Grafik: BLE - Quelle: Statistisches Bundesamt, bis 2015 endgültige Werte

Marktbericht

– OBST – GEMÜSE – SÜDFRÜCHTE –

mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
KW 31 / 18 vom 08.08.2018 für den Zeitraum 30.07. – 03.08.2018


(Auszug)

Tomaten

BLE_4c_de1Die Lage blieb angespannt: Riesige Mengen drängten in das Geschäft. Fast einer Flut gleich ergossen sich die Zufuhren aus den Niederlanden und Belgien in den Vertrieb. Auch Deutschland hatte nichts an Relevanz verloren. Die Überversorgung hielt kontinuierlich an. Obwohl man eine durchaus lebhafte Nachfrage verbuchte, schien der Angebotsüberschuss um keinen Deut zu schrumpfen. Die Bewertungen mussten fortlaufend reduziert werden. Der Preiskampf war aufgrund der verschärften Konkurrenz enorm. Mittels Sonderaktionen, die die Ware äußerst günstig offerierten, versuchte man örtlich krampfhaft, eine zeitnahe Abnahme zu beschleunigen. Nicht immer von Erfolg gekrönt, da ja parallel dazu ohne Pause beträchtliche Chargen zuflossen. Es war geradezu aussichtslos. Rispentomaten wurden bereits ab 2,25 € je 5-kg-Steige umgeschlagen. Selbst die sonst eher elitären Kirschtomaten gerieten unter die Räder. Die Verkäufer verscherbelten sie praktisch schon ab 1,- € je kg.

Äpfel
Die Produktpalette der neuen europäischen Saison verbreiterte sich merklich. Da die Verfügbarkeit so stark expandierte, baute sich ein erkennbarer Absatzdruck auf. Die Notierungen sackten in der Regel gehäuft ab.

Birnen
Die europäische Kampagne gewann an Kraft. Eine leicht intensivierte Bereitstellung begegnete einem unaufgeregten Interesse. Es fiel immer schwerer, die Bewertungen auf einem konstanten Niveau zu halten. Über kurz oder lang brachen sie vielfach ein.

Tafeltrauben
Die Nachfrage reichte in der Regel nicht aus, um generell eine glatte Räumung zu gewährleisten. Selbst zum Wochenende hin war keine wesentliche Absatzbelebung zu erkennen. In der Folge mussten die Vertreiber wiederholt ihre Forderungen etwas nach unten anpassen.

Erdbeeren
Die Kampagne zeigte erste Anzeichen von Ermüdungen. Zum einen verringerte sich die Versorgung, zum anderen schwächte das Interesse fortlaufend immer mehr ab. Die Notierungen oszillierten daher in direkter Abhängigkeit von Produkteigenschaft und Abnahmeintensität in einer breiten Spanne.

Aprikosen
Die Verfügbarkeit vorherrschender französischer und türkischer sowie das Sortiment komplettierender spanischer und italienischer Erzeugnisse dezimierte sich sichtlich. Deren Güte verschlechtere sich zusehends. Das Fleisch wurde verstärkt weich und mehlig. Das verlangsamte den Absatz.

Kirschen
Die diesjährige Kampagne ist vorbei. Die Versorgung schränkte sich enorm ein. Für eine ausgezeichnete Qualität ließen sich häufig Verteuerungen etablieren. Allerdings durfte man dabei den Bogen nicht überspannen, da sich die Abnahme doch sehr entschleunigt hatte und dadurch Überhänge drohten.

Pfirsiche und Nektarinen
Die Zufuhren hatten sich ein wenig verringert. Das Interesse hatte sich zum einen erfreulicherweise verbessert, zum anderen war es zu schwach um eine glatte Räumung zu garantieren. Dem entsprechend gestalteten die Händler ihre Forderungen.

Pflaumen
Die reichliche Verfügbarkeit baute einen erkennbaren Verkaufsdruck auf. Zudem wurden die Früchte schnell weich, was deren Absatz enorm bremste. Die Bewertungen sanken infolge der üppigen Bereitstellung für gewöhnlich ab, rutschten manchmal regelrecht in den Keller.

