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Zahlreiche AREFLH-Mitgliedsregionen und ihre Erzeugerorganisationen trafen sich am Mittwoch, den 25. März, per Videokonferenz zur Vorbereitung eines gemeinsamen Dokuments, das der Europäischen Kommission übermittelt werden soll, um die Einrichtung von Unterstützungsmaßnahmen für europäische Obst- und Gemüseerzeuger zu beantragen.

In einem Brief an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula Von der Leyen, und den EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Janusz Wojciechowski, unterstrich AREFLH, dass der europäische Obst- und Gemüsesektor angesichts der außergewöhnlichen Situation, in der sich die EU-Produzenten derzeit befinden, die Umsetzung von Sofortmaßnahmen erfordert.

Die Situation ist zutiefst besorgniserregend, vor allem bei bestimmten Produktionen, die bereits in die Erntephase eingetreten sind, während viele Regionen mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, vor allem im Hinblick auf die Kontrollen, die mit den Erzeugerorganisationen (EO) durchgeführt werden müssen, was aufgrund der Enge unmöglich ist.

Die von AREFLH vorgeschlagenen prioritären Aktionen und Maßnahmen beziehen sich auf die folgenden Punkte:

  • Das Recht auf Freizügigkeit von Waren und Arbeitnehmern in der EU: Die Störungen im grenzüberschreitenden Verkehr müssen sorgfältig überwacht werden, da mehrere Beschränkungen zwischen bestimmten Mitgliedstaaten fortbestehen, was zu Verzögerungen führt, die sich negativ auf hochverderbliche Waren wie Obst und Gemüse auswirken. Darüber hinaus ist eine engere Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern erforderlich, um die Freizügigkeit von Saisonarbeitern und deren Sicherheit am Arbeitsplatz zu ermöglichen.
  • Genehmigung von Ausnahmeregelungen für die Verwaltung der operationellen Programme durch die Erzeugerorganisationen (EO) im Obst- und Gemüsesektor für das Jahr 2020: mit Ausnahmen für Vor-Ort-Kontrollen, Ausnahmeregelungen für die grüne Ernte und für Maßnahmen, die nicht die Ernte betreffen, sowie eine Erhöhung der gemeinschaftlichen Kofinanzierung von 50 auf 70% für alle Interventionen, mit Ausnahme der kostenlosen Verteilung (die bereits zu 100% kofinanziert wird).
  • Verordnung (EU) Nr. 2013/1308 über die gemeinsame Marktorganisation vorgesehene Sondermaßnahmen zu aktivieren und die Artikel 219 und 222 auszulösen, um den Erlass delegierter Rechtsakte zu ermöglichen, damit die erforderlichen Maßnahmen zur Bewältigung der derzeitigen Marktstörungen ergriffen werden können (wie dies bei der E. Coli- und der russischen Embargokrise der Fall war).

Diese Vorschläge, die in dem Schreiben an Präsident von der Leyen im Einzelnen dargelegt sind, können rasch und mit minimalen Haushaltsanpassungen umgesetzt werden, wobei den Obst- und Gemüseerzeugern in der EU die dringend benötigte Hilfe gewährt wird.

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