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Die Sorge um die Nachhaltigkeit von Lebensmitteln entlang der gesamten Lieferkette hat in den letzten Jahren auf der politischen Agenda zugenommen. Es ist notwendig, ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem zu gewährleisten, eine Botschaft, die der Kartoffelsektor voll und ganz unterstützt.

In der „Farm to Fork-Strategie“ werden die regulatorischen und nicht regulatorischen Maßnahmen dargelegt, die erforderlich sind, um effizientere und klimafreundlichere Systeme zu schaffen, die gesunde und nachhaltige Lebensmittel liefern. Angesichts der Tatsache, dass die Europatat-Mitglieder direkt von dieser bevorstehenden Strategie betroffen sein werden, hat der Verband zu der von der Europäischen Kommission eingeleiteten Konsultation zum Fahrplan der Farm-to-Fork-Strategie beigetragen.

Die Antwort von Europatat auf die Konsultation:

Europatat ist der Europäische Kartoffelhandelsverband, der sowohl nationale Verbände als auch einzelne Unternehmen umfasst, die im Handel mit Saat-, Speise- und Frühkartoffeln in ganz Europa tätig sind. Zu seinen Mitgliedern gehört ein breites Spektrum von Händlern (einschließlich Züchter, Vertreiber, Lagerhalter, Verpacker, Importeure und Exporteure), die Pflanzkartoffeln an Landwirte, Rohmaterial an die Lebensmittelindustrie und verpackte Kartoffeln an den Einzelhandel und den Foodservice-Sektor liefern. Als solche werden die Mitglieder von Europatat direkt von der bevorstehenden „Farm to Fork Strategie“ betroffen sein und möchten durch dieses Papier einen Beitrag zur aktuellen Roadmap-Konsultation leisten.

Einführung
Die Sorge um die Nachhaltigkeit von Lebensmitteln entlang der gesamten Lieferkette hat in den letzten Jahren auf der politischen Agenda zugenommen. Es ist notwendig, ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem zu sichern, eine Botschaft, die der Kartoffelsektor voll und ganz unterstützt. Der europäische Kartoffelsektor übernimmt bereits Verantwortung gegenüber den einschlägigen Ambitionen der EU, wie z.B:

  • Besseres Management und Reduzierung von chemischen Pflanzenschutzmitteln: Die Kartoffelzüchter arbeiten ständig an der Entwicklung neuer Sorten, die gegen neue Schädlinge und Klimabedingungen resistent sind, so dass der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln in den kommenden Jahren deutlich reduziert werden kann.
  • Reduzierung von Kunststoffverpackungen bei gleichzeitiger Sicherstellung, dass keine Lebensmittelabfälle entstehen: Kartoffelverpacker testen und verwenden bereits Alternativen, um den Einsatz von neuem Kunststoff in Verpackungen zu reduzieren, wie z.B. Beutel aus 50% Zuckerrohr oder Verpackungen aus Zellulosefolie und biologisch abbaubarem Papier.
  • Förderung eines nachhaltigen Lebensmittelkonsums durch bessere Verbraucherinformationen über Herkunft, Nährwertangaben und Lagerbedingungen: Die Kennzeichnung von Kartoffelverpackungen enthält nicht nur bereits Informationen über die Herkunft des Produkts und seine ernährungsphysiologischen Aspekte, sondern auch über die beste Art und Weise, Kartoffeln in den Haushalten zu lagern, damit sie nicht verschwendet werden. Auch die EU-Finanzierungskampagne „Potatoes: Bereiten Sie sich darauf vor, überrascht zu werden. Europas Liebling seit 1536“, die ab diesem Jahr von Europatat durchgeführt wird, wird die Botschaft verbreiten, dass Kartoffeln aufgrund ihrer guten Ernährungs- und Gesundheitsaspekte und ihrer Nachhaltigkeit zu einem gesunden und nachhaltigen Lebensstil passen.
  • Übergang zu einer nachhaltigeren Lagerung und einem nachhaltigeren Transport: Die Kartoffelhändler verbessern ständig die Lager- und Transportbedingungen, um die Umweltauswirkungen ihres Geschäfts zu verringern und gleichzeitig die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.

