Quelle: BLE, Marktbeobachtung

Marktbericht

– OBST – GEMÜSE – SÜDFRÜCHTE –

mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
KW 14 / 19 vom 10.04.2019 für den Zeitraum 01.04. – 05.04.2019

Gurken

Bei den Schlangengurken dominierten die Niederlande vor Belgien und Deutschland. Die Präsenz der spanischen Anlieferungen schränkte sich ein. Griechenland ergänzte. Die Verfügbarkeit weitete sich insgesamt aus. Die Unterbringung hätte punktuell schneller vonstattengehen können. In München waren große Kaliber knapp. Offerten mit kleinem Durchmesser wurden in Frankfurt gerne gekauft, da sie günstiger veräußert wurden. Generell tendierten die Preise abwärts; die Händler versuchten so, den Umschlag zu beschleunigen und die Bestände zu vermindern. Dies gelang jedoch nicht immer befriedigend. Minigurken stammten im Wesentlichen aus den Niederlanden und Deutschland. Türkische Zufuhren rundeten die Warenpalette ab. Die Versorgung harmonierte mit dem Bedarf, sodass die Vertreiber selten einen Grund sahen, an ihren bisherigen Aufrufen etwas zu verändern.

Äpfel

Kontinuierlich prägten einheimische Partien das Geschehen; insbesondere gab es Elstar, Jonagold und Boskoop zudem unter anderem Braeburn, Tenroy und Pinova. Wie in den Vorwochen kamen aus Italien vorrangig Granny Smith und Golden Delicious. Und Frankreich schickt seit geraumer Zeit hauptsächlich Granny Smith, Jazz und Pink Lady. In geringen Mengen konnte auf niederländische, belgische, polnische und spanische Produkte zugegriffen werden, die das europäische Sortiment komplettierten. Zuströme aus Übersee blieben begrenzt, dehnten ihre Bedeutung unterdessen jedoch aus. Erste südafrikanische Tenroy und Royal Gala gesellten sich zu den bereits etablierten chilenischen, generierten infolge ihrer hohen Preise aber kaum Beachtung. Mit einem Anwachsen der Importe von der südlichen Hemisphäre wird bald gerechnet: Vor allem die neuseeländische Saison befindet sich in den Startlöchern. Bei einer steten Abwicklung ließen die europäischen Artikel hinsichtlich Qualität meist keine Wünsche offen. Die Händler brauchten ihre Aufrufe oftmals nicht zu modifizieren.

Birnen

Die Präsenz der südafrikanischen Zufuhren intensivierte sich: Packham`s Triumph, Rosemarie und Forelle gewannen an Wichtigkeit. Williams Christ und Cheeky verloren hingegen Geschäftsanteile. In Frankfurt tauchten in den Niederlanden umgepackte südafrikanische Abate Fetel auf, die zu maximal 13,- € je 6,5-kg-Karton offeriert wurden. Chargen aus Chile und Argentinien hatten summa summarum ergänzenden Charakter. Die Verfügbarkeit genügte, um das Interesse zu stillen. Die Bewertungen veränderten sich daher nicht wesentlich. Auch die Notierungen der europäischen Früchte, wie die der italienischen Abate Fetel und die der niederländischen Conference, bewegten sich nicht gravierend. Deren Güte überzeugte und so verlief der Abverkauf im üblichen Rahmen. Lediglich in Hamburg wurde die Unterbringung am Platz durch Aktionen des LEH ein wenig gestört. In Frankfurt traten nochmals türkische Santa Maria auf, die optische recht ansprechend waren.

Tafeltrauben

Südafrika dominierte vor Indien die Szenerie und schickte eine Vielzahl von Varietäten. Neben Thompson Seedless und Crimson Seedless gab es insbesondere Flame Seedless und La Rochelle. Aus Indien stammten hauptsächlich Thompson Seedless und Sonaka Seedless; diese wurden in Frankfurt mit einer weiten Preisspanne vermarktet, was auf einer uneinheitlichen Qualität basierte. Chilenische Zuströme hatten wie die peruanischen Produkte, auf die nicht überall zugegriffen werden konnte, eher eine geringe Bedeutung. Generell vermochte man den Bedarf ohne Anstrengungen zu decken. Stabile Notierungen waren die Folge. Ab und an konnten die Händler sogar Verteuerungen etablieren, sofern der Umschlag ohne Probleme blieb. In Hamburg vergünstigten sich die indischen Importe aufgrund einer zu langsamen Abwicklung. In Berlin und München kam es ebenfalls vereinzelt zu Verbilligungen.

