Großbritannien will hohe Importzölle auf spanische Clementinen erheben

Die Regierung übt sicherlich selektiven Druck auf die EU aus, um in den laufenden Gesprächen über das Handelsabkommen günstige Bedingungen zu erhalten. Mit der Ausrichtung auf die Zitrusindustrie zielt Großbritannien definitiv auf eine Schwachstelle der Union. Die spanischen Zitrusfrüchteexporte können unter Druck geraten, nachdem das Vereinigte Königreich seine Absicht angekündigt hat, ab 1. Januar 2021 Einfuhrzölle auf Zitrusfrüchte aus der Europäischen Union zu erheben. Clementinen und andere Mandarinen unterliegen einem Zollsatz von 16%, während London einen Zollsatz von 3,2% auf Orangen beibehält.

Für Spanien, den weltweit größten Exporteur von frischen Zitrusfrüchten, ist das Vereinigte Königreich der viertgrößte Abnehmer mit Einfuhren von etwa 288.000 Tonnen pro Jahr, von denen etwa 200.000 Tonnen Clementinen und Satsuma-Mandarinen sind. Die Maßnahme ist Teil der künftigen Handelsbeziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich, aber im Falle von Zitrusfrüchten ist die Valencianische Gemeinschaft das Hauptopfer. 80% der spanischen Zitrusfrüchte, die für das Vereinigte Königreich bestimmt sind, stammen aus Valencia.

Das Vereinigte Königreich kauft Zitrusfrüchte auch aus anderen Ländern und in den letzten Jahren in immer größeren Mengen. Während London ankündigt, dass es auf spanische Mandarinen und Orangen Zolltarife anwenden wird, haben direkte Konkurrenten bereits Präferenzabkommen unterzeichnet oder stehen kurz vor der Unterzeichnung.

Nach Angaben der valencianischen Berufsorganisation Citrus Management Committee hat das Vereinigte Königreich bereits solche Abkommen mit Südafrika, Israel, Marokko und der Türkei unterzeichnet. In jedem dieser Fälle mit einer Rate von 0%. Die Verhandlungen mit Ägypten sind noch im Gange, aber das gleiche Ergebnis wird erwartet.

Die Frage wirft für die Exporteure Fragen auf, da sie nicht sicher sind, ob alles vollständig von der EU abhängt oder ob die spanische Regierung ihr Tempo erhöhen sollte, um Enttäuschungen der letzten Stunde zu vermeiden. Schließlich ist Spanien das Land, das am stärksten betroffen sein könnte. Vielleicht sollte es angesichts der Bedeutung der spanischen Obst- und Gemüseexporte mehr Druck auf Brüssel ausüben. Denn es wird nicht nur bei Zitrusfrüchten bleiben. Das Vereinigte Königreich wird auch auf das übrige Obst und Gemüse Einfuhrzölle erheben.

Die konsultierten Exportunternehmen haben tiefe Besorgnis darüber geäußert, was noch kommen wird und was bis zu einem gewissen Grad bereits geschieht, da mehrere britische Supermarktketten beginnen, ihre valencianischen Lieferanten um Preisangebote für die nächste Zitrussaison zu bitten. Natürlich kann inmitten einer Krise ohne Präzedenzfall im Moment niemand etwas Sinnvolles übermitteln.

Quelle: http://www.talk-finance.co.uk/britain/uk-to-impose-heavy-import-tariffs-on-spanish-clementines/ Bild: Pixabay