Bildmaterialien: Hapag-Lloyd AG
  • Umweltregulierung und Kosten durch schwefelarmen Treibstoff sind eine große Herausforderung
  • MFR ermöglicht verursachungsgerechte, transparente und verständliche Kalkulation von Treibstoffkosten

Hamburg, 8. Oktober 2018. Mit der strengeren Richtlinie der International Maritime Organisation (IMO 2020), die am 1. Januar 2020 in Kraft tritt, wird der maximale Schwefelgehalt für Schiffstreibstoffe von 3,5% auf 0,5% gesenkt. Diese neue Verordnung wird den ökologischen Fußabdruck der Schifffahrtsindustrie deutlich verbessern und es wird erwartet, dass die Mehrzahl aller Schiffe bis dahin mit dem schwefelarmen Treibstoff fährt. Die Verwendung des schwefelarmen Treibstoffs wird die Schlüssellösung für die Schifffahrt und Hapag-Lloyd sein, um Schiffe weiterhin konform zu betreiben entlang der dann geltenden Vorgaben. Darüber hinaus ist dies auf kurze Sicht die umweltfreundlichste Lösung.

Gleichzeitig führt die Verwendung des schwefelarmen Treibstoffs zu einem Anstieg der Treibstoffkosten, der von Experten für die gesamte Schifffahrt zunächst auf bis zu 60 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt wird. Unter der Annahme, dass die Preisdifferenz zwischen schwefelreichem Treibstoff (HSFO) und schwefelarmem Treibstoff (LSFO 0,5%) 250 US-Dollar pro Tonne bis 2020 betragen wird, erwartet Hapag-Lloyd zusätzliche Kosten von rund 1 Milliarde US-Dollar in den ersten Jahren. Daher wurde ein Marine Fuel Recovery (MFR) Mechanismus entwickelt, der ab dem 1. Januar 2019 schrittweise eingeführt wird und alle bestehenden Treibstoffzuschläge ersetzt.

Wir begrüßen die einheitlichen Wettbewerbsbedingungen und die Umweltverbesserungen, die sich aus den strengeren Vorschriften ergeben. Zugleich ist offensichtlich, dass diese nicht umsonst sind und zusätzliche Kosten verursachen. Dies wird sich vor allem in den Treibstoffrechnungen für schwefelarmen Treibstoff widerspiegeln, denn es gibt bis 2020 keine realistische Alternative für die Schifffahrt, mit Blick auf die dann geltenden Vorgaben konform zu bleiben. Mit unserem Marine Fuel Recovery Mechanismus haben wir ein System entwickelt, das unserer Meinung nach fair ist und eine verursachungsgerechte, transparente und leicht verständliche Berechnung von Treibstoffkosten ermöglicht„, sagte Rolf Habben Jansen, Chief Executive Officer von Hapag-Lloyd.

Die MFR basiert auf einer Formel, die den Verbrauch und die Marktpreise von Treibstoffen miteinander verbindet.

Der Marine Fuel Recovery (MFR) Mechanismus berücksichtigt unterschiedliche Parameter, zum Beispiel den Treibstoffverbrauch pro Tag, Treibstoffart und -preis (für HSFO, LSFO 0,5% und LSFO 0,1%), See- und Hafentage sowie beförderte TEU. Diese Parameter leiten sich von einem repräsentativen Dienst im Markt für ein spezifisches Fahrtgebiet ab. Zugleich werden Preisschwankungen sowie Aufwärts- und Abwärtsbewegungen von Marktpreisen für Treibstoffe besser berücksichtigt. Insgesamt zielt der MFR Mechanismus auf eine transparente Kostenkalkulation ab.

Darüber hinaus testet Hapag-Lloyd im Jahr 2019 weitere technologische Optionen zur Minderung von Emissionen, die für einen geringeren Teil der Flotte in Fragen kommen können. Deshalb werden ein für die Nutzung von LNG vorbereitetes Schiff auf den Betrieb mit diesem Treibstoff umgerüstet und Abgasreinigungsanlagen (EGCS) in zwei weiteren Schiffen eingebaut.

MFR Beispiele für Standardcontainer bei unterschiedlichen Treibstoffpreisen und in ausgewählten Fahrtgebieten


Weitere Informationen zur Zusammensetzung des Marine Fuel Recovery (MFR) Mechanismus finden Sie auf der Hapag-Lloyd Website.