Orangen

Die Saison befindet sich auf der Zielgeraden, obwohl die angebotenen Mengen durchaus noch beachtlich waren. Bei zweistelligen Plusgraden erlahmte das Interesse und Bestände ließen sich häufig nicht vermeiden. Dies zwang die Vertreiber wiederum, ihre bisherigen Aufrufe nach unten zu korrigieren. Doch auch dadurch wurde dem Verkauf nicht unbedingt frischen Schwung verliehen: Eine Räumung gelang nicht durchgängig. Das Gros der Warenpalette bildeten bei Blondorangen spanische Lane Late und Navelate sowie ägyptische Valencia Late. Bei den Blutorangen setzten lokal spanische Sanguinelli die vorherrschenden italienischen Moro und Tarocco vermehrt unter Druck.

Zitronen

Spanische Abladungen waren überwiegend monopolartig vorrätig, da griechische und türkische Anlieferungen vielfach fehlten. Die Nachfrage hatte sich merklich eingeschränkt. Die Notierungen verharrten oftmals auf dem Niveau der Vorwoche. Örtlich brachen sie aber wegen des zu schwachen Zugriffs ein. In Hamburg beeinträchtigen Aktionen des LEH die Geschäfte am Platz, was für Vergünstigungen auf 13,- € je 15-kg-Abpackung sorgte.

Bananen

Generell harmonierte der Umfang der Zufuhren aus den Reifereien ausreichend mit den meist stetigen Absatzmöglichkeiten, selbst auf den Märkten, wo man über eine etwas knappere Verfügbarkeit berichtete. Daraus resultierten mehrheitlich relativ konstante Bewertungen. Zum einen hatte sich der Zuspruch jedoch etwas verbessert. In der Folge konnten die Händler örtlich ihre Forderungen für die Erstmarke oder sogar für das gesamte Sortiment ein wenig anheben. Zum anderen sanken die Einstände von den Zweit- und Drittmarken, was in Form von Vergünstigungen an die Kunden weitergegeben wurde. Manchmal verbilligten sich allerdings nur die Importe der Zweitmarke aus Costa Rica und Kolumbien.

Blumenkohl

Frankreich bestimmte vor Italien das Geschehen. In Frankfurt tauchte ersten inländische Produkte auf, die aber zu klein und zu leicht waren. Die Versorgung hatte sich eingeschränkt. Da die Nachfrage nicht immer gedeckt werden konnte, strebten die Notierungen summa summarum nach oben. Dies wirkte sich lokal indes kaum auf die Unterbringungsgeschwindigkeit aus, die sich fortwährend auf einem ansehnlichen Niveau bewegte. Ansonsten waren die Geschäfte eher ruhig.

Salat

Eissalat stammte ausschließlich aus Spanien. Die Zufuhren hatten sich etwas ausgedehnt. Auch die Präsenz von Kopfsalat wuchs an, hier dominierte Belgien vor Italien, Deutschland und den Niederlanden. In beiden Segmenten zeigte sich ein freundliches Interesse, das problemlos gestillt werden konnte. Punktuell erfolgte die Abwicklung recht flott. Die Bewertungen blieben meist stabil, tendierten ab und an sogar ein wenig aufwärts. Bei den Bunten Salaten trafen vermehrt einheimische Artikel ein, die die französischen und italienischen Mitstreiter flankierten. Örtlich verzichteten die Händler wegen der inländischen Chargen auf die Disposition der ausländischen Partien. Die ausgeweitete Bereitstellung initiierte manchmal Verbilligungen, in Frankfurt z. B. von anfänglich 9,50 auf letztlich nur noch 7,- bis 7,50 € je 9er-Steige. In Hamburg überzeugten die französischen Angebote hinsichtlich ihrer Qualität, sodass die Vertreiber auf ihren bisherigen Aufrufen beharrten. Deutscher Feldsalat sowie italienische Endivien wurden stetig beachtet. Die Notierungen veränderten sich nicht wesentlich.

