Quelle: ENZAFRUIT International Ltd
Mit einem Jahresabsatz von ca. 60.000 Tonnen gehören Äpfel zu den beliebtesten Früchten im Schweizer Detailhandel. Vor über 20 Jahren kamen als Produktions- und Vermarktungskonzept die Clubäpfel auf. Diese konnten sich seitdem stabile Marktanteile am Apfelabsatz von ca. 15 % im Detailhandel erobern und sind mit über 20 verschiedenen Varianten am Markt vertreten. Von diesen kommt bisher keine an die Absätze der beliebtesten klassischen Sorten wie Gala, Braeburn oder Golden Delicious heran. Da Clubäpfel allerdings teurer sind als andere Sorten, erwirtschaften sie insgesamt rund ein Fünftel des Apfelumsatzes im Detailhandel.

Clubapfel als Produktions- und Vermarktungskonzept

Ende der 90er Jahre kamen bei den Äpfeln die sogenannten Clubäpfel bzw. Clubsorten auf. Das sind Äpfel, deren Handelsname markenrechtlich geschützt ist. Der Club legt die Produktions- und Vermarktungsregeln fest, beispielsweise wie viele Äpfel produziert werden, wie gross sie sein und wie sie farblich aussehen müssen oder wie die Äpfel verpackt und beworben werden. Nur Produzenten, die eine Lizenz erwerben, dürfen diese Apfelsorten unter dem Markennamen vertreiben. Mit der Lizenzgebühr werden Forschung und Marketing der entsprechenden Clubäpfel finanziert.

Clubäpfel weisen meist vorteilhafte Eigenschaften für den Verkauf auf. Beispielsweise sehen sie farblich ansprechend aus, werden weniger schnell braun oder haben ein gefragtes Geschmacksmuster. Sie sind aufgrund der Exklusivität und des Marketingaufwands teurer als klassische Sorten. So kosteten Clubäpfel im Detailhandel in den letzten drei Jahren durchschnittlich 4.43 CHF/kg und waren damit 29 % teurer als die klassischen Sorten Gala, Braeburn und Golden Delicious, die durchschnittlich 3.44 CHF/kg kosteten.

Jeder siebte Apfel ist heute ein Clubapfel

Auch mit dem höheren Preis bewähren sich Clubäpfel auf dem Markt und sind von November 2018 bis Oktober 2019 mit 40 Mio. CHF für 20 % des Apfelumsatzes im Schweizer Detailhandel verantwortlich. In diesem Zeitraum wurden 9.168 Tonnen Clubäpfel abgesetzt, das entspricht 15 % aller abgesetzten Äpfel. In den letzten drei Jahren blieb dieser Anteil recht konstant.

Die Beliebtesten heißen Jazz und Pink Lady

Die beliebtesten Clubäpfel im Schweizer Detailhandel von November 2018 bis Oktober 2019 waren «Jazz» mit 2.966 Tonnen, dicht gefolgt von «Pink Lady» mit 2.871 Tonnen. Weitere beliebte Clubäpfel sind «Diwa» (773 t), «Greenstar» (690 t) und «Kanzi» (494 t).

Anbaufläche steigt auf 19 Prozent

Bei der Analyse der Schweizer Apfel-Anbaufläche wird deutlich, dass die Anbaufläche von Apfelsorten, auf denen die Markenäpfel basieren, laufend zunimmt. Allein 2019 wuchs sie im Vergleich zum Vorjahr um 6 % auf 652 Hektaren. Im Gegensatz dazu ist die Anbaufläche der anderen Apfelsorten rückläufig. 2019 sank sie im Vergleich zum Vorjahr um 1 % auf 2.792 Hektaren (Mostäpfel, Sorten mit weniger als 40 Aren und einige sortenmässig nicht erfasste Äpfel wurden in diesen Zahlen nicht berücksichtigt). Somit wurden 2019 auf 19 Prozent der Apfelanbaufläche Clubsorten angebaut. 2015 betrug dieser Anteil noch 17 %. Es werden jedoch nicht alle, der von diesen Flächen stammenden Äpfel, unter dem Markennamen vermarktet, u.a. weil nicht alle den Anforderungen des Clubs entsprechen.

Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft BLW

Die Zukunft wird zeigen, ob die stark beworbenen Clubäpfel beliebten Sorten wie Gala und Braeburn längerfristig den Markt streitig machen können. Dies hängt auch entscheidend davon ab, wie viele Konsumenten bereit sind, für einen als Markenprodukt positionierten und vermarkteten Apfel mehr zu bezahlen.