Der Bauerntag 2019 tagte am 4. April in Linstow (MV). Bild: Bettina Schipke

Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern stehen vor enormen Herausforderungen. Durch die schlechten Ernten in den vergangenen drei Jahren sind viele landwirtschaftliche Betriebe im Land wirtschaftlich angeschlagen. Parallel dazu sehen sich die Landwirte mit immer höheren Erwartungen der Gesellschaft  konfrontiert, die neben hochwertigen und günstigen Lebensmitteln ein immer stärkeres Augenmerk auf Umweltschutz und Tierwohl legt. Hinzu kommt, dass die Landwirte immer mehr bürokratische Hürden bewältigen müssen und sie in einem sich permanent ändernden System mit immer strengeren rechtlichen Vorgaben agieren.

Sich in diesem Prozess behaupten zu können, verlange den Landwirten sehr viel ab, sagte Bauernpräsident Detlef Kurreck am Donnerstag, 4. April 2019, auf dem Bauerntag in Linstow. Doch die Bauern in Mecklenburg-Vorpommern sind bereit für Veränderungen und Weiterentwicklungen. Das Jahr 2019 sei ein wichtiges Jahr für die Landwirtschaft. In diesem Jahr werden wichtige Weichen für die Zukunft der Branche gestellt. Das betreffe sowohl die agrarpolitischen Rahmenbedingungen als auch beispielsweise die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln oder den Erlass neuer Bewirtschaftungsauflagen.

„Bei all dem müssen Landwirte darauf vertrauen können, dass morgen noch gilt, was gestern beschlossen wurde“, so Kurreck. „Die Realität sieht aktuell anders aus. Politische Entscheidungen überdauern heute nicht einmal mehr eine Legislaturperiode. So soll die novellierte Düngeverordnung nach nicht einmal zwei Jahren erneut verschärft werden. Das ist nicht zu akzeptieren.“

Zudem seien die aktuellen Vorschläge der Bundesregierung zur Änderung der Verordnung eine Abkehr von der bedarfsgerechten Düngung und bringen insbesondere Veredelungsbetriebe in existentielle Nöte.

Mit Blick auf Gewässerschutz und sauberes Trinkwasser plädierte der Bauernpräsident für eine komplexe Ursachenanalyse.

„Überhöhte Messwerte dürfen nicht ignoriert werden“, machte er deutlich. „Aber pauschale Einschränkungen lehne ich ab.“

Es könne nicht sein, dass hohe Nitratwerte an einzelnen Messstellen zur Folge haben, dass in weiträumigen Gebieten nach Düngeeinschränkungen kein Qualitätsweizen mehr produziert werden kann.

Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern bewirtschaften heute fast jeden zweiten Hektar im Land nach den Vorgaben des Greenings oder eines Agrarumweltprogramms. Auf mehr als 7200 Hektar wurden beispielsweise im vergangenen Jahr Blühflächen angelegt. Damit leisten die Landwirte des Landes einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz, der aktuell durch die Zahlung von EU-Fördermitteln honoriert wird. Derzeit wird in Europa der finanzielle Rahmen der EU-Agrarpolitik für die Förderperiode nach 2020 debattiert. Durch den anstehenden Brexit und neue Herausforderungen wie den gemeinsamen Grenzschutz könnten künftig einige Milliarden Euro weniger in die Landwirtschaft und den ländlichen Raum fließen.

Sorgen plagen die Tierhalter in Mecklenburg-Vorpommern. Rinder- und Schafhalter hatten aufgrund der Dürre im vergangenen Jahr Mühe ihre Tiere satt durch den Winter zu bekommen. Weidetierhaltern bereitet der Wolf zunehmend Probleme. Besonders schwierig ist die Situation für die Schweinehalter. Ob Ferkelkastration oder Kastenstände – sie werden mit vielen gesellschaftlichen Anforderungen konfontiert. Doch anstatt klare Rahmenbedingungen und Planungssicherheit zu schaffen, sorgt die Politik derzeit eher für Verunsicherung und Resignation unter den Tierhaltern. Hier sind verlässliche politische Entscheidungen gefragt, die in der Praxis umsetzbar sind und nicht zu weiteren Strukturbrüchen führen, so Kurreck.

Landwirte leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag bei der Produktion von Lebensmitteln sondern gestalten auch die ländlichen Räume. Mit ihrer täglichen Arbeit und dem gesellschaftlichen Engagement in Stadtparlamenten und Gemeindevertretungen tragen sie zur Entwicklung unserer Gesellschaft bei. Aktuell begleiten sie gemeinsam mit dem Landesimkerverband an 90 Schulen im Land die Aktion „Schule blüht auf“. Insgesamt nehmen rund 2900 Schüler in 160 Klassen an der Aktion teil und schaffen mit kleinen Blühwiesen wichtige Nahrungsgrundlagen für Insekten und Bienen. Mit Hilfe von Landwirten und Imkern säen die Mädchen und Jungen entsprechendes Saatgut aus und pflegen anschließend die Flächen. Dabei dokumentieren die Kinder ihre Beobachtungen.

 

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