Tomaten

Die Verfügbarkeit verstärkte sich immens. Aus den Niederlanden, Belgien und Italien intensivierten sich die Abladungen erheblich. Erste deutsche Rispenofferten und Kirschtomaten starteten in Frankfurt ihre Kampagne, was dort geringe Vergünstigungen bei der Konkurrenz bewirkte. Die marokkanischen und spanischen Zuströme begrenzten sich insgesamt, was insbesondere bei den Runden Tomaten in Verteuerungen mündete. Fleischtomaten verbilligten sich häufig kraft der zu üppig vorrätigen Mengen; diese kamen aus Belgien, Spanien, Marokko und den Niederlanden. Generell konnte die Nachfrage ohne Schwierigkeiten befriedigt werden. In Hamburg bremsten Aktionen des LEH merklich die Unterbringung von spanischer Rispenware am Platz. In Köln senkten die Verkäufer ihre Forderungen, um eine zügigere Lagerleerung zu erreichen. Ergänzend konnte auf türkische und französische Zugänge zugegriffen werden, die sich aber nicht überall einfanden.

Gemüsepaprika

Während sich die spanischen Anlieferungen einschränkten, dehnten sich die niederländischen deutlich aus. Auch die belgischen Abladungen wuchsen ab und zu an. Der Bedarf konnte summa summarum gedeckt werden. In Hamburg wiesen die spanischen Früchte Konditionsprobleme auf, was die niederländischen Partien verteuerte. In Frankfurt reduzierten sich die Bewertungen zunächst, um zum Wochenende hin wieder nach oben zu klettern. In München verbilligten sich die roten Kultivare. Berlin berichtete von eher abschwächenden Bewertungen, Köln von einer vorwiegend lustlosen Abnahme. Die hochpreisigen türkischen Importe stießen nicht immer auf eine freundliche Beachtung. Komplettiert wurde das Angebot von französischen Artikel.

Spargel

Die Präsenz einheimischer Offerten verstärkte sich immens; das Interesse konnte damit nicht wirklich Schritt halten. Also waren Vergünstigen an der Tagesordnung. Die Notierungen sanken örtlich sukzessive bis zum Freitag hin ab. An einigen Plätzen bröckelten sie bis Donnerstag und tendierten anschließend aufwärts. Klasse-II-Produkte konnten wegen der üppigen Bereitstellung erstklassiger Chargen kaum untergebracht werden. Die Konkurrenz aus dem übrigen Europa hatte es ähnlich schwer, zumal die Kunden lieber auf die inländischen Stangen zugriffen. So bildeten sich bei den niederländischen, spanischen und griechischen Zugängen schnell Überhänge, die nur durch Verbilligungen vermindert wurden. Die Vertreiber hofften, im Ostergeschäft ein freundlicheres Marktumfeld vorzufinden, jedoch lassen die prognostizierten optimalen Bedingungen mit viel Wärme ein deutliches Verdichten der Erntemengen vermuten, die die Nachfrageintensität womöglich überschreiten werden.

Informationen von den Großmärkten

Frankfurt

Das Saisonende in Teilen Südamerikas führte bei Mangos und Papaya zu einer verknappten Versorgung und erheblich anziehenden Preisen. Limetten mit überzeugender Qualität kosteten bis zu 10,- € je 48 bis 52 Stück. Erste einheimische Erdbeeren schmeckten und waren ansprechend ausgefärbt. Bei zu umfangreich vorrätigen niederländischen Artikeln sollten niedrige Forderungen die Abgabe ankurbeln. Ananaserdbeeren und Mieze Schindler in 125-g-Schalen sahen toll aus und wurden zu 4,- bis 5,- € angeboten. Brokkoli verteuerte sich über 30 %. Auch die Bewertungen von Weißkohl und Rotkohl stiegen etwas an. Bärlauch räumte trotz Notierungen von 8,- bis 9,- € je 10er-Bund sehr flott. Haushaltszwiebeln aus Australien flossen ab Dienstag vermehrt zu und wurden zu 27,- bis 32,- € je 25-kgSack abgewickelt. Für Morcheln aus China verlangte man 21,- € je 400-g-Körbchen. Türkische Importe erzielten 48,- bis 50,- € je 1-kg-Abpackung. Steinpilze aus Südafrika wurden zu 38,- bis 40,- € je kg umgeschlagen.

