Erstmals über 600 Millionen Euro Umsatz: Thimm Gruppe 2017

    Die Thimm-Geschäftsführung (von links): Jens Fokuhl, CFO THIMM Group, Kornelius Thimm, COO THIMM Group und Mathias Schliep, CEO THIMM Group. ©THIMM

    Die Thimm Gruppe hat das Geschäftsjahr 2017 mit einem überdurchschnittlichen Umsatzwachstum um 5,8 Prozent auf 601 Millionen Euro abgeschlossen. Damit übertraf der Umsatz erstmals die 600-Millionen-Euro-Marke. Die Anzahl der Mitarbeiter blieb konstant: Zum 31.12.2017 waren 3.035 Menschen in der Thimm Gruppe beschäftigt. Insgesamt bildete das Unternehmen 120 Auszubildende in verschiedenen kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufen und einem dualen Studiengang aus. Zwei Großinvestitionen prägten das Berichtsjahr: das neue Wellpappenwerk Holledau und eine Anlage für digitalen industriellen Rollenvordruck.

    Die Thimm Gruppe im Geschäftsjahr 2017.©THIMM

    Die Großinvestitionen Werk Holledau und Digitaldruckanlage nehmen Fahrt auf

    Das neue Wellpappenwerk Holledau im bayrischen Wolnzach wurde im Laufe des Berichtsjahres vollständig in Betrieb genommen. Der Standort, an dem Transport- und Verkaufsverpackungen aus Wellpappe produziert werden, zählt zu den modernsten Wellpappenwerken in Europa. Mathias Schliep, Vorsitzender der Geschäftsführung Thimm Gruppe, fasst die Bedeutung des Investments zusammen: „Der Bau eines komplett neuen Wellpappenwerkes ist gerade für uns als Familienunternehmen etwas ganz Besonderes. Es ist ein Symbol für die konsequente Wachstumsstrategie und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.“ Gleichzeitig investierte die Thimm Gruppe im Geschäftsjahr 2017 mit 20,4 Millionen Euro außerdem in den weiteren Ausbau und die Modernisierung der bestehenden Produktionsstandorte. Dabei setze das Unternehmen seine Internationalisierungsstrategie konsequent fort und steigerte durch die Erweiterungen der Werke in Polen, Rumänien und Tschechien seine Marktpräsenz in den stark wachsenden osteuropäischen Absatzländern erfolgreich.

    Darüber hinaus zieht die Thimm Gruppe ein sehr positives Fazit der ersten Monate seit Start der digitalen Rollendruckanlage am Standort Ilsenburg. „Die Akzeptanz für die neue Drucktechnologie im Markt ist überdurchschnittlich hoch. So haben wir bereits vielseitige Projekte mit Kunden aus unterschiedlichsten Branchen realisiert“, berichtet Schliep.

    Mit dem Onlineshop www.kartonara.de gründete die Thimm Gruppe zudem ihr erstes E-Commerce Startup und entwickelt sich im Bereich der digitalen Geschäftsmodelle weiter. Der Shop bietet kleinen und mittelständischen Firmen als auch privaten Kunden seit März 2018 standardisierte Verpackungen aus Wellpappe und mehrwertschaffendes Zubehör an.

    Starke Nachfrage nach papierbasierten Verpackungen führt zu besonderer Marktsituation

    Mit der erneuten Umsatzsteigerung auf 601 Millionen Euro (Vorjahr: 568 Millionen Euro) liegt das Unternehmen voll auf Kurs und konnte wieder überdurchschnittlich wachsen. Schliep: „Wellpappe als Packstoff ist gefragter denn je: Sie eignet sich nicht nur sehr gut für den Transport und die wirkungsvolle Präsentation von Waren, sondern erfüllt auch die steigenden Anforderungen in puncto Umweltbewusstsein.“

    Das Ergebnis wurde maßgeblich durch tiefgreifende Veränderungen im Papier- und Wellpappenmarkt beeinflusst. Die deutliche Bedarfssteigerung an papierbasierten Verpackungen führte zu einer spürbaren Verknappung von Wellpappenrohpapieren und folglich zu in ihrer Höhe und Dauerhaftigkeit unerwarteten Preissteigerungen von bis zu 27 Prozent. Gleichzeitig konnten die Unternehmen der Wellpappen-Branche ihre Erlöse aufgrund teils längerfristiger Lieferverträge mit ihren Kunden lediglich um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Schliep: „Trotz dieser Situation haben wir ganz bewusst in nennenswertem Umfang investiert und in Kauf genommen, dass das Ergebnis nicht auf Vorjahresniveau zu halten ist.“ Das operative Ergebnis EBITDAR lag bei 40,5 Millionen Euro und 6,7 Prozent vom Umsatz (Vorjahr: 52 Millionen Euro). Die Eigenkapitalquote befindet sich mit 38,6 Prozent nach wie vor auf solidem Niveau, ging vor dem Hintergrund der starken Investitionstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr (42,2 Prozent) aber leicht zurück.

    Ausblick: Konjunkturelle Lage und Marktgegebenheiten bieten viel Potenzial

    Aufbauend auf den anhaltend positiven Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung in den Ziel- und Absatzmärkten und die Wellpappen-Branche plant die Thimm Gruppe für 2018 eine deutliche Umsatzsteigerung um rund 11 Prozent. Zudem wird eine sukzessive Verbesserung des EBITDAR erwartet, das an das Niveau der Vorjahre anknüpfen soll.
    „Die weitere Entwicklung auf dem Papiermarkt ist offen und wird weiterhin ein wesentlicher Faktor für unser Geschäft sein. Insgesamt bieten die aktuellen Marktgegebenheiten aber viele Möglichkeiten. Wir werden diese bestmöglich zu nutzen wissen. Dazu müssen wir uns weiterhin intensiv mit den Anforderungen und Bedürfnissen unserer Kunden, Mitarbeiter und des Marktumfeldes sowie unseren Prozessen und Strukturen auseinandersetzen und uns dynamisch weiterentwickeln. Die positiven Ergebnisse aus dem ersten Quartal 2018 bestätigen unsere ambitionierten Pläne für das laufende Jahr. Als nachhaltig geführtes Familienunternehmen setzen wir dazu auch unsere Investitionsstrategie weiter fort und schnüren ein umfangreiches Paket in Höhe von 24 Millionen Euro über alle Geschäftsbereiche hinweg. Wir sind überzeugt, dass wir gut aufgestellt sind, um auch zukünftig am Markt erfolgreich zu sein.“

    Über Thimm:
    Die Thimm Gruppe ist führender Lösungsanbieter für Verpackung und Distribution von Waren. Das Lösungsportfolio umfasst Transport- und Verkaufsverpackungen aus Wellpappe, hochwertige Verkaufsaufsteller (Displays), Verpackungssysteme aus verschiedenen Materialkombinationen sowie Druckprodukte für die industrielle Weiterverarbeitung. Eine breite Palette verpackungsrelevanter Dienstleistungen entlang der Lieferkette ergänzt das Angebotsspektrum. Zum Kundenkreis gehören namhafte Markenartikelkonzerne quer durch alle Branchen. Das 1949 gegründete Familienunternehmen beschäftigt mehr als 3.000 Mitarbeiter an 19 Standorten in Deutschland, Tschechien, Rumänien, Polen, Frankreich und Mexiko und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 601 Millionen Euro.