Zitronen
Insgesamt gesehen hatte Argentinien die Marktführung erlangt. Die Versorgung fiel durchweg überschaubar bis deutlich knapp aus. Bei einem steten Interesse verharrten die Notierungen mindestens auf einem stabilen Niveau.

Bananen
Generell verzeichnete man eine schwache Nachfrage. Die Händler hatten das Angebot meistens genügend auf den unaufgeregten Bedarf abgestimmt. Somit vermochten sie ihre Forderungen für gewöhnlich auf einem konstanten, wenn auch niedrigen Level zu fixeren.

Blumenkohl
Insgesamt gesehen prägten die hohen Temperaturen den Verkauf äußerst negativ. Die Unterbringung hatte sich nämlich kontinuierlich und in einem merklichen Rahmen entschleunigt. Die Notierungen sackten daher früher oder später unisono ab.

Salat
Die Geschäfte mit Kopfsalat verliefen eher ruhig. Die belgischen Chargen vergünstigten sich dabei wegen gesunkener Einstände und kraft eines verminderten Interesses. Bei deutscher Ware verringerte sich der Umfang an qualitativ ansprechenden Partien, die sich daraufhin in der Regel verteuerten.

Gurken
Die inländischen Abladungen bestimmten den Verkauf von Schlangengurken. Zu Beginn der Woche blieb die Preiskurve ziemlich flach. Doch bald darauf zeigten sich erste Ausreißer nach oben, denn die dezimierten Anlieferungen zogen die Preise zunehmend nach oben.

Gemüsepaprika
Wegen der beträchtlichen Bereitstellung bewegten sich die Notierungen für rote und gelbe Offerten in den meisten Fällen auf einem niedrigen Niveau. Das galt nicht für die grünen Kultivare, da diese eher in einem knappen Umfang auf den Markt kamen und sich verteuerten.

Informationen von den Großmärkten

Frankfurt

Barberina, eine Spätorange aus Spanien, überraschte mit zuckersüßem Geschmack und leichter Schälbarkeit. Himbeeren waren gesucht: Polnische wurden mit bis zu 3,50 € je 250 g am besten bezahlt. Schöne schmackhafte Früchte aus dem Inland brachten bis zu 3,- € je 250 g. Neuerdings vorrätige ukrainische Heidelbeeren in 300-g-Deckelschalen rief man mit 2,20 €, einheimische mit 1,60 bis 2,- € je 250 g auf. Die Ernte von Stachelbeeren neigt sich so langsam ihrem Ende entgegen, so kosteten 500 g inzwischen bis zu 2,90 €. Türkische Feigen zeigten sich von der Kondition her instabil und mussten schnell umgeschlagen werden. Die Wasserproblematik ließ den Preis von Dill wieder auf 16,- bis 21,- € für die 3-kgKiste ansteigen. Radieschen litten unter der Hitze, was an dem schwachen Turgor des Laubes abzulesen war. Die Nachfrage nach Buschbohnen und Stangenbohnen hielt sich in Grenzen. Die Bewertungen von Steinpilzen kletterten bis Freitag auf 20,- bis 21,- € je kg. Pfifferlinge gab es ab 7,50 € je kg reichlich aus Polen, Russland und Weißrussland. Spanien lieferte bei Gemüsezwiebeln zu üppige Mengen und zu differenzierte Qualitäten, daher divergierten die Forderungen der Vertreiber von 8,- bis 12,- € je 25 kg.

Hamburg

Erste Mandarinen aus Brasilien, Nadorcott, standen in vielen Sortierungen von 54er bis 105er zur Verfügung. Die Preise variierten von 16,50 bis 20,- € je 10-kg-Kiste. Für kernlose Wassermelonen wuchs das Interesse deutlich an. Verteuerungen auf 1,- € je kg waren die Folge. Heidelbeeren generierten im Focus der Kunden einen guten Verkauf. Eine 250-g-Schale wurde mit 1,50 € aufgerufen. Pfifferlinge aus Russland, Weißrussland und Litauen flossen genügend zu. Die abnehmenden Bewertungen lagen im Durchschnitt zwischen 7,50 und 10,- € je kg.

Köln

Im gesamten Sektor des Beerenobstes waren immer wieder Hitzeschäden zu beobachten, welche sich dann auf die Notierungen auswirkten. Buschbohnen und Stangenbohnen wurden trotz bester Qualität, kaum geordert. Dasselbe galt für Lauch. Auch bei Kohlrabi in einer hervorragenden Aufmachung verzeichnete man nur eine sehr spärliche Nachfrage.

München

Der ungebrochen erhebliche Bedarf nach Beerenobst und die rückläufigen Zufuhren aus dem Inland und aus Polen ließen die Forderungen der Vertreiber nochmals auf ganzer Breite ansteigen. Der Absatz von Dessertmelonen und Wassermelonen sowie Ananas, Mangos und Papayas blieb bei dem sommerlichen Wetter entsprechend hoch. Limetten waren inzwischen üppiger vorhanden. Ihre relativ niedrigen Notierungen veränderten sich nicht. Buschbohnen und Stangenbohnen trafen kontinuierlich ausreichend ein. Meist konnten sie zu bisherigen Preisen vermarktet werden. Auberginen standen mengenbedingt unter Druck. Die bislang ansehnlichen Bewertungen von Kohlrabi und Chinakohl gaben etwas nach. Das Interesse für Brokkoli schränkte sich witterungsinduziert ein. Dill vergünstigte sich. Die Saison von Steinpilzen und Pfifferlingen gewann durch ausgedehnte Anlieferungen an Schwung.

Berlin

Die andauernde Trockenheit sorgte weiter für eine knappe Verfügbarkeit von Beerenobst. Attraktive Himbeeren aus Deutschland und Polen waren zu 2,80 bis 3,80 € je 125-g-Schälchen vorrätig und selbst Brombeeren von ebenda wurden mit 2,- bis 2,80 € je 125-g-Schale vergütet. Wassermelonen aus Italien und Spanien intensivierten ihre Präsenz, denn die enormen Temperaturen befeuerten die Nachfrage. Für italienische Früchte mit Kernen bezahlten die Kunden 0,40 bis 0,60 € je kg und am anderen Ende der Skala fanden man kernlose Markenware aus Spanien in haushaltsgerechter Größe für rund 1,- € je kg.

Speisekartoffelmarkt KW 31/ 2018

Die inländischen Speisefrühkartoffeln trafen in einem üppigen Umfang ein. Die fortschreitende Ernte bewirkte ausgedehnte Anlieferungen. Die Märkte waren reichlich versorgt. Neu ins Sortiment kamen Adretta, Afra sowie Christa und Gunda. Zudem tauchten erste Partien an Sieglinde auf, die in Moorböden kultiviert wurden. Das anhaltende sommerliche Hoch und die Ferienzeit hatten die Nachfrage ein wenig entschleunigt; sie konnte nicht überall genügend befriedigen. Zum einen mussten daher die Händler ihre Forderungen etwas zurückschrauben, damit der Abverkauf nicht zu sehr stockte. Manchmal wurden dabei lediglich die unteren Grenzen der Preisspannen zurückgenommen. Zum anderen harmonierte die Bereitstellung wenigstens einigermaßen mit den Absatzmöglichkeiten, sodass die Bewertungen verschiedentlich auch auf ihrem bisherigen Niveau fixiert werden konnten. Die italienischen Offerten standen nur noch in Restmengen zur Verfügung. Da deren Qualität nicht durchgängig zu überzeugen vermochte, waren die Vertreiber teilweise gezwungen, Vergünstigungen zu gewähren.

Externer Link: Markt- und Preisbericht der BLE für die 31. KW 2018

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