Hamburg

Bei südafrikanischen Pflaumen konnten angedachte Verteuerungen wegen konditioneller Schwächen, die sich unter anderem durch zu weiches Fleisch zeigten, nicht durchgesetzt werden. Aufgrund fehlender Kaufimpulse vergünstigten sich Erdbeeren aus den Niederlanden und der Mittelmeerregion. Neuer einheimischer Rhabarber kostete zwischen 2,80 und 3,15 € je kg. Für Gemüsezwiebeln aus Chile musste man 22,- € je 25 kg bezahlen: Die Kampagne begann 3 Wochen früher als im Vorjahr.

Köln

Der Zustrom an Erdbeeren intensivierte sich stetig, allerdings verlief dessen Abwicklung lediglich zum Freitag hin befriedigend. In der 15. KW werden erste inländische Offerten erwartet. Obwohl Qualität und Geschmack noch voll überzeugten, war mit Kleinfruchtigen Zitrusfrüchten nicht mehr viel zu verdienen. In Kleinstmengen gab es niederländische Zucchini sowie italienischen Brokkoli.

München

Mit dem wärmeren Wetter stieg die Nachfrage nach Erdbeeren; Italien und Spanien stellten den größten Teil des Sortimentes. Die Abladungen von belgischen und niederländischen Artikeln aus Gewächshäusern nahmen nur langsam an Umfang zu. Kulturheidelbeeren aus Spanien, in Norddeutschland umgepackt, trafen mit gleichmäßigen Kalibern ein. Mangos, Ananas und Frischfeigen wurden bei frühlingshafter Witterung freundlicher beachtet. Die Präsenz von inländischem Bärlauch verdichtete sich. Die Bewertungen von knappem spanischem Brokkoli sprangen deutlich nach oben. Die Preise von Chicorée, Zucchini und Auberginen verharrten auf niedrigem Niveau. Das Angebot an einheimischem Rhabarber blieb übersichtlich.

Berlin

Erdbeeren aus Spanien, Italien, Griechenland und den Niederlanden waren üppig vorrätig und konnten, sofern die Qualität überzeugte, sehr flott abgewickelt werden. Spanische Offerten litten unter der uneinheitlichen Güte und der zu üppigen Menge, wodurch sie nur 0,50 bis 1,20 € je 500-g Aufmachung erzielten. Gefällige italienische und griechische Früchte kosteten zwischen 1,- und 1,80 € je 500-g-Schale. Attraktive Produkte aus den Niederlanden stießen zu 2,50 bis 3,20 € je 500 g kaum auf Zuspruch.

Speisekartoffeln KW 14 / 2019

Die Versorgung mit inländischer Lagerware hatte sich etwas eingeschränkt. Es kam aber zu keinem Engpass, da der Umfang der Bereitstellunggenügend mit den eher ruhigen Unterbringungsmöglichkeiten harmonierte. Trotz des rückläufigen Angebotes wollte man die Preise in der Regel auf ihrem bisherigen Niveau belassen, damit sich die Nachfrage nicht weiter entschleunigte. Im Sektor der Speisefrühkartoffeln hatte sich dem entgegen das Interesse verstärkt. Nach langer Stagnationrissen die ansteigenden Verkaufszahlenvon Spargel den Absatzder Offerten aus dem Mittelmeerraum mit nach oben. Da deren Verfügbarkeit hinsichtlich Vielfalt und Menge nicht sehr rasant anwuchs, brauchten die Händler ihre Forderungen für gewöhnlich nicht zu reduzieren. Vielmehr tendierten die Bewertungen bei einigen Varietäten sogar nach oben; insbesondere bei den italienischen Abladungen. Örtlich verbilligten sich die großen Kaliber von zyprischen Annabelle, da sie kaum eine hinreichende Beachtung generierten. Die Notierungen der weniger beliebten marokkanischen Produkte neigten zur Schwäche, bewegten sich bloß bei wirklich gutem Zugriff nach oben.

Anhang 

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn