Bild: Sven Hilker (pb)

Obstbau

In Österreich wurde 2018 von rund 3.700 Betrieben auf einer Fläche von 14.000 ha Erwerbsobstbau betrieben (Basis INVEKOS). Davon werden bereits 34 % biologisch bewirtschaftet. Nach den spätfrostbedingt überaus schwachen Obstjahren 2016 und 2017 wurde 2018 erstmals wieder eine ausgesprochen hohe Obstproduktion verzeichnet. Das zeitige Frühjahr verlief kühl, wodurch eine frühzeitige Blüte verhindert wurde und gröbere Schäden durch Frühjahrsfrost weitgehend ausblieben. Lediglich in der Steiermark wirkte sich der starke Frost im Winter schädigend auf manche Steinobstkulturen aus. Die sommerliche Hitze und Trockenheit verursachte wiederum bei Erdbeeren merkliche Ertragsdefizite. Laut Statistik Austria wurde im Erwerbsobstbau (ohne Holunder und Aronia) eine stark überdurchschnittliche Produktion von 284.400 Tonnen verzeichnet (+28 % zum Zehnjahresmittel). Das war über drei Viertel mehr als das niedrige Vorjahresergebnis (+78 %). Dieser Zuwachs wurde, wie folgt, überwiegend von der Kernobstgruppe getragen.

Rekordernte bei Äpfeln und Birnen

Die Produktion von Kernobst belief sich auf eine Rekordmenge von 252.700 Tonnen und notierte damit 32 % über dem langjährigen Durchschnitt. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einer Steigerung um 86 %. Bei Äpfeln, die 95 % der Kernobsternte ausmachten, betrug die Produktionsmenge 240.000 Tonnen (+86 % zu 2017); davon wurden 78 % in der Steiermark kultiviert. Bei Birnen war die Ernte mit 12.700 Tonnen mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr (+106 % zu 2017).

2018 ein Steinobstjahr, Überdurchschnittliche Marillenernte

An Steinobst wurden 14.600 Tonnen produziert, womit die Ernte ebenfalls deutlich über dem Zehnjahresmittel (+20 %) und über Vorjahresniveau (+63 %) notierte. Bei Marillen wurde im hauptproduzierenden Bundesland Niederösterreich, woher über 80% der Erntemenge stammten, erstmals wieder ein überdurchschnittlicher Hektarertrag von über 10 Tonnen erreicht, wodurch österreichweit eine Erntemenge von 7.600 Tonnen eingebracht werden konnte (+53 % zu 2017). Auch Pfirsiche erreichten mit 1.600 Tonnen (+45 % zu 2017) deutlich höhere Ertragswerte als im Vorjahr.

Bei Kirschen und Weichseln belief sich die Erntemenge dank guter Ertragslage in Nieder- und Oberösterreich sowie positiver Flächenentwicklung auf 2.700 Tonnen (+51 % zum langjährigen Mittel), fast drei Viertel mehr als im Vorjahr (+73 %). Der Anteil an Kirschen war davon 90 %. An Zwetschken wurden mit 2.600 t über doppelt so viele Früchte wie im Vorjahr produziert (+107 %), die Ernte lag aber wegen des rückläufigen Flächentrends 11 % unter dem langjährigen Mittel.

Hitze und Trockenheit schmälerten 2018 Erdbeererträge, flächeninduzierte Ertragszuwächse von Ribiseln

An Beerenobst (ohne Holunder und Aronia) wurde eine Erntemenge von 16.400 Tonnen (+8 % zu 2017; -4 % zum Zehnjahresmittel) verzeichnet. Die Erdbeerproduktion belief sich auf 10.900 Tonnen (-6 % zu 2017) und blieb damit um 21% unter Normalniveau. Grund hierfür waren großflächige Ausfälle wegen Trockenheit in Oberösterreich, während in Niederösterreich ein zufriedenstellendes Ertragsniveau erreicht werden konnte. Während Ribiseln flächeninduziert mit 3.400 Tonnen etwas mehr als die doppelte Erntemenge des Vorjahres (+108 %) erreichten wurde bei Himbeeren nur eine unterdurchschnittliche Produktion von 650 Tonnen erzielt. An Heidelbeeren konnten 1.400 Tonnen, hauptsächlich aus steirischem Anbau, eingebracht werden, was einem Zuwachs von 60 % gegenüber dem Vorjahr entsprach.

Holunderfächen 2018 reduziert, Aronia weiterhin positiv

Bei Holunder, dessen Früchte vornehmlich in der Lebensmittelfarbstofferzeugung Verwendung finden, betrug die Produktion 8.100 Tonnen (-9 % zu 2017), was einem flächenbedingt unterdurchschnittlichen Ergebnis entsprach (-11 %). Bei Aronia hingegen lag die Produktionsmenge, die großteils zu Säften, Aufstrichen und Farbstoffen verarbeitet wird, mit 1.800 Tonnen 60 % über Vorjahresniveau.

