Die Dürre des vergangenen Sommers hat den 2.104 genossenschaftlich orientierten Unternehmen zugesetzt. Wie dem Bericht auf dem Internetseiten vom Deutschen Raiffeisenverband (DRV) zu entnehmen war, geht dieser nach ersten vorläufigen Schätzungen davon aus, dass die Unternehmen ein Umsatz-Minus von 9,3 Prozent werden verbuchen müssen. Den Gesamtumsatz schätzt der Raiffeisenverband auf 57,2 Milliarden Euro (Vorjahr 63,0 Mrd. Euro).

Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft: Witterungsextreme dominieren

(Auszug) Die Unternehmen der genossenschaftlichen Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft erzielten nach ersten DRV-Schätzungen 2018 in etwa unveränderte Erlöse in Höhe von 3,3 Milliarden Euro. In den einzelnen Sparten des Gartenbaus waren die Ergebnisse jedoch unterschiedlich.

Reichliche Obsternte: Nach einer schwachen Ernte 2017/18 verhinderte die Dürre im Sommer 2018 eine Rekordproduktion, die Ernte in Deutschland ist aber immer noch leicht überdurchschnittlich. Beim Steinobst waren die Erträge meist deutlich höher, der entsprechende Preisverfall führte hier zu Umsatzrückgängen.

Auch bei Erdbeeren dürfte der Umsatz bei steigender Menge gesunken sein, hier sorgte die Hitze für Qualitätsunsicherheiten und Erntespitzen. Beim Kernobst waren die ersten Monate des Jahres noch umsatzstark, danach bot der Preisanstieg keinen Ausgleich mehr für den Angebotsrückgang infolge der schwachen Ernte 2017/18. Mit Einsetzen der Ernte 2018/19 führten die deutlich niedrigeren Preise und der schleppende Verkauf zu einer weiteren Erosion der Umsätze.

Insgesamt wird der Umsatz der in der AMI-Marktstatistik erfassten Unternehmen bei Frischobst wohl um knapp 10 Prozent sinken.

Witterung beeinflusst Gemüseanbau: Der Februar und März waren in Deutschland überdurchschnittlich kalt und nass, danach setzte ein extrem langer Sommer mit hohen Temperaturen und einem kräftigen Niederschlagsdefizit ein. Während die satzweise gesäten beziehungsweise gepflanzten Kulturen zunächst noch reichlich waren, wurde die Marktversorgung Anfang Juli knapp und führte zu einem kräftigen Preisanstieg.

Frischgemüse kann zwar meist beregnet werden, die Kapazität der Betriebe reicht aber selten für eine vollständige Wasserversorgung der Kulturen aus. Diese wäre aber notwendig gewesen, um die volle Produktion zu erhalten. Die Folge waren Minderernten, die sich bis in den September hinein bemerkbar machten. Bei der für Frischgemüse üblichen geringen Nachfrageelastizität sorgte dies für steigende Umsätze.

Zum Schluss der Saison im Oktober fiel die Versorgung mit satzweise gesätem beziehungsweise gepflanztem Gemüse jedoch noch einmal reichlich aus. Bei den Winter- und Lagerkulturen mit langer Entwicklungszeit sind die Erträge durchweg niedrig. Dies wird durch höhere Preise jedoch meist überkompensiert.

Insgesamt werden die in der AMI-Marktstatistik erfassten Unternehmen im Jahr 2018 um circa 5 Prozent höhere Umsätze erzielen als im Vorjahr.

Die komplette DRV-Bilanz 2018 – Perspektiven 2019 lesen Sie hier.