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Apfelpreis im April weitgehend unverändert, Spargelsaison 2019 startete zufriedenstellend, Preisrally bei Zwiebel geht weiter, Karottenmarkt in ruhigen Bahnen, Importe dominieren bei Kartoffeln.
Marktbericht für den Bereich Obst und Gemüse, bereitgestellt von der AgrarMarkt Austria.

Stand: 04. Ausgabe vom 10. Mai 2019

Apfelpreis im April weitgehend unverändert

Vermarkter konnten den Schwung vom März mitnehmen, denn die Nachfrage nach heimischen Erzeugnissen war auch im April durchaus gegeben. Hauptimpulse kamen hierbei überwiegend aus den Exportmärkten.

Am heimischen Markt hatten sich die Zugriffe weiterhin auf saisontypisch, ruhigen Niveau eingependelt. Letztendlich bewegten sich die Bewertungen weiterhin kaum. Nach wie vor standen die Großhandelspreise auf unterdurchschnittlichen Niveau. In Folge der völlig konträren Marktlage zum Vorjahr, mussten Vermarkter eine Entwertung ihrer Produkte von 37 % zum korrespondierenden Zeitraum hinnehmen. Ein Kilo österreichischer Apfel ab Rampe, ohne USt., Klasse I aus konventionellen Anbau kostete im April sortenübergreifend 0,58 EUR/kg. Sortenspezifisch gab es freilich Unterschiede. Während Golden Delicious und Gala im April mit durchschnittlich 0,53 EUR/kg bzw. 0,59 EUR/kg zum Vormonat annähernd unverändert notierten, verzeichnete Jonagold eine Preissteigerung von 6,2 %.

Mit Stichtag 1. April betrug der bundesweite Lagerbestand 83.118 Tonnen. Von Exporten gestützt, beschleunigte sich der Abbau an Tafeläpfeln im März rapide. Insbesondere Gala, Pinova und Elstar wurden nachgefragt. Auch Golden Delicious baute mit 16,9 % zum Vormonat konstant ab. Die letztens eher schwächeren Sorten wie Jonagold, Idared und Evelina konnten sich leicht erholen und knackten die 10 % Marke und mehr. Konventionelle Ware räumte zum Februar mit rund 21 % und auch im Biosegment war der Abbau mit 16 % zufriedenstellend.

Der österreichische Lagerbestand für Tafeläpfel aus biologischer und konventioneller Produktionsweise räumte mit einem bundesweiten Abbau von rund 20 % im März um 74 % stärker als im Vormonat.

Positive Signale konnten zuletzt von den Exportmärkten vernommen werden. Die klassischen Destinationen wie Deutschland, Spanien als auch skandinavische Länder zeigten sich durchaus interessiert an Premiumware aus Österreich.

Spargelsaison 2019 startete zufriedenstellend

Österreich beherbergt 819 ha an Spargelfläche. Tendenz steigend. Über die Hälfte davon ca. 480 ha, sind im Marchfeld/NÖ beheimatet. Aufgrund der warmen und günstigen Witterung konnte Anfang April eben dort der erste Spargel des heurigen Jahres aus Kulturen mit spezieller Ernteverfrühung (Folientunnel etc.) gestochen werden. Anders als im letzten Jahr hatte das Wetter heuer mitgespielt und durch die kühleren Temperaturen ab Mitte April trieb der Spargel kontinuierlich aus, sodass die Dämme planmäßig abgeerntet werden konnten.

Die Nachfrage nach österreichischem Spargel übersteigt das aktuelle Angebot bei weitem. So das Wetter mitspielt, kann heuer mit einer „Normalernte“ gerechnet werden. Bei einem durchschnittlichen Hektarertrag von 3 Tonnen werden demnach bundesweit +/- 2.500 Tonnen erwartet. Weiß zu Grün im Verhältnis 3:1.

Zwiebelpreise im April erneut gestiegen, Preisrally geht weiter

Nach wie vor steht der österreichische und europäische Zwiebelmarkt unter Spannung. Getragen von den hohen Exportpreisen (+ 240 % Preisveränderung zum Jänner des Vorjahres) konnte der niederösterreichische Erzeugerpreis für Zwiebel lose, sortiert in Kisten erneut angehoben werden. Bis zu 62,00 EUR/dt zahlten Einkäufer Ende April laut niederösterreichischer Landwirtschaftskammer für einwandfreie Ware. Das Preisniveau befindet sich mittlerweile national als auch europaweit auf einem Allzeithoch. Doch woher kommt dieser enorme Preisanstieg?

Exkurs: Der Mangel an, vor allem gelben Zwiebeln, am europäischen Markt geht grundsätzlich auf die europäischen Minderernten 2018 zurück. Mit Ausnahme von Spanien. Westeuropa hatte massiv unter der letztjährigen Trockenheit gelitten. Insbesondere die Niederlande, neben Spanien, Europas wichtigster Zwiebelproduzent und Hauptexporteur der EU, kämpfte letztes Jahr durch die Trockenheit mit gewaltigen Einbußen von 40 % und mehr.

In Folge dessen ist die Restmenge alterntiger, europäischer Zwiebel äußerst gering. Viele Mitgliedsstaaten wie z.B. Deutschland sind mit der Vermarktung heimischer Zwiebel bereits durch, oder stehen kurz vor dem Aus. Hochpreisige Importe aus Übersee sind mittlerweile an der Tagesordnung. Bis wieder kontinentale Ware im größeren Umfang zur Verfügung steht, ist keine Entspannung in Sicht.

Karottenmarkt verläuft im April in ruhigen Bahnen

Keine besonderen Vorkommnisse am Karottenmarkt. Der Abverkauf der Restmengen verlief sowohl im In- als auch im Ausland in ruhigen Bahnen. Der Erzeugerpreis für Karotten ab Rampe, gepackt im 5kg Sack, war nach wie vor bei durchschnittlich 47,50 EUR/dt. und mit + 58 % zum Vorjahr, auf hohem Niveau. Daran wird sich vorrausichtlich bis zur neuen Ernte auch nicht mehr viel ändern.

Die aktuellsten Außenhandelszahlen berichten von 64 % mehr an Ausfuhren und 70 % mehr an Einnahmen für Jänner 2019. Österreichische Frühkarotten werden für Mitte – Ende Mai erwartet. Italienische Erzeugnisse bevölkern bereits jetzt heimische Gemüseregale.

Importe prägen das Geschehen am heimischen Kartoffelmarkt Die Erzeugerpreise für niederösterreichische Speisekartoffeln mittelfallend hatten sich im April unverändert bei 25,00 EUR/dt festgesetzt. So vorhanden, wurde kleinpackungsfähige, drahtwurmfreie Premiumware mit AMA- Gütesiegel, um 30,00 EUR/dt gehandelt.

Importe, vorwiegend aus Frankreich und dem Mittelmeerraum, weiteten im Laufe des Monats ihre Präsenz sichtlich aus und zogen, auch durch ansprechende Qualitäten, die Aufmerksamkeit der Endverbraucher auf sich.

Die Trockenheit der ersten Aprilwochen hinterließen bei den Mutterpflanzen der neuen Ernte keine nennenswerten Schäden. Rechtzeitig kam der erhoffte Regen. Mit einem besonders frühen Start der „Heurigen 2019“ wird, aufgrund der kühleren Temperaturen, derzeit nicht gerechnet. Ende Mai könnten die ersten heimischen Frühkartoffeln dann verfügbar sein.

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