Bild: Blandine Schillinger

Auf rund 14.000 Hektar Fläche werden in Deutschland Erdbeeren angebaut. Welche Spuren hat die Trockenheit aus dem Vorjahr hinterlassen? Und was brauchen die Kulturen in diesem Jahr, um rundum gut zu gedeihen? Im Interview: Frank Uwihs, Sonderkulturen-Experte der AGRAVIS Raiffeisen AG.

Herr Uwihs, wann startet die Erdbeerernte in Deutschland?
Uwihs
: Eigentlich hat die Ernte schon begonnen, denn die ersten Früchte, die unter Tunnel im geschützten Anbau gereift sind, wurden beispielsweise am Niederrhein schon gepflückt. Im Freiland wird es noch ein bisschen dauern, doch in wenigen Tagen wird es wohl richtig losgehen.

Welche Auswirkungen hatte die Trockenheit 2018 auf die Kulturen?
Uwihs
: Erdbeeren sind eine Intensivkultur, da können wir die genauen Auswirkungen nur schwer abschätzen. Sicherlich waren die Pflanzen durch die Trockenheit empfindlicher als in sonstigen Jahren, aber wir schauen nun erst einmal, wie sich das Wetter weiterentwickelt. Auch wenn sie Trockenheit im Allgemeinen nicht gut vertragen und dann beispielsweise kleine Früchte ausbilden, können wir immer mit Bewässerung gegensteuern. Vieles hängt von der Witterung der nächsten Wochen ab, wir brauchen ganz einfach Regen.

Was brauchen die Landwirte für ein richtig gutes Erdbeerjahr 2019?
Uwihs
: Auf jeden Fall ausreichend Feuchtigkeit für den Boden und die Ausbildung der Früchte. Und natürlich Wärme, damit die Erdbeeren schön rot und süß und saftig werden und uns schmecken. In diesem Jahr liegen die Feiertage spät, das ist für gut für den Verkauf und den Verzehr, denn dann kommen meist auch Erdbeeren auf den Tisch. Für die Erdbeeren im Freiland wären Spätfröste natürlich nicht wünschenswert. Bis zum Ende der Eisheiligen rund um den 15. Mai kann es leider immer noch mal kalt werden.

Welche Trends gibt es in diesem Jahr?
Uwihs
: Farblich passiert einiges – angeboten werden sogar weiße Erdbeeren mit roten Nüsschen. Auch bei den Sorten gibt es Veränderungen, doch davon merkt der Kunde oft nicht viel. Im Trend liegen immertragende Sorten, sodass das Ende der Saison, üblicherweise Ende Juni, verlängert werden kann. Auch beobachten wir den Trend hin zu mehr Regionalität und Natürlichkeit. Es muss nicht zu allen Zeiten Erdbeeren geben, denn wir haben genügend Obstvielfalt, schließlich kommen beispielsweise noch die Kirschen und Blaubeeren.