Bild: © Südtiroler Apfelkonsortium
Sie haben eine ganz besonders wichtige Aufgabe, denn von April bis Oktober sind sie im Namen der bekanntesten Frucht Südtirols unterwegs: In Führungen, bei Schulprojekten und Verkostungsaktionen erzählen die Apfelbotschafter über das heimische Superfood. Im November trafen sie sich alle im Haus des Apfels in Terlan wieder, um sich in ihren Erfahrungen über das diesjährige Obstbaujahr auszutauschen – und der Grundtenor lautete: Die Menschen haben viele, viele Fragen über den Obstbau.

Apfelbotschafter sind Personen, die ihre Leidenschaft mit anderen teilen möchten und ihr Wissen gerne weitergeben. Sie sind entweder selbst Bauern, oder aus familiären oder privaten Gründen eng mit der Obstwirtschaft verbunden. Eine Gemeinsamkeit haben sie dabei alle: Die enge Beziehung zur Landwirtschaft und vor allem das große Interesse am Apfelanbau. Am 21. November 2019, kamen sie alle in Terlan im Haus des Apfels zusammen und zogen gemeinsam Resümee.

Insgesamt 45 Apfelbotschafter waren wieder im Einsatz, um über die Südtiroler Obstwirtschaft, ihre Geschichte, die unterschiedlichen Apfelsorten, deren Anbau, Lagerung und Vermarktung zu informieren – und das überaus erfolgreich, wie die Abschlussbilanz zeigt: Über 6.000 Teilnehmer erfuhren in den mehr als 400 organisierten Führungen durch heimische Obstgärten und Genossenschaften Wissenswertes rund um den Apfel. Dies sind die offiziellen Zahlen, die allein über die Tourismusvereine organisiert und beworben wurden. Dabei zeigten sich wiederum Urlaubsgäste aus den benachbarten Ländern besonders wissbegierig. „Auch heuer konnten wir erneut beobachten, dass der Südtiroler Obstbau vor allem bei unseren Gästen großes Interesse weckt. Unsere Führungen und Verkostungsevents waren stets zahlreich besucht. Das freut uns sehr“, so Judith Mathà, Apfelbotschafterin aus Nals. Die Besucher zeigten sich dabei überaus interessiert – und stellten durchwegs viele Fragen, speziell über Sorten und ihre Verfügbarkeit. „Manchmal wurde ich so mit Fragen durchlöchert, dass ich mir vorkam wie ein Schweizer Käse“, schmunzelt Apfelbotschafterin Katherina Mittermair aus Aldein, die auch die Hof- und Gartenführungen für die Südtiroler Bäuerinnenorganisation macht. In diesem Jahr wurde aber vor allem auch der direkte Austausch mit Südtiroler Bürgern gesucht, um ihnen im offenen und sachlichen Gespräch die Arbeit der Bauern näherzubringen.

Neben den Themen Sortenvielfalt und Anbaumethoden wurde auch über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aufgeklärt. „Das Thema ist immer noch sehr aktuell und hier ist ein offener Austausch besonders wichtig. Wir sind zu fachlichen Diskussionen gerne bereit, auch um Vorurteile und Anschuldigungen aus der Welt zu schaffen, die auf sehr einseitigen Informationen beruhen“, so Judith Mathà weiter.

Außerdem wurde der Kontakt zu Südtirols Schulen verstärkt gesucht. In Schulprojekten rund um den Apfel führten die Apfelbotschafter die Schüler und Schülerinnen spielerisch an das lokale Produkt und gesunde Ernährung heran. Die Projekte wurden sehr gut aufgenommen und sollen in Zukunft weiter angeboten und auch ausgebaut werden.

In diesem Jahr waren beim Abschlusstreffen der Apfelbotschafter in Terlan erstmals auch die Genussbotschafter Südtirols mit dabei. Als Experten in Sachen Südtiroler Qualitätsprodukte gaben auch sie ihre Erfahrungen von Einsätzen bei Schulungen, Messen und Veranstaltungen weiter. Ein Austausch, der ganz besonders gut aufgenommen wurde und weiter ausgebaut werden soll. Die gegenseitigen Tipps und Verbesserungsvorschläge zu den Führungen und Projekten setzen neue Maßstäbe und sollen im kommenden Jahr erfolgreich umgesetzt werden. Zum Abschluss rundeten drei Experten-Vorträge das Treffen ab: Andreas Platzer referierte über die Biene als Bestäubungsinsekt in Südtirol, Greta Oberhofer vom Beratungsring stellte Antwort auf häufig gestellte Fragen und Tobias Egger berichtete über die Tätigkeit der „Arbeitsgruppe Kommunikation“.

Die Südtiroler Apfelbotschafter und die Genussbotschafter freuen sich schon jetzt auf ihre zukünftigen Einsätze und sehen sich durch die durchaus positiven Rückmeldungen der Teilnehmer, Bauern und Genossenschaften darin bestärkt, ihrer Aufgabe auch in Zukunft mit Leidenschaft und Freude nachzugehen.