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Wie der aktuelle Marktbericht Früchte und Gemüse (April 2019) des Schweizer Bundesamts für Landwirtschaft zeigt, haben Discounter in der Schweiz als Einkaufsort für frisches Obst und Gemüse an Bedeutung gewonnen. Zwischen 2016 und 2018 stieg der Marktanteil von Aldi, Lidl und Denner bei Tafelobst von 16,2 % auf 17,2 % und bei Frischgemüse von 16,5 % auf 19 %.

Gemäss Nielsendaten konnten die Discounter somit ihren Marktanteil leicht ausbauen in einem Markt, der gesamthaft in den betrachteten Jahren einen Mengenrückgang verzeichnete (s. Marktberichte vom Februar und März 2019). Die Schweiz ist jedoch strukturell weit entfernt von Ländern wie Deutschland, in denen die Discounter mittlerweile zu den bedeutendsten Einkaufsorten für frische Früchte und Gemüse gehören. Schweizer Haushalte kauften auch 2018 mehr als Dreiviertel dieser Frischprodukte beim klassischen Detailhandel, und hier zumeist bei Migros und Coop.

  • Marktanteile im Schweizer Detailhandel bei Früchten (ohne Tessin) s.h. Grafik
  • Marktanteile im Schweizer Detailhandel bei Fresh Cut Gemüse (ohne Tessin) Grafik

Discounter haben Mengenwachstum

Wie die Grafik auf der Folgeseite zeigt, wurden im Jahr 2018 bei Gemüse höhere Mengen im Discounter eingekauft als zwei Jahre zuvor. Bei Früchten gab es gegenüber dem Vorjahr einen Mengenrückgang, doch auch hier war der Wert mit 64.8 Mio. kg höher als zwei Jahre zuvor. Demgegenüber sanken die Einkaufsmengen bei anderen Detailhändlern zwei Jahre in Folge. In der Konsequenz fiel deren Marktanteil in dieser Periode sowohl bei Früchten als auch bei Gemüse. Dies betrifft sowohl klassische Detailhändler als auch den Fachhandel und andere Verkaufskanäle.

Fokus auf Tiefpreissegment

Die Discounter konzentrieren sich dabei auf ein Kernsortiment tiefpreisiger Früchte und Gemüse. Dies zeigt die Analyse zweier Hochpreissegmente: der Bio-Produkte und der gekühlten und geschnittenen Fresh Cut Gemüse. Bei Bio-Produkten zeigte unsere Analyse im Marktbericht Bio 4-2019, dass die Discounter 2018 einen Marktanteil von 8,5 % bei Gemüse und 7,5 % bei Früchten hatten. Ihr Bio-Marktanteil ist somit erheblich kleiner als ihr Marktanteil im Gesamtmarkt. Beim geschnittenen, gekühltem Gemüse waren Discounter mit einem Marktanteil von 11,2 % ebenfalls wesentlich weniger bedeutend als auf dem
Gesamtgemüsemarkt. Doch auch dieses Gemüsesegment kaufen Schweizer Haushalte zunehmend beim Discounter ein: ihr Marktanteil im Fresh Cut-Bereich lag 2016 bei 7,9% und stieg in den letzten drei Jahren um 3,2 Prozentpunkte an.

Die Analyse zeigt, dass Discounter in der Schweiz nicht mehr nur einen Nischenmarkt bedienen. Nach dem Markteinstieg von Aldi und Lidl vor 14 bzw. 10 Jahren haben sich die Discounter im Bereich Früchte und Gemüse als eine Alternative für preissensible Käufer etabliert.

Warenkorb

Der Warenkorb mit Obst und Gemüse kostete im März in der Deutschschweiz durchschnittlich 58.00 CHF. Er war damit rund 3 % günstiger als ein entsprechender Warenkorb, der im März in der französischsprachigen Schweiz (59.87 CHF) oder in der italienischsprachigen Schweiz (60.03 CHF) gekauft wurde. Die Warenkorbpreise wurden im klassischen Detailhandel erhoben.

Bei der Preisberechnung wurde die Gewichtung der verschiedenen Regionen und Detailhandelskanäle aktualisiert und verfeinert. Deshalb unterscheiden sich die Preise im Vergleich zu den vorigen Publikationen.

Neu ab dieser Ausgabe des Marktberichts werden die Warenkorbpreise für die drei Sprachregionen der Schweiz ausgewiesen (s. Seite 13 des Berichts/Anhang). Der gesamtschweizerische Warenkorb berechnet sich als bevölkerungsgewichteter Durchschnitt über diese Regionen. Er kostete im März 58.56 CHF und ist damit im Vergleich zum Vormonat um 3,5 % günstiger. Vor allem Bananen (mit vielen Preisaktionen), Zucchetti und Blumenkohl tragen zu dieser Entwicklung bei.

Anhang