Quelle: BLE

Marktbericht

– OBST – GEMÜSE – SÜDFRÜCHTE –

mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
KW 38 / 19 vom 25.09.2019 für den Zeitraum 16.09. – 20.09.2019

 

Äpfel

Das Angebot intensivierte sich. Das galt sowohl für das Volumen als auch für die Vielfalt. Die inländischen Abladungen herrschten offensichtlich vor. Die dabei dominierenden Elstar bauten ihre Präsenz erkennbar aus. Die Relevanz von Boskoop und Jonagold veränderte sich nur graduell. Die frühen Varietäten wie Delbarestivale und Gravensteiner hatten fortlaufend Bestand. Cox Orange aus Deutschland ließen verschiedentlich die typische gestreifte Ausfärbung vermissen. Erste Rubinette aus Baden tauchten auf. Italien ergänzte traditionell mit Royal Gala, Granny Smith und Golden Delicious. Der Zufluss von Red Chief derselben Herkunft wuchs marginal an. Ausländische Elstar verloren eher an Wichtigkeit. Die Nachfrage stellte dank des herbstlichen Wetters inzwischen oftmals zufrieden. Bei einem hinreichenden Absatz konnten die Händler ihre Forderungen hier und da auf dem bisherigen Level fixieren. Aufgrund des verdichteten Warenspektrums mussten sie ihre Aufrufe jedoch mehrheitlich etwas reduzieren. Besondere Artikel wie Goldparmäne, Santana und Rubinette brachten problemlos bis zu 1,40 €, seltener bis zu 1,80 € je kg. Deutsche Wellant konkurrierten örtlich mit niederländischen Importen, wodurch es zu einem häufigen Preiswechsel kam. Französische Honey Crunch starteten zu 2,- € je kg in die Saison. Chargen aus Übersee waren lediglich in Restmengen vorrätig. Dabei schlug man hauptsächlich Clubsorten wie Pink Lady und Jazz um. Ihre Bewertungen sackten den einmischen Erzeugnissen folgend meistens ab.

Birnen
Man berichtete von schwachem bis freundlichem Interesse. Da die Verfügbarkeit jahreszeitbedingt in der Regel noch nicht allzu sehr drängte, brauchte man die Bewertungen nicht wesentlich zu modifizieren. Die mitteleuropäischen Zugänge lockten die Abnehmer mit vergleichsweise niedrigen Notierungen.

Tafeltrauben
Insgesamt gesehen herrschten italienische Abladungen vor. Der Handel verlief generell in ruhigen Bahnen. Die Verkaufszahlen verbesserten sich erst zum Freitag hin. Die Notierungen oszillierten für gewöhnlich auf ihrem bisherigen Niveau. An Verteuerungen war nicht zu denken, da die Mengen einfach zu groß ausfielen.

Pfirsiche und Nektarinen
Die Saison bewegt sich offensichtlich ihrem Ende entgegen. Meistens waren nur noch gelbfleischige Produkte vorrätig. Der Zustrom hatte sich verringert. Die Abnahme dezimierte sich in einem ähnlichen Umfang. Die Notierungen verharrten somit häufig auf einem recht konstanten Level, zumindest bei frisch eingetroffener Ware.

Pflaumen
Die Geschäfte prägten die einheimischen Abladungen, vorrangig mit Hauszwetschge und Presenta. Der Balkan schickte ausschließlich Stanley. Lokal tauchten polnische Hauszwetschgen auf. Die späten Varietäten ließen sich, festes Fruchtfleisch vorausgesetzt, relativ flott unterbringen. Bei einer nicht drängenden Bereitstellung konnten daraus zuweilen marginale Verteuerungen abgeleitet werden.

Zitronen
Das Angebot fächerte sich breit auf, obwohl nicht sämtliche Artikel überall verfügbar waren. Die Kunden fokussierten sich auf die südafrikanischen Zugänge aufgrund deren besseren organoleptischen Eigenschaften. Daher konnten die Händler ihre Forderungen verschiedentlich anheben.

Bananen
Einerseits blieb der unaufgeregte, wenn auch stetige Vertrieb von Vergünstigungen nicht verschont, andererseits forcierte das herbstliche Wetter den Absatz. Also konnten die Verkäufer oftmals höhere Preise aufrufen. Das galt vorrangig für die Zweit- und Drittmarken sowie vereinzelt für die Erstmarke.

Blumenkohl
Auch wenn sich die Versorgung teilweise etwas ausdehnte, so war sie dennoch kontinuierlich überschaubar. Die Unterbringungsmöglichkeiten erfüllten nicht die Erwartungen der Händler. Dessen ungeachtet etablierten sich vielfach Verteuerungen, die beim Kunden nicht auf Akzeptanz stießen.

Salat
Der Absatz von Kopfsalat basierte auf den dominierenden inländischen sowie ergänzenden belgischen Mengen. Die Preise der einheimischen Chargen erfreuten sich einer gewissen Stabilität. Sie sackten allein im Norden ab, wo nässegeschädigte Produkte den Zugriff dezimierten. Die belgische Ware vergünstigte sich häufig, was ihre Vermarktung forcierte.

Gurken
Die niedrigeren Temperaturen und die verminderte Sonneneinstrahlung verringerten bei Schlangengurken die Erträge. Der Handel war zwar noch reichlich versorgt, aber die Preise schossen für gewöhnlich buchstäblich durch die Decke. Im Extremfall machten die Zuwächse bis zu 90 %, vereinzelt sogar über 100 % aus.

Tomaten
Fleischtomaten wurden in der Regel hinlänglich beachtet, um sich zunächst konstante, später ansteigende Notierungen zu sichern. Die Bewertungen von Rispenware oszillierten in einer breiten Spanne, die auf einer divergierenden Qualität basierte. Infolge eingeschränkter Verfügbarkeit verteuerten sich die Runden Offerten manchmal richtig sprunghaft.

Gemüsepaprika
Die Preisentwicklung war oftmals sehr volatil. Ausreißer nach oben und unten wechselten sich ab und durchzogen meist das gesamte Sortiment. Verschiedentlich bewirkten ungenügende Zufuhren aus Spanien eine gewisse Verknappung. Daraus resultierten dann Verteuerungen für die niederländische Konkurrenz.

Informationen von den Großmärkten

Frankfurt

Wohlschmeckende italienische Aprikosen, Fardao, konnten zu 14,- bis 18,- € je 5 kg schnell verkauft werden. Das Interesse an Beerenfrüchten ging zurück. Neben spanischen Sharonfrüchten waren inzwischen auch italienische und spanische Kakis zu haben. Türkische Feigen befreiten sich teilweise aus dem Preistief. Aus dem Südwesten Frankreichs stammten frische Walnüsse der Varietät Lara, die zu 4,50 € je kg schon Zuspruch generierten. Die Ernte von deutschen Zucchini verminderte sich spürbar, was den Vertreibern höhere Forderungen für die belgischen und niederländischen Mitbewerber ermöglichte. Niederländischer Rosenkohl und deutsche Steckrüben bereicherten erstmals den Handel. Die großen Abladungen an Steinpilzen mussten mit deutlichen Verbilligungen vermarktet werden. Das Kilogramm kostete 15,- bis 20,- €.

Hamburg

Kiwis aus Italien begannen ihre Kampagne exakt im selben Zeit- und Bewertungsrahmen wie im Vorjahr und zwar in gelegter Form mit 33 Stück zu 6,50 € je 3-kg-Steige und in loser Aufmachung mit 39 Stück zu 16,- € je 10-kg-Karton. Litschis aus Israel starteten in die Saison zu 31,- € je 2-kgVerpackung und die aus Italien zu 28,- € je 2 kg. Die per Schiff eingetroffenen Mangos aus Brasilien wurden durch den länger andauernden Importweg und der damit verbundenen limitierten Haltbarkeit billiger veräußert. Deutsche Pastinaken gaben angebotsbedingt nach. Bei ungleichmäßig sortierten Schneidebohnen aus dem Inland verringerte sich der Gewinn.

Köln

Bei Erdbeeren waren weiterhin sehr überschaubare Mengen verfügbar. Sie genügten zur Bedarfsdeckung aber vollkommen aus. Zumindest zum Freitag hin interessierten sich vereinzelte Kunden für Walnüsse der neuen Ernte aus Frankreich. Wegen der niedrigeren Temperaturen begrenzte sich die Aufnahme bei den Wassermelonen merklich. Immer noch recht hochpreisig waren Steinpilze, die meist aus polnischem Anbau stammten.

München

Erdbeeren gewannen aufgrund des nahen Oktoberfestes an Bedeutung. Für inländische und polnische Kulturheidelbeeren sowie für Himbeeren neigte sich die Saison unweigerlich dem Ende zu. Südamerikanische Lieferungen trafen noch nicht ein, was zu einer Angebotseinschränkung und höheren Forderungen seitens der Händler führte. Die Abgabe von südafrikanischen Mandarinen, Orri, und von Orangen, Valencia Late, bewegte sich bei leicht gesteigerten Zuläufen zunächst in einem engen Rahmen. Zum Wochenbeginn standen erste gutausgefärbte inländische Quitten aus Baden bereit. Stangenbohnen und Buschbohnen zeigten lediglich geringe Preisveränderungen. Knapper Brokkoli verteuerte sich ähnlich wie die einheimischen Zucchini. Langsam stärkte sich der Zufluss des niederländischen Rosenkohls. Die Abladungen an Grünkohl reichten aus. Für das Oktoberfest erhoffte man sich einen zügigeren Absatz von Rettichen und von Radieschen.

Berlin

Erdbeeren aus einheimischem, griechischem und niederländischem Anbau waren weiter recht beliebt und die begrenzte Verfügbarkeit ansprechender Qualitäten trieb deren Bewertungen nach oben. Für attraktive 500-g-Schalen mussten bis zu 3,- € bezahlt werden. Trotzdem konnte das Interesse nicht immer restlos gestillt werden. Vor allem zum Freitag hin wuchs überdies der Bedarf witterungsinduziert an. Die Importe von Mandarinen aus Südafrika, überwiegend Nadorcott, verdichteten sich. Das herbstliche Wetter belebte auch deren Abnahme und die Notierungen von 17,- bis 22,- € je 10-kgAufmachung oszillierten auf einem vertrauten Level. Die Präsenz von Quitten aus Frankreich und Italien dehnte sich aus. Sie kosteten rund 4,- € je kg und generierten so nur ein sehr verhaltenes Geschäft.

Speisekartoffeln KW 38 / 2019

Der Handel war reichlich mit der einheimischen Lagerware ausgestattet. Die Versorgung dehnte sich teilweise noch ein wenig aus. Die Produktpalette hatte sich bloß durch neue Bintje ausgeweitet. Zum einen stand das Angebot einer hinlänglichen Nachfrage gegenüber. Folglich konnten die Vertreiber ihre Forderungen vielfach auf einem konstanten Niveau fixieren. Zum anderen stockte die Unterbringung aufgrund eines zwar oftmals freundlichen, aber für die großen Mengen ungenügenden Interesses. Vergünstigungen sollten daraufhin mehr Schwung in den Verkauf bringen, was jedoch meistens nicht zufriedenstellend gelang. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass der eher negative Trend der Notierungen anhalten wird. Örtlich wurde das Sortiment durch geringe Importe aus Frankreich ergänzt. Deren Bewertungen blieben überwiegend stabil.

Anhang 

Herausgeber

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Deichmanns Aue 29
D-53179 Bonn

Referat 511
Heribert Tintinger – Telefon: 0228 6845 3943
Thomas Kafert – Telefon: 0228 6845 3957
E-Mail: obstundgemuesemarkt@ble.de