Quelle: BLE

Marktbericht

– OBST – GEMÜSE – SÜDFRÜCHTE –

mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
KW 22 / 18 vom 06.06.2018 für den Zeitraum 28.05. – 01.06.2018


(Auszug)

Erdbeeren

BLE_4c_de1Die sommerliche Witterung machte Lust auf die monopolartig eintreffenden Früchte aus deutschem Anbau. Die Absatzzahlen schnellten in die Höhe. Parallel dazu expandierte aber auch die Verfügbarkeit und das in einem weit mehr als den Verkaufsmöglichkeiten gebührenden Rahmen. Es kam zu einer Überversorgung, die teilweise erhebliche Überhänge verursachte. Die Händler waren unweigerlich gezwungen, ihre Forderungen sukzessive und offensichtlich nach unten anzupassen. Allein bei Top-Ware konnten sich die Kurse auf dem bisherigen Niveau halten oder tendierten sogar vereinzelt nach oben. Bestände mit unberechenbarer oder zweifelsfrei dahinschwindender Kondition mussten erkennbar unter Notiz veräußert werden. So waren Preisspannen von 0,70 bis 1,40 € je 500-g-Schälchen nichts Ungewöhnliches. Die Ausreißer für Chargen mit einer hervorragenden Güte schossen dabei ohne Schwierigkeiten durchaus auf bis zu 2,20 € je 500 g empor.

Äpfel
Aufgrund der geringen Vorräte hatte sich die Präsenz der inländischen und italienischen Erzeugnisse merklich vermindert. Von Bedeutung waren nur noch Granny Smith, Elstar und Golden Delicious. Die neuseeländischen Zuflüsse an Braeburn beherrschten das Geschäft; gefolgt von Royal Gala aus Neuseeland, Chile und Argentinien. Pink Lady aus Chile und Argentinien gewannen wie neuseeländische Kanzi an Wichtigkeit. Cox Orange verloren augenscheinlich an Relevanz. Basierend auf der knapper werdenden Sortenpalette konnten sich die Partien aus Europa oftmals leicht verteuern. Kontraproduktiv wirkten sich zuweilen deren zunehmenden Qualitätsunsicherheiten aus, die natürlich unabwendbar in Vergünstigungen mündeten. Die Bewertungen der Artikel aus der südlichen Hemisphäre oszillierten verschiedentlich auf dem Level der Vorwoche. Gelegentlich sackten sie ein bisschen ab wegen der angewachsenen Mengen.

Birnen
Insgesamt gesehen korrelierte das Angebot hinlänglich mit der Nachfrage. Die Vertreiber brauchten somit ihre bisherigen Forderungen kaum zu modifizieren. Bloß manchmal verlief der Warenumschlag zu stockend, sodass die Preise abgesenkt werden mussten.

Tafeltrauben
Die Erzeugnisse aus dem Mittelmeerraum hatten inzwischen die Marktführung übernommen. Die Präsenz von ägyptischen Prime Seedless sowie italienischen Black Magic und Victoria dehnte sich enorm aus. Erste Crimson Seedless und Thompson Seedless aus Europa kamen ins Spiel. Die hohen Einstände der Mittelmeerofferten vereitelten zum einen einen schnellen Verkauf. Parallel dazu wurden diese aber zum anderen gerade durch einen witterungsinitiierten verdichteten Zugriff bestätigt. Hier und da fiel der Zuspruch etwas verhaltener aus, sodass in der Folge die Bewertungen verringert werden mussten. Die Artikel aus Übersee vermochten sich aufgrund ihre Qualität häufiger einer negativen Kursentwicklung zu entziehen, da sie bei den Kunden genügend Interesse hervorriefen

Aprikosen
Die Abladungen aus Spanien expandierten merklich. Die nachgeordneten italienischen Importe weiteten sich aus; die türkischen ebenso, jedoch in einem überschaubareren Rahmen. Frankreich startete in die diesjährige Kampagne. Mittlerweile gab es auch Kaliber AA. In Sachen Ausfärbung, Geschmack und Kondition fächerte sich das Sortiment zusehends auf. Somit divergierten die Grenzen der Preisspannen. Generell senkten sich diese meist sukzessive ab, da die Bereitstellung nicht hinlänglich mit den Unterbringungsmöglichkeiten harmonierte. Exklusive Pricia aus Frankreich zeigten sich davon unbeeindruckt und notieren unverändert. Sie erzielten dabei durchschnittlich bis maximal 4,50 € je kg.

Kirschen
Die Versorgung hatte sich offensichtlich verstärkt. Die türkischen Anlieferungen herrschten insgesamt betrachtet vor. Nachrangig traf spanische und italienische Ware ein; griechische ergänzte. Inländischen Erzeugnissen aus Süd- und Mitteldeutschland fehlte es bisher an entsprechendem Durchmesser, weshalb sie nicht immer genügend Interesse generieren konnten. Die türkischen und spanischen Mitstreiter vermochten mit ihren organoleptischer Eigenschaften viel mehr zu punkten, was häufig befriedigende Verkaufszahlen garantierte. Aus der angestiegenen Präsenz dieser Produktgruppe resultierten durchgängig Vergünstigungen, da das Angebot die Nachfrage augenscheinlich überragte.

Pfirsiche und Nektarinen
Die Einstände der italienischen Früchte blieben mengenbedingt ziemlich hoch, was die Kunden zögern ließ. Die spanischen sowie die griechischen Chargen waren billiger, weswegen sie bevorzugt geordert wurden.

Kiwis
Die rückläufige Bereitstellung von europäischen Offerten aus Italien und Frankreich wurde durch die anwachsenden Zufuhren aus Neuseeland sowie weniger gewichtig aus Chile völlig ausgeglichen.

Zitronen
Da der Zustrom von Verna aus Spanien anhaltend knapp blieb, variierten deren Einstände kaum. Die Kurse verweilten also weiterhin auf einem recht ansehnlichen Level. Die Übersee-Kampagne startete.

Bananen
Das Geschäft zeigte sich von seiner ruhigen Seite. Die Konkurrenz durch das europäische Sommerobst war zu groß.

Blumenkohl
Teils war das Angebot derart ausgeweitet, dass die Bewertungen reduziert werden mussten. Teils verstand man es, die Bevorratung genügend auf den Zugriff abzustimmen, sodass die Kurse konstant blieben.

Salat
Die stetigen Abverkäufe von inländischem Kopfsalat erlaubten den Vertreibern, ihre Aufrufe anfangs auf einem stabilen Niveau zu fixieren. Zum Wochenende hin konnten sie dieses häufiger sogar marginal anheben.

Gurken
Die Nachfrage war nicht stets völlig befriedigend, zeigte sich hier und da aber um einiges freundlicher. Die Bewertungen bewegten sich daher oftmals in ihren bisherigen Spannen. Manchmal drängte das zu große Angebot zu Verbilligungen.

Tomaten
Das Interesse hatte sich zwar wegen der sommerlichen Witterung verdichtet, vermochte aber mit den expandierenden Zufuhren nicht mitzuhalten. Es kam unweigerlich zu einer Überversorgung. Die Preise sackten in den Keller.

Gemüsepaprika
Den Handel beherrschten die niederländischen Importe. Ein routinierter Vertrieb der Waren initiierte häufig relativ konstante Kurse, die bedingt durch eine variable Bereitstellung in engen Grenzen oszillierten.

Spargel
Das Saisonfinale näherte sich allmählich. Die Mengen schränkten sich zwar ein, waren aber vielfach noch zu hoch. Zum einen bildeten sich Überhänge mit einer schnell abfallenden Qualität. Vergünstigungen sollten den ermüdeten Geschäften wieder mehr Schwung verleihen. Manchmal mussten die frischen Neuzugänge mit deutlichen Abschlägen regelrecht in den Markt gedrückt werden. Selbst zum Wochenende hin war eine völlige Räumung dann unmöglich. Zum anderen bewirkte die verringerte Verfügbarkeit eine gewisse Stabilisierung der Preise. Hier und da tendierten diese zum Freitag hin sogar leicht nach oben. Das galt vorrangig für die grünen Stangen in einer optimalen Aufmachung, die mit den kleinen Durchmessern konnten davon nicht profitieren. Ein örtlicher Versorgungsengpass in diesem Sektor verhalf der niederländischen Konkurrenz zu Verkäufen ab 4,25 € je kg.

