Stand: 05.12.2018: stabiler Erzeugermilchpreis, Jungstierpreise im Aufwind, Reichlich versorgter Schweinemarkt, Stabile Weizen- und Maispreise, Österreichische Preise für Eier im Aufschwung, Hohe Aussortierungen bei Kartoffