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Die preisliche Basis für die Kartoffelernte 2020 ist gelegt. Vertreter von Produktion, Handel und Industrie der swisspatat haben sich geeinigt, das mittlere Preisband für sämtliche Sorten (konventionell, Bio, Speise- und Industriesorten) auf dem Niveau von 2019 zu belassen. Dass die Preisbänder bereits jetzt festgelegt werden konnten, ist erfreulich und bringt Planungssicherheit für alle. Die Kartoffelproduzenten sind dringend angehalten, nur die vom Abnehmer schriftlich zugesicherten Mengen anzubauen.

Speisesorten
Für alle festkochenden Speisesorten gilt das einheitliche mittlere Preisband (MPB) von Fr. 47.50 / 100 kg. Bei den mehligkochenden Sorten beträgt das MPB für Belmonda, Challenger, Concordia, Jelly, Lady Felicia, Laura, Marabel und Victoria Fr. 43.20 / 100 kg. Für die Sorte Désirée gilt ein mittleres Preisband von Fr. 38.65 / 100 kg und für Agria Speisekartoffeln Fr. 41.60 / 100 kg. Für Bintje wird das MPB im Januar definiert. Die Bandbreite für alle Speisekartoffeln beträgt unverändert +/- Fr. 8.00.

Veredelungssorten
Für alle Fritessorten gilt ein MPB von Fr. 41.60 / 100 kg. Bei den Chipskartoffeln beträgt das MPB für Figaro, Kiebitz, Lady Claire, Levinata, Pirol und Verdi Fr. 42.65 / 100 kg, für Hermes 41.20 / 100 kg und für Panda Fr. 49.65 / 100 kg. Die Preise für Charlotte Industrie werden bilateral festgelegt. Der Produzentenrichtpreis für Racletteskartoffeln liegt bei Fr. 34.00 / 100 kg. Für die Industriesorten gilt unverändert ein Preisband mit einer Abweichung von Fr. +/- Fr. 2.00. Für grobsortierte Kartoffeln wird im Vorfeld kein Preis festgelegt, sondern jeweils 60% des AgriaHerbstpreises eingesetzt. Der Sofortverarbeitungspreis für Frites beträgt vor dem 1. September unverändert Fr. 35.00 / 100 kg. Für die frühen Chipssorten Lady Rosetta und Osira gilt bis am 31.10.2020 ein Sofortverarbeitungs-Fixpreis von Fr. 38.20 / 100 kg.

Bio-Kartoffeln
Für alle Speisesorten (mehlig- und festkochend) beträgt das MPB Fr. 91.50 / 100 kg. Bei den Frites- und Chips-Sorten liegt das MPB bei Fr. 76.50. Die Bandbreite beträgt für Bio-Speise- und -Industriesorten unverändert +/- Fr. 8.00.

Versuchssorten Hauptversuche swisspatat
Für Versuchssorten gelten die jeweiligen Bänder der Vergleichs-/Referenzsorten.

Veränderungen auf der Sortenliste 2020
Neu auf die Sortenliste aufgenommen wurden die mehligkochende Sorte Belmonda des Züchters Solana und die festkochende Sorte Ballerina von Danespo/NSP. Auf der neuen Sortenliste werden zusätzlich Nebensorten geführt. Das sind Spezialitätensorten mit kleinerer Anbaufläche, deren Preise nicht durch swisspatat festgelegt werden. Es wurden keine Sorten von der Liste gestrichen.

Anbauverträge auch im 2020
Die Anbauverträge sind ein wichtiger Bestandteil des Systems. Die Kartoffelproduzenten sind angehalten, nur die vom Abnehmer schriftlich zugesicherten Mengen für das im Voraus bestimmte Marktsegment anzubauen. Mengen, die darüber hinaus angebaut werden, gefährden die Marktordnung und das Preisgefüge und belasten zudem den Verwertungsfonds unnötig.

Frischverfütterung noch bis 31.12.2019 anmelden
Der Frischverfütterungsbeitrag für die Ernte 2019 wurde festgelegt und beträgt Fr. 15.- / 100 kg. Der Mindestspeisenteil liegt bei konventioneller Ware bei 50%, bei Bio-Kartoffeln gibt es keinen Mindestspeiseanteil. Die Produzenten können Posten für die Frischverfütterung noch bis am 31.12.2019 an Qualiservice GmbH melden.