Exotische Früchte – gar nicht so exotisch und besser als gedacht

    Symbolbild: Pixabay
    Noch vor wenigen Jahrzehnten waren sie wirklich exotisch, die exotischen Früchte, die aus den Tropen und Subtropen kommen. Hat sich doch der Speiseplan damals an dem orientiert, was gerade hierzulande wächst und Saison hat. Und so waren Kernobst mit Apfel und Birne, Beerenobst wie Erdbeere und Johannisbeere, Steinobst mit Kirschen und Mirabellen und – schon etwas Besonderes – im Winter Zitrusfrüchte aus dem Mittelmeerraum die Obstsorten, die üblicherweise verzehrt wurden.
    Doch in der Zwischenzeit ist die Welt kleiner geworden und Waren aus allen Herren Länder gelangen zu uns, Erdbeeren gibt es jetzt das ganze Jahr und so sind auch exotische Früchte verfügbar und üblich geworden. Dass sie ursprünglich von weit her kamen und etwas ganz Besonderes waren, ist fast vergessen worden.
    In der Europäischen Union sind bestimmte Pflanzenschutzmittel für bestimmte Anwendungen zugelassen. Kommen die Waren jedoch aus sogenannten Drittländern, können durchaus auch andere Stoffe vorkommen. Ein Grund für die CUVA Stuttgart, die die wichtigsten exotischen Früchte etwas genauer betrachtete.

    Schiff oder Flugzeug – auch für Früchte die Frage

    Noch immer kommen viele exotischen Früchte von weit her. Um den Preis möglichst niedrig zu halten, erfolgt der Transport häufig in gekühlten Schiffscontainern. Damit die Ware während der oft langen Reise nicht verdirbt, werden die Früchte unreif geerntet und während der Fahrt in einer kontrollierten Atmosphäre aufbewahrt (CA-Lagerung). Ist die Ware hier angekommen, wird sie in Reifeanlagen zur Essreife gebracht, die grüne Banane wird goldgelb, die tiefgrüne Mango wird gelbrot und weich. Dazu wird wieder eine geeignete Atmosphäre geschaffen, die die Reifung diesmal beschleunigt.

    Die Lagerung unter kontrollierter Atmosphäre wird übrigens auch bei Äpfeln, Birnen und Kiwis angewendet, um nur einige zu nennen, denn nur so ist es möglich, dass die Früchte das ganze Jahr zur Verfügung stehen.

    Exotische Früchte, die am Baum oder Strauch ausgereift sind, können nur als Flugware zu uns gelangen und das hat seinen Preis: so kostet eine Flugmango doch schon mal 5 Euro und mehr.

    Rückstände an Pflanzenschutzmitteln

    In den Jahren 2015 bis Juli 2019 wurden insgesamt 736 Proben an exotischen Früchten aus konventioneller Erzeugung untersucht. 636 der Proben (86 %) enthielten Rückstände an einem oder mehreren Pestizidwirkstoffen. 54 Proben (7,3 %) wiesen Gehalte an einem oder mehreren Stoffen oberhalb der gesetzlich erlaubten Höchstgehalte auf. Zusätzliche 20 Proben enthielten Chlorat über dem zulässigen Höchstgehalt. Bei Chlorat handelt es sich um einen Stoff, der früher als Herbizid eingesetzt wurde, heute aber eher aus der Desinfektion von Wasser herrührt.

    Fazit

    Auch wenn sie von weit her kommen, die exotischen Früchte aus konventioneller Erzeugung sind häufig weniger mit Rückständen an Pflanzenschutzmitteln belastet als heimisches Obst. Zwar ist die Quote der Proben mit Rückständen mit 86 % wie bei anderen konventionellen Obstarten relativ hoch, die Anzahl verschiedener Stoffe pro Probe ist im Vergleich jedoch eher gering. Überschreitungen der gesetzlichen Höchstmengen kommen vor, doch, je nach Herkunft, ist die Quote durchaus unterschiedlich. Besonders gut schneiden ab: Bananen, Feigen, Kaki, Kiwi allgemein und Papaya aus Ghana. Nicht ganz so gut waren im Untersuchungszeitraum Granatäpfel aus der Türkei, Papaya aus Brasilien und Maracuja aus Kolumbien.

    Einen Überblick über die Rückstandssituation in exotischen Früchten aus konventioneller Produktion erhalten Sie hier auf der Quellenseite: https://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=5&ID=3051&lang=DE&Pdf=No