Trockenheit im Führjahr und zu viel Regen im Sommer gefährden vielerorts die Kartoffelernte. Landwirtinnen und Landwirte hoffen aufgrund der schwierigen Wetterverhältnisse auf bessere Erzeugerpreise für ihre Kartoffeln.

Das Frühjahr „Leicht hatten es die Kartoffeln in diesem Frühjahr nicht: Erst war es teilweise bis Mitte Mai sehr kalt und es gab immer wieder Nachtfröste. Anschließend war es in großen Teilen Deutschlands sehr trocken“, skizziert Wilfried Dreyer, Bio Kartoffelfachberater vom Ökoring, den anfänglichen Verlauf der Saison 2017.

Doch damit nicht genug. Kurz nach dem Auflaufen der Kartoffeln setzte in ganz Norddeutschland der große Regen ein. In einigen Regionen sind im ersten Halbjahr das Dreifache der üblichen Jahresmenge gefallen. Und das in der Hauptanbauregion für Biokartoffeln in Deutschland. Besonders hart hat es das östliche Niedersachsen von Uelzen bis ins Wendland getroffen, wo auf einigen Feldern wochenlang das Wasser stand. Jetzt können die Landwirtinnen und Landwirte nur noch zusehen, wie die Kartoffeln auf dem Acker verfaulen.

Trockenheit und zu viel Regen sind die größten Stressfaktoren im Kartoffelanbau. Zu wenig Wasser kann durch entsprechende Bewässerung ausgeglichen werden, zu viel Wasser nicht! Eine ähnliche Situation hatten wir im letzten Jahr in der Pfalz und vor zwei Jahren in Bayern, mit dem Unterschied, dass in der Pfalz deutlich weniger Biokartoffeln, vor allem für den Lebensmitteleinzelhandel, angebaut werden. Allein in Niedersachen wachsen mit 2.400 Hektar circa 1/3 der deutschen Biokartoffeln, die Hauptmenge davon wird für den Lebensmitteleinzelhandel angebaut.

„Solche Wetterextreme treffen jeden gleichermaßen hart. Wenn dann auch noch bei Ausfällen von 50 bis 60 Prozent der Preis nicht stimmt, liegen die Nerven blank,“ beschreibt Monika Tietke die Stimmung ihrer Berufskolleginnen und -kollegen. Schon die Einstiegpreise waren in diesem Jahr so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Nun hoffen die Landwirtinnen und Landwirte auf bessere Erzeugerpreise, der Getreidemarkt hat schon reagiert, hier ziehen die Preise deutlich an.

Bio Kartoffel Erzeuger e. V.
Schwarzer Weg 1A
29462 Güstritz