Weitere Informationen von den Großmärkten

Frankfurt

Kein Kommentar

Hamburg

Satsumas aus Südafrika eröffneten Ihre Vermarktung mit Kaliber 1X zu 12,- bis 14,- € pro 10-kg Einheit. Erste süddeutsche rote Johannisbeeren kosteten 3,25 € je 500 g und Himbeeren 2,60 € je 200-g-Schale. Bei der Hitzewelle gingen Melonen aus dem Mittelmeerraum sehr flott. Angestiegene Mengen ließen aber keinen Bonus zu. Wachsbohnen und Buschbohnen starteten aus Polen kommend zu 4,75 € je kg und aus Italien stammend zu 3,25 € je kg. Speisemöhren aus Israel begannen ihre Kampagne zu 11,50 € je 9-kg-Karton. Lauch aus Spanien generierte 1,50 € je kg. Zum Ernteauftakt brachten einheimische Zucchini 8,- € je 5-kg.

Köln

Kein Kommentar

München

Erneut wurden niedrigere Preise für Rhabarber verzeichnet. Bei Auberginen mussten sich die Vertreiber von ihren festen Forderungen trennen. Auch Zucchini gerieten diesbezüglich unter Druck. Hier war erstmals ein geringes Angebot aus einheimischer Produktion verfügbar. Die Präsenz von Mangold und Stangensellerie aus den Inland verstärkte sich. Italienischer Radicchio wurde mit deutscher Ware ergänzt. Durch eine intensivierte Bereitstellung verbilligten sich Steinpilze und Pfifferlinge aus Rumänien und Bulgarien. Sukzessive wuchs das Interesse seitens der Gastronomie an.

Berlin

Große Mengen spanischer Kulturheidelbeeren in den unterschiedlichsten Aufmachungen, meist Rückläufer aus dem organisierten LEH, aber qualitativ stabil, überschwemmten buchstäblich den Markt. Die regulären Notierungen lagen bei 0,75 € je 125 g, was dennoch häufig keinen Verkauf garantierte. Bei Frühlauch aus Deutschland, den Niederlanden und Portugal hob sich das Kursniveau merklich, allerdings zeigte dies keine negativen Auswirkungen auf den Absatz. Die Saison für hochwertige Speisepilze war endgültig eröffnet. So fand man reichlich weiße und braune Champignons in diversen Abpackungen am Fruchthof vor. Dabei dominierten die polnischen Partien, welche sich zwischen 1,80 und 2,30 € je kg einpendelten. Komplettiert wurden diese von attraktiven frischen Pfifferlingen aus Litauen und Weißrussland, die 18,- bis 23,- € je kg kosteten. In sehr überschaubaren Abladungen buhlten erste Steinpilze aus Rumänien zu 22,- € je kg sowie Morcheln aus der Türkei zu 48,- € je kg um die Gunst der Kunden. Bei den äußerst seltenen Kaiserlingen war dies hingegen nicht nötig, denn die einmaligen, geradezu homöopathischen Ankünfte wurden trotz der aufgerufenen 55,- € je kg innerhalb weniger Stunden geräumt.

Speisekartoffelmarkt KW 22 / 2018

Inländische Lagerware traf kontinuierlich in einem reichlichen Umfang ein. Die Qualität vermochte in der Regel zu überzeugen. Das lockte zwar für gewöhnlich preisbewusste Käufer an, doch im Großen und Ganzen fiel es immer schwerer, die alterntigen einheimischen Offerten glatt unterzubringen. Das bisherige Niveau der Bewertungen wurde dennoch fast durchweg unverändert beibehalten. Die Speisefrühkartoffeln aus Deutschland gewannen zusehends an Relevanz.Immer bedeutendere Mengen gelangten vorwiegend aus der Pfalz und aus dem Raum Hannover auf die Märkte. Der Absatz expandierte. Zum einen garantierte eine harmonische Beziehung zwischen Angebot und Nachfrage stabile Notierungen, zum anderen drängte die angewachsene Versorgung die Vertreiber verschiedentlich zu leichten Vergünstigungen. Vereinzelt waren aufgrund des verdichteten Interesse sogar marginale Verteuerungen möglich. Die Importe aus Italien und Zypern verringerten sich allmählich. Sie verbilligten sich gelegentlich wegen der erstarkten inländischen Konkurrenz.

Externer Link: Marktbericht Nr. 22/18

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn