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Marktbericht

– OBST – GEMÜSE – SÜDFRÜCHTE –

mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
KW 19 / 19 vom 15.05.2019 für den Zeitraum 06.05. – 10.05.2019

Gemüsepaprika

Die Niederlande prägten augenscheinlich vor der Türkei das Geschehen und intensivierten ihre Zufuhren. Die Präsenz der spanischen Offerten verminderte sich derweil. Belgien ergänzte ebenso wie Deutschland mit geringen Mengen das Sortiment. Marokkanische Importe tauchten zum Wochenende hin nur noch in Frankfurt auf. Örtlich verdichtete sich die Verfügbarkeit so kräftig, dass die Notierungen regelrecht abstürzten, da die Nachfrage mit der verstärkten Versorgung nicht Schritt halten konnte. So waren Vergünstigungen von 20 % und mehr keine Ausnahme. Dies wirkte sich aber nicht immer belebend auf die anschließende Unterbringung aus. In München zeigte sich ein anderes Bild: Hier konnte der Bedarf nicht vollends gedeckt werden, sodass auch Verteuerungen keine Seltenheit waren. Ähnliches war in Berlin zu beobachten, wo einige Kultivare an den LEH gebunden waren und die Bereitstellung daher zu knapp ausfiel. Also mussten auch die Kunden in der Hauptstadt tiefer in die Tasche greifen. Dort wurden vermehrt Klasse-II-Artikel aus Spanien abgeladen, die wegen des niedrigen Preises einen freundlichen Zuspruch generierten.

Äpfel
Noch immer dominierten inländische Partien die Szenerie: Elstar, Jonagold und Braeburn bildeten dabei die Basis des Angebotes. Aus Italien stammten vorrangig Granny Smith und Golden Delicious, aus Frankreich Jazz und Pink Lady. Die Niederlande, Belgien und Polen komplettierten die europäische Warenpalette. Die Qualität der Früchte überzeugte in der Regel. Die Verkäufer mussten ihre Forderungen infolge einer stetig verlaufenden Abwicklung nur selten modifizieren. Die Importe aus Übersee hatten es aufgrund ihrer hohen Preise schwer, Marktanteile hinzuzugewinnen. In diesem Segment herrschte Neuseeland mit Royal Gala vor. Chile schickte ebenso hauptsächlich Royal Gala und ergänzend Elstar. Argentinien sendete Granny Smith, die aber in organoleptischer Hinsicht Wünsche offenließen. Südafrika beteiligte sich mit Royal Gala und inzwischen auch mit Granny Smith und Idared. Lediglich Köln berichtete von einem beschleunigten Umschlag der Chargen von der südlichen Hemisphäre. Ansonsten verlief deren Unterbringung eher langsam.

Birnen
Die Zufuhren aus Übersee bestimmten das Geschehen, vorrangig konnte auf chilenische und südafrikanische Produkte zugegriffen werden. Argentinien ergänzte. Die Präsenz von Williams Christ schränkte sich ein, derweil dehnte sich die von Forelle und Packham`s Triumph aus. Abate Fetel spielten eine große Rolle in der Vermarktung, Rosemarie eine eher kleine. Die Geschäfte verliefen in der Regel recht ruhig. Meist konnten die Vertreiber die Aufrufe der Vorwoche bestätigen. Ab und an waren sie aber auch gezwungen, Vergünstigungen zu gewähren, da sich sonst Bestände gebildet hätten. Die europäischen Artikel, Abate Fetel aus Italien sowie Conference aus den Niederlanden und Belgien, deren Güte meist noch überzeugte, wurden noch immer stetig abgewickelt. Örtlich endete der Verkaufszeitraum der letzten verbliebenen europäischen Chargen.

Tafeltrauben
Thompson Seedless waren allgegenwärtig; sie stammten aus Chile, Indien und Südafrika. Die südafrikanischen Zuströme verknappten sich. Da sich auch das Interesse verminderte, verharrten die Notierungen meist auf ihrem bisherigen Niveau. Örtlich verschwanden erste Varietäten aus den Regalen, so verabschiedeten sich in Berlin zum Beispiel südafrikanische La Rochelle aus dem Handel. Der Bedarf konnte in der Regel ohne Schwierigkeiten gedeckt werden. Ramadan verlangsamte punktuell die Unterbringung. Die Qualität ließ nur selten Wünsche offen. In Anbetracht der steten Abwicklung veränderten sich die Preise nur selten. In Köln verteuerten sich südafrikanische Flame Seedless, während Thompson Seedless generell billiger wurden. In München mussten die Kunden ab der zweiten Wochenhälfte für das gesamte Sortiment etwas mehr bezahlen.

Erdbeeren
Italien und Deutschland beteiligten sich fast gleichrangig am Geschehen. Die Niederlande folgten. Spanien und Griechenland spielten eine kleine, Belgien eine verschwindende Rolle. Das schlechte Wetter führte zu Wochenbeginn zu einer schleppenden Nachfrage, die ohne Probleme befriedigt werden konnte. Wiesen die Produkte organoleptische Mängel auf, konnten Vergünstigungen kaum umgangen werden. Eine reduzierte Bereitstellung sicherte aber für gewöhnlich stabile Notierungen. Ab Mittwoch stiegen sowohl die Temperaturen als auch das Interesse. Muttertag brachte auf manchen Plätzen zusätzlichen Schwung. Auswirkungen auf die Bewertungen hatte dies aber nur selten. Diese blieben meist konstant. Offerten mit exklusiver Ausfärbung verteuerten sich hier und da leicht, zu helle Artikel mussten hingegen verbilligt abgegeben werden

Zitronen
Die Abwicklung der monopolartig bereitstehenden spanischen Partien erfolgte stetig. Die Händler sahen nur selten Anlass, an ihren bisherigen Forderungen etwas zu korrigieren. In Köln wurden zum Wochenende hin die Bewertungen deutlich angehoben. In Hamburg kam es hingegen zu leichten Vergünstigungen.

Bananen
Es war ein uneinheitliches Geschehen zu beobachten: In Frankfurt tauchten viele über die Niederlande eingeführte Partien auf, die nur schwerlich untergebracht werden konnten. Dort ließen sich Drittmarken am besten verkaufen. In Hamburg blieben die Notierungen trotz einer eher schwachen Nachfrage konstant, da man die Bereitstellung reduzierte. Dies war in Köln auch für die Erstmarke zu beobachten; die Zweitmarken verbilligten sich hier derweil. In München verteuerte sich die Erstmarke wegen eines freundlicheren Zuspruchs. Und in Berlin verharrten die Bewertungen auf bisherigem Niveau, was auf einem steten Interesse seitens der Kunden gründete.

Blumenkohl
Von der Menge her überholte Deutschland Frankreich, was vor allem an der massiven Einschränkung der französischen Chargen lag. Auch Italien verlor massiv an Präsenz. Belgien, Spanien und die Niederlande konnten die entstandene Lücke nicht füllen, sodass an manchen Plätzen eine Unterversorgung herrschte. Die Folgen waren klar: Die Notierungen zogen an, zum Teil auch recht massiv. Örtlich geschah der Preissprung einmalig, an manchen Märkten aber auch sukzessive bis zum Wochenende hin. Die französische sowie die italienische Kampagne befanden sich vor ihrem Ende und die Partien von dort versiegten mancherorts im Wochenverlauf.

Salat
Bei Eissalat intensivierte sich die Verfügbarkeit der einheimischen Partien immens. Die tonangebenden spanischen Chargen gerieten also unter Druck. Da auch deren Qualität nicht immer überzeugte, waren Verbilligungen kaum zu vermeiden. Die italienischen und niederländischen Zugänge hatten allenfalls ergänzenden Charakter und fielen noch nicht sehr stark ins Gewicht. Bei Kopfsalat dominierten Belgien und Deutschland, Italien komplettierte das Geschehen. Die Nachfrage war für das umfangreiche Angebot zu verhalten, sodass die Vertreiber kaum um Vergünstigungen herumkamen, wenn sie Bestände verhindern wollten. Lediglich Hamburg berichtete von leichten Verteuerungen. Bunte Salate wurden ohne besondere Höhepunkte verkauft. Die Bewertungen entwickelten sich dabei unterschiedlich, je nachdem, ob das Interesse vollends gestillt werden konnte oder ob die Verfügbarkeit zu knapp ausfiel. Meist verharrten die Preise aber auf ihrem bisherigen Niveau. Endivien kamen aus Italien und Belgien; in Berlin tauchten zudem erste einheimische Artikel auf. Bei einem ereignisarmen Umschlag veränderten sich die Notierungen nicht wesentlich. Gleiches gab es über Feldsalat zu berichten.

Gurken
Das Angebot setzte sich aus niederländischen, einheimischen und belgischen Abladungen zusammen, spanische Anlieferungen tauchten nur punktuell auf. Das Interesse war nicht besonders stark ausgeprägt. Da sich die Verfügbarkeit ausdehnte, herrschte an manchen Plätzen eine Überversorgung. Also bröckelten die Preise ab, manchmal recht deutlich, ab und an auch nur wenig. Insbesondere die Artikel aus den Niederlanden und Belgien waren von den Vergünstigungen betroffen, die inländischen eher weniger. Dennoch gelang es mithilfe der Verbilligungen nicht durchgängig, den Handel nachhaltig zu beleben. Nur punktuell verteuerten sich die belgischen Produkte. Minigurken aus den Niederlanden und Deutschland wurden ab und an schneller untergebracht als zuvor, was sich aber nicht grundsätzlich auf die Notierungen auswirkte.

Tomaten
Die Niederlande und Belgien dominierten vor Italien und Deutschland. Spanien, Frankreich und Marokko kamen über einen ergänzenden Charakter nicht hinaus. Das Wetter war nicht grade verkaufsfördernd. Die Verfügbarkeit wuchs an und überragte die Unterbringungsmöglichkeiten. Die Vertreiber waren daher gezwungen, ihre bisherigen Aufrufe, zum Teil auch recht deutlich, nach unten zu korrigieren. Doch auch dies beschleunigte die Abwicklung nicht durchgängig, sodass Bestände nicht überall zu vermeiden waren. Dies betraf sowohl die Kirschtomaten als auch die Runden Tomaten und die Fleischtomaten. Und auch Rispenware verbilligte sich vielerorts.

Spargel
Deutschland prägte augenscheinlich das Geschehen. Die niederländischen und polnischen Zuströme weiteten sich zwar aus, spielten summa summarum aber nur eine spärliche Rolle. Die Verfügbarkeit schränkte sich wegen des schlechten Wetters ein. Doch auch die Nachfrage war nicht besonders stark ausgeprägt, sodass sie problemlos befriedigt werden konnte. Die Händler beließen ihre Forderungen auf bisherigem Niveau, ab und an senkten sie sie auch ab, um einen flotteren Umschlag zu erreichen. Je näher Muttertag rückte, desto mehr erhofften sich die Vertreiber verbesserte Unterbringungsmöglichkeiten, welche letztlich aber nicht immer eintraten. Dennoch konnten infolge der begrenzten Versorgung oftmals Verteuerungen durchgesetzt werden. Vor allem die Bewertungen von grünen Stangen bewegten sich, zum Teil auch recht deutlich, aufwärts.

Informationen von den Großmärkten

Frankfurt

Erste Süßkirschen aus Italien in 24 und 26 mm und ab Donnerstag auch aus Spanien wurden noch wenig beachtet. Die angedachten Forderungen bei Aprikosen mussten wegen zu geringer Nachfrage reduziert werden. Die Nachfrage nach gelbfleischigen Pfirsichen und Nektarinen verbesserte sich mit der ansprechenderen Qualität der Offerten. Für Muttertag wurden spanische Himbeeren in der herzförmigen 170-g-Deckelschalen gerne gekauft. Heidelbeeren aus Marokko oder Spanien verbilligten sich auf 0,80 bis 1,20 € je 125-g-Schale. Auberginen verteuerten sich im Wochenverlauf. Zucchini blieben günstig. Belgischer Lauch machte einen riesigen Preissprung. Kostete das 10-kg-Gebinde am Montag noch 11,- 12,50,- €, waren es am Freitag 14,50 bis 18,- €. Niederländische Produkte waren ca. 3,- € billiger. Trotz Bewertungen von 50,- € je kg für Morcheln, 45,- € für Pfifferlinge und 40,- € für Steinpilze war die Aufnahme der 1-kg-Kistchen jederzeit gewährleistet.

Hamburg

Clementinen aus Südafrika starteten zu 16,- € je 7-kg-Verpackung in die Saison. Süßkirschen aus der Türkei und Spanien generierten zu 6,50 bis 8,- € je kg kaum Zuspruch. Zahlreiche Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen aus Spanien vergünstigten sich. Lose Möhren von der iberischen Halbinsel kosteten 10,50 € je 12-kg-Kollo. Infolge einer Angebotsverknappung sprangen die Notierungen von Lauch aus Belgien und dem Inland von 1,- € auf 1,50 € je kg.

Köln

Kaum interessant waren erste Partien an einheimischen Himbeeren. Genauso erging es den spanischen Kirschen an vereinzelten Ständen. Diese wurden zwar verkostet, aber noch nicht geordert. Am Freitag wurde erster Fenchel aus rheinischem Anbau offeriert. Teuer und nur noch standweise zu finden war Lauch.

München

Das Angebot an spanischen Pfirsichen und Nektarinen wuchs weiter an und führte bereits zu ersten Beständen, da das kühle Wetter die Nachfrage zügelte. Die Forderungen fielen weiter ab. Süßkirschen stammten bereits in umfangreichen Mengen aus Italien, Spanien und Griechenland. Himbeeren wie auch Kulturheidelbeeren gleicher Herkunft standen hingegen nur knapp ausreichend zur Verfügung. Melonen aus dem Mittelmeerraum wurde nur schrittweise umfangreicher; so lange konnten sich noch rückläufige mittel- und südamerikanische Importe behaupten. Belgischer Chicorée verteuerte sich sukzessive. Das Interesse an Spinat blieb ruhig. Neben einheimischen Offerten standen spanische bereit. Aufgrund der niedrigen Temperaturen wurde Rhabarber nicht über Bedarf angeboten.

Berlin

Beim klassischen Sommerobst hatte der Kunde mittlerweile die Qual der Wahl: Die Präsenz von Aprikosen aus Spanien und Italien hatte deutlich zugenommen und ein zufriedenstellender Zugriff manifestierte die Forderungen von 3,20 bis 4,- € je kg. Ebenso generierten Kirschen mehr Beachtung, wobei spanische Produkte den Ton angaben und durch wenige griechische sowie italienische Zufuhren ergänzt wurden. Großfruchtige und satt ausgefärbte Bigarreau kosteten dabei nicht unter 8,- € je kg. Pfirsiche und Nektarinen aus Spanien gab es zu umfangreich, sodass sie sich deutlich verbilligten. Die Preisspanne lag bei 6,- bis 12,- € je 4-kg-Aufmachung.

Speisekartoffeln KW 19 / 2019

Die Präsenz einheimischer Speiselagerkartoffeln schränkte sich augenscheinlich ein. Dennoch konnte der Bedarf in der Regel gedeckt werden, sodass sich die Bewertungen nicht wesentlich veränderten. Lediglich Frankfurt berichtete in diesem Bereich von einer Unterversorgung, welche zu massiven Verteuerungen führte. In Hamburg überzeugten die inländischen Offerten hinsichtlich ihrer Kondition nicht mehr durchgängig. Im Segment der Speisefrühkartoffeln intensivierten sich die Abladungen aus Zypern und Italien. Zahlreiche weitere Länder waren am Geschehen beteiligt. Die Unterbringungsmöglichkeiten hätten durchaus besser sein können, das Interesse konnte mit der Verfügbarkeit nicht immer Schritt halten. Also senkten die Verkäufer ihre Aufrufe, um den Absatz anzukurbeln, was manchmal auch gelang.

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