworden. Aufgrund der herbstlichen Witterung werden wieder mehr Kartoffeln konsumiert. Die Schälkartoffelpreise verharren auf dem Niveau der Vorwoche.

Brandenburg

Die Speisekartoffelernte wird Ende der Woche vielerorts abgeschlossen sein. Nach wie vor ist die Staubentwicklung bei der Ernte aufgrund der trockenen Böden sehr hoch.
Der Anteil der beschädigten Knollen ist groß. Teils wird von einem ungewöhnlich hohen Befall der Knolle mit Quecke berichtet, welche auf der Suche nach Feuchtigkeit ins
Kartoffelinnere vorgedrungen ist. Die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln sind zum Teil um 2 EUR angehoben worden. Packer haben Not, ihr Kühlhaus zu füllen. Die Konkurrenz der gut zahlenden Verarbeitungs- und Stärkeindustrie ist hoch, zumal das Vertrauen in die Lagerfähigkeit der diesjährigen Ernte nicht immer gegeben ist. Die Versorgungssituation mit festkochender und mehlig kochender Speiseware ist unbefriedigend. Der Absatz ist in Abhängigkeit von den Handelsketten derzeit sehr unterschiedlich. Diese Woche laufen noch einige Einkellerungsaktionen. Die Schälkartoffelpreise bleiben überwiegend auf dem Niveau der vergangenen Woche.

Sachsen

Die Erntebedingungen sind vielerorts weiterhin schlecht. Es ist zu trocken. Die Zeit drängt, so dass trotz einem hohen Anteil an beschädigten Knollen und Beimengungen gerodet werden muss. Teils sind die Lagerhallen noch ungewöhnlich leer. Problematisch ist die hohe Keimbereitschaft der Knollen. Es wird von Fäulnisbefall und Kindelbildung berichtet. Auf bewässerten Flächen sind die Kartoffeln sehr großfallend mit wenig Geschmack. Die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln bleiben stabil auf dem Niveau der Vorwoche. Der Absatz im Lebensmitteleinzelhandel und in den Discountern passt zum Angebot. Derzeit wird noch Aktionsware in 7,5 kg Gebinden angeboten. Die Preise für rohe geschälte Ware wurden bis zu 10 Cent /kg erhöht.

Sachsen – Anhalt

In vielen Regionen geht die Kartoffelernte weiterhin nur schleppend voran. Einige Kartoffelanbauer werden in dieser Woche die Ernte abschließen können. Es wird von guter
Lagerware berichtet, aber auch von Schwierigkeiten durch Fäulnisbefall und Beschädigungen. Kartoffeln sind nicht ausreichend verfügbar. Die Verarbeitungsindustrie buhlt mit hohen Preisen um Speiseware. Schäler, welche sich sonst durch eigenen Kartoffelanbau versorgen, werden dieses Jahr zukaufen müssen. Im Vergleich zur Vorwoche bleiben die Erzeugerpreise für Speiseware überwiegend stabil. Die Schälkartoffelpreise sind leicht angehoben worden.

Thüringen

Die Kartoffelernte ist immer noch voll im Gange. Teils konnte aufgrund der trockenen Böden erst die Hälfte der Kartoffelfläche gerodet werden. Die Kartoffelqualität ist häufig
unbefriedigend. Es wird von einem hohen Anteil an Beschädigungen und Fäulnis berichtet. Die Bevorratungsaktionen laufen im Vergleich zu den Vorjahren auf Sparflamme,
zum Teil sind die üblichen Einkellerungsangebote dieses Jahr ganz ausgefallen. Der Absatz im LEH ist angezogen. Niedrigere Temperaturen und Angebotsware steigern die Kauflust der Konsumenten. Die Erzeugerpreise für Speiseware wurden zum Teil um 2 bis 3 EUR/dt angehoben. Die Schälkartoffelpreise sind ebenfalls von einigen Marktteilnehmern erhöht worden.

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