Gemüsebau

Die Gemüsebauflächen (inkl. Mehrfachnutzung) 2018 blieben im Wesentlichen auf dem Niveau des Vorjahres (17.638 ha; –1 % zu 2017). Die Gesamterntemenge an Feld- und Gartenbaugemüse belief sich auf 562.600 Tonnen (-6 % zu 2017). Damit fiel die Ernte unterdurchschnittlich aus (-8 % zum Fünfjahresmittel). Grund dafür war einerseits ein unterkühltes und lichtarmes zeitiges Frühjahr, andererseits führten im weiteren Jahresverlauf klimabedingte Hitze- und Trockenschäden zu ordentlichen Ertragseinbußen insbesondere bei unbewässerten Freiflächen.

Ernte für Fruchtgemüse 2018 leicht gestiegen

Die Fruchtgemüseernte betrug 161.100 Tonnen und lag damit bei steigendem Flächentrend leicht über dem Vorjahresergebnis (+2 % zu 2017). Die klimatischen Bedingungen des langen, heißen Sommers wirkten sich, bei ausreichender Wasserversorgung durchaus positiv auf die Kulturen aus. Tomaten erzielten eine deutliche Erntesteigerung gegenüber dem Vorjahr und brachten eine Produktionsmenge von 58.200 t ein (+7 % zu 2017). Die Produktion von Gurken ging gegenüber dem Vorjahr um 7 % auf 44.900 t zurück. Das war einerseits auf eine Flächenreduktion bei den oberösterreichischen Einlegegurken zurückzuführen, andererseits wirkten sich bei Salatgurken aus geschütztem Anbau die schlechten Wachstumsbedingungen des Frühjahrs und die Sommerhitze ertragsmindernd aus.

Hitze schadete Salat und Kraut, Spargel stagniert auf Vorjahresniveau

Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse erreichte 2018 trotz steigender Anbaufläche einen historischen Tiefstand mit einer stark unterdurchschnittlichen Produktion von 121.200 Tonnen (-16 % zum Fünfjahresmittel) und blieb damit auch deutlich unter Vorjahresniveau (-10 %). Besonders bei Salat, der fast ein Drittel dieser Produktgruppe ausmachte, wirkten sich Hitzeschäden im Freilandanbau ertragslimitierend aus. Spargel erreichte bei durchschnittlichem Ertragsniveau eine Produktion von 3.100 Tonnen (+1 % zu 2017).

Weniger Zwiebeln aufgrund von Flächenreduktion und Trockenschäden

Die Gruppe der Hülsenfrüchte, Wurzel- und Zwiebelgemüsearten umfasste eine Erntemenge von 280.300 Tonnen, womit auch hier deutliche Einbußen zum Vorjahr zu verzeichnen waren (-8 % zu 2017). An Zwiebeln, die knapp ein Viertel der gesamten Gemüseproduktion stellten, wurden nur 132.200 Tonnen geerntet – damit sank die Produktion wegen Trockenschäden, aber auch aufgrund des Flächenrückgangs sowohl deutlich unter Vorjahresniveau (-9 %), als auch unter den Fünfjahresdurchschnitt (-20 %). Karotten blieben mit 93.800 Tonnen ebenfalls unter dem Wert von 2017 (-4 %). Grünerbsen verzeichneten hitzebedingt ein ähnlich schlechtes Ertragsniveau wie 2016 und erreichten aufgrund dessen nur eine Produktionsmenge von 9.800 Tonnen (-21 % zu 2017). Fisolen hingegen konnten aufgrund des verstärkten Anbaus (+7 %) mit 6.400 Tonnen ein Plus zum Vorjahr einfahren (+4 %). Knoblauch erreichte auf leicht vergrößerter Kulturfläche eine Ernte von 1.100 Tonnen (+3 %).

Versorgungslage

Österreich ist bei Obst und Gemüse traditionell Nettoimporteur. In der Saison 2017/18 wurde in Österreich 336.900 t Obst (+61 %), 670.600 t Gemüse (-3 %) und 653.400 t Kartoffeln (-15%) produziert. Bei Obst zeichnete insbesondere die Kernobstgruppe für das starke Wachstum verantwortlich. Zur Deckung des Inlandsbedarfs wurden insgesamt 1,50 Mio. t Obst und Gemüse (-2 %) und 295.900 t Kartoffeln importiert. Insgesamt standen 2017/18 im Inland 2,05 Mio. t Obst und Gemüse (+4 %) und 812.700 t Kartoffeln (- 8 %) zur Verfügung. Aus heimischer Landwirtschaft konnte demnach der Bedarf an Gemüse zu 56 %, an Obst zu 40 % und an Kartoffeln zu 80 %, gedeckt werden.

Download des Jahresrückblick:

Preis- und Produktionsübersicht, Grafiken Österreich, Außenhandel Österreich, Grafiken International