Bild: Migros-Genossenschafts-Bund

Zürich – Die Migros verstärkt ihr Engagement im spanischen Erdbeer-Anbau: Gemeinsam mit dem WWF Schweiz lanciert sie ein Projekt für eine umwelt- und sozialverträglichere Produktion.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit einem gemeinsamen Projekt der Migros und dem WWF Schweiz wird die Nachhaltigkeit des Erdbeeranbaus im spanischen Huelva schrittweise verbessert.
  • Insgesamt werden 74 Massnahmen in den Bereichen effizientes Wassermanagement, verantwortungsvoller Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, Biodiversität, Bodenschutz sowie soziale Arbeitsbedingungen umgesetzt.
  • Der verantwortungsvolle Anbau dient insbesondere dem Schutz des Nationalparks Coto de Doñana.

Die wirtschaftlich bedeutende Erdbeerindustrie in der spanischen Region Huelva gilt als Lebensgrundlage für tausende von Menschen. Gleichzeitig wachsen die Erdbeeren im Einzugsgebiet des Nationalparks Coto de Doñana, ein ökologisch wichtiges Feuchtgebiet und UNESCO Weltnaturerebe. Er bietet Lebensraum für über sechs Millionen Zugvögel und ist Heimat für seltene Vogelarten. Doch die intensive Landwirtschaft – unter anderem der Erdbeeranbau – führte zu einem 80-prozentigen Rückgang des Wasserzuflusses ins Feuchtgebiet. Zum Schutz des Gebiets, für das sich der WWF seit Jahrzehnten stark engagiert, haben die Migros und die Umweltorganisation nun gemeinsam ein Projekt lanciert.

Über 70 Massnahmen für einen nachhaltigen Erdbeer-Anbau

Mit insgesamt 74 Massnahmen soll die Nachhaltigkeit des Erdbeeranbaus über die Jahre hinweg Schritt für Schritt verbessert werden. Folgende Schwerpunkte wurden dabei definiert:

Wassermanagement:

  • Exakte Erfassung des Wasserverbrauchs mittels Messgeräten und damit verbunden eine Reduktion des Wasserverbrauchs
  • Reduzierte Wasserverschmutzung durch bessere Aufbereitungssysteme sowie Sensibilisierung bezüglich Verschmutzungsquellen
  • Mit anderen Produzenten in der Region wird ein Dialog etabliert, um gemeinsam die Wassernutzung zu optimieren und Risiken zu eruieren
  • Nachweis legaler Wassernutzung

Pflanzenschutzmittel:

  • Reduzierter Einsatz von toxischen Pflanzenschutzmitteln indem innovative Methoden angewendet werden
  • Wenn immer möglich wird biologische Schädlingsbekämpfung beispielsweise in Form von Nützlingen eingesetzt

Bodenmanagement:

  • Minimierung der Bodenerosion durch präventive Massnahmen indem beispielsweise spezifische Pflanzen mit guter Bodendurchwurzelung angebaut werden
  • Pläne zum Erhalt und zur Verbesserung der Biodiversität
  • Nachweis legaler Bodennutzung

Soziales:

  • Mittels Runder Tische inkl. lokaler Gewerkschaften soll ein Dialog mit den Arbeitern vor Ort geführt werden.
  • Die Arbeitsbedingungen sind nicht nur gesetzeskonform, sondern aus Sicht aller Anspruchsgruppen vorbildlich
  • Funktionierendes Beschwerdemanagement, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (Gesundheitskontrollen, Schutzbekleidung), Geschlechtergerechtigkeit, angemessene Unterbringung in Bezug auf Hygiene und Trinkwasser

Im Weiteren finden im Rahmen des Projektes Trainings für die Produzenten statt, durch die sie für den Schutz der natürlichen Ressourcen sensibilisiert werden.

Schon heute müssen sämtliche Lieferanten der Migros die Anforderungen international anerkannter Standards erfüllen (GlobalGAP, Grasp, BSCI). Bei der Umsetzung des darüber hinausgehenden Erdbeeren-Projektes ist der WWF Spanien lokaler Umsetzungspartner. Die Farmen werden zudem von einer externen, unabhängigen Zertifizierungsstelle zweimal jährlich überprüft.

Mehr Nachhaltigkeit in der konventionellen Landwirtschaft

Die Migros und der WWF Schweiz führen seit 2009 eine strategische Partnerschaft. Das Erdbeerprojekt entstand im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms Früchte und Gemüse. Ziel des Programms ist, auch bei konventionellen Früchten und Gemüsen eine nachhaltigere Landwirtschaft anzustreben. Vorreiter war das Projekt für einen umwelt- und sozialverträglichen Anbau von Bananen in Kolumbien und Ecuador.

Die ersten Erdbeeren aus dem gemeinsamen Projekt sind ab dieser Woche in der Migros erhältlich und mit dem M-Check gekennzeichnet. Je weiter das Projekt in den kommenden Jahren fortschreitet, desto grösser sind die angebotenen Mengen.

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