Dementsprechend ist Europatat an mehreren EU-Diskussionsplattformen beteiligt, wie z.B. die zivilen Dialoggruppen GAP und Qualität und Förderung der GD Agri, die Beratungsgruppe für die Lebensmittelkette zur Tier- und Pflanzengesundheit der GD SANTE oder das Stakeholder-Forum der EFSA. Europatat ist auch ein aktives Mitglied der EU-Plattform für Lebensmittelverluste und Lebensmittelabfälle und ihrer Untergruppe für die Messung von Lebensmittelabfällen und hat zu den jüngsten öffentlichen Konsultationen und Sitzungen zu Themen wie unlautere Handelspraktiken und Markttransparenz, ökologische Produktion und Umweltrisikobewertung von Pflanzenschutzmitteln beigetragen.

Europatat’s Rückmeldung über die Roadmap
Europatat begrüßt die von der Europäischen Kommission veröffentlichte Roadmap und die Tatsache, dass eine kohärente europäische Politik und ein regulatorischer Rahmen für nachhaltige Lebensmittelsysteme entwickelt werden soll. Dabei sollte die Kommission einen pragmatischen und realistischen Ansatz verfolgen und sicherstellen, dass die neuen Initiativen und Ziele im Rahmen der „Farm to Fork“ Strategie mit der aktuellen EU-Gesetzgebung und den bereits auf dem Markt verfügbaren Alternativen kohärent sind. So sollten beispielsweise geplante Maßnahmen zur Verringerung des Einsatzes von chemischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln vorab bewertet werden und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Diese Entscheidungen könnten sich in Ermangelung wirksamer Alternativen erheblich auf die Erträge und die Qualität der Produktion auswirken und daher auch starke Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette einschließlich der Verbraucher haben.

Angesichts der Störungen, die der Farm to Fork-Rechtsrahmen für die kommerziellen Aktivitäten der europäischen Lebensmittelunternehmen auslösen kann, sollte die Europäische Kommission bei der Suche nach pragmatischen und wirksamen Lösungen für die Herausforderungen, denen der Agrar- und Ernährungssektor in den kommenden Jahren unweigerlich begegnen wird, helfen und in diese investieren. In diesem Sinne ist Europatat erfreut zu sehen, dass die Kommission darauf abzielt, Forschung und Innovation zu stimulieren, um Lösungen für nachhaltige Lebensmittelsysteme und Marktchancen zu finden. Zum Beispiel können neue Technologien wie neue Pflanzenzüchtungstechniken zu verschiedenen Zielen des Europäischen Grünen Deals beitragen, indem sie Landressourcen sparen und Pflanzenschutzmittel reduzieren, während sie die Ernteerträge stabilisieren und erhöhen, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten.

Schließlich ist Europatat der Meinung, dass die Roadmap angemessen ist, da sie Konsultationen mit Interessenvertretern über verschiedene Formate vorsieht. Jedoch, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Farm to Fork Strategie von der Kommission am 25. März 2020 enthüllt werden soll und dass diese Konsultation am 16. März 2020 endet, ist Europatat der Meinung, dass es nicht so viel Zeit gibt, um das Feedback der Interessenvertreter zu berücksichtigen und sie in die Strategie zu integrieren.

Schlussfolgerung
Der europäische Kartoffelsektor wird seine Rolle als führender Partner bei der Nachhaltigkeit der Lieferkette und dem Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft fortsetzen, einschließlich der Reduzierung von Lebensmittelabfällen, besserer Lager- und Verpackungslösungen sowie einer nachhaltigen Nutzung von Chemikalien und Transport. Der Kartoffelsektor trägt bereits zu einem effizienteren und gesünderen Lebensmittelsystem bei, und die Mitglieder von Europatat haben sich verpflichtet, auf die aktuellen Möglichkeiten und sozialen Anforderungen zu reagieren, die sich in der Strategie von Farm to Fork widerspiegeln werden.

Europatat stellt sich zur Verfügung für jeden weiteren Input, Informationen oder Rückmeldungen, die die Europäische Kommission als nützlich erachten könnte, und freut sich schon jetzt darauf, zu zukünftigen Konsultationen und speziellen Treffen zu diesem Thema beizutragen.

Die Meldung (PDF) finden Sie hier in englischer Sprache.

Kontakt: Rue de Trèves 49-51 bte 8 1040 Brussels • Belgium Tel : +32 2 777 15 85 secretariat@europatat.euwww.europatat.eu