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Bern. Zwischen 2016 und 2018 stiegen beim Obst und Gemüse die Absätze von Bio-Produkten. In diesem Wachstumsmarkt realisierte der klassische Detailhandel, allen voran Coop und Migros, einen Marktanteil von 82 % (Gemüse) bzw. 85 % (Früchte). Discounter, Fachhandel und andere Absatzkanäle haben zwischen 2016 und 2018 ihre Marktanteile nicht ausbauen können, so der aktuelle Marktbericht Bio für April 2019, vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW).

Der klassische Detailhandel hat 2018 im Vergleich zum Vorjahr beim Marktanteil von Bio-Gemüse 0,7 Prozentpunkte verloren und liegt damit geringfügig oberhalb des Wertes von 2016. Beim Marktanteil von Bio-Früchten verzeichnete der klassische Detailhandel in den letzten Jahren ein stetiges Wachstum und lag in der Folge Ende 2018 um fast 2 Prozentpunkte über dem Wert von 2016. In die Betrachtungsperiode fällt das 25-Jahre-Jubiläum der Bio-Marke Naturaplan von Coop, welches entsprechend beworben wurde und für einen Teil des Anstiegs verantwortlich ist. (Eine dazugehörige Grafik finden Sie hier.)

Hohe Marktanteile von Fachhandel und anderen Kanälen

Der Fachhandel und übrige Verkaufskanäle erreichten 2018 im Bio-Segment einen Marktanteil von 9,2 % bei Gemüse und 7,3 % bei Früchten. Sie sind damit im Bio-Segment deutlich stärker als im Gesamtmarkt. Eine genauere Analyse zeigt, dass sich diese Absatzkanäle auf ein bestimmtes Produktsortiment spezialisiert haben. So erzielten sie 2018 beim Bio-Stein- und -Kernobst besonders hohe Marktanteile von 21 % bzw. 18 %, wohingegen der Marktanteil bei Bio-Bananen mit 2 % gering ausfiel.

Discounter haben unterdurchschnittliche Marktanteile

Die Discounter steigerten ihren Marktanteil bei Bio-Gemüse 2018 um 0,9 Prozentpunkte auf 8,5 %. Demgegenüber sank ihr Marktanteil bei Bio-Früchten um 0,9 Prozentpunkte auf 7,5 %. Damit ist der Marktanteil von Discountern im Bio-Segment nach wie vor deutlich tiefer als im Gesamtmarkt für Früchte und Gemüse.

Umsatzanteil von Discountern tiefer als ihr Absatzanteil

In der zweiten Grafik sind die Anteile der drei Absatzkanäle am Umsatz mit Bio-Obst und Bio-Gemüse dargestellt. Es zeigt sich, dass die Discounter sowohl bei Früchten als auch bei Gemüse während der gesamten Betrachtungsperiode einen Umsatzanteil von 5 % oder weniger realisierten. Ihr Umsatzanteil war somit, vor allem bei Gemüse, merklich tiefer als ihr mengenbezogener Marktanteil. Dies vergegenwärtigt den Fokus von Discountern auch bei Bio-Produkten die preisgünstigsten Angebote zu haben. Auch beim Fachhandel und anderen Kanälen war der Umsatzanteil zum Teil tiefer als ihr mengenmässiger Marktanteil. Diese Verkaufsorte fokussieren oft auf ein regionales Frischsegment, welches zu einem verhältnismässig grossen Teil aus Produkten besteht, die verglichen mit den anderen Bio-Produkten tiefere Preise haben (z.B. Kernobst oder Kartoffeln). Demgegenüber sind die höherpreisigen Produktgruppen Pilze und Kräuter fast ausschliesslich im klassischen Detailhandel in Bio-Qualität zu finden, da sie wegen ihrer Verderblichkeit eine hohe Kundenfrequenz erfordern. Diese Zahlen können ein Hinweis darauf sein, dass eine breite Produktpalette oder eine Spezialisierung auf ein Bio-affines Kundensegment von Vorteil sein können, um bei Bio-Produkten Marktanteile zu sichern. (Eine dazugehörige Grafik finden Sie hier.)

Anhang / Download

Ganzer Marktbericht Bio (externe PDF, 295 kB, 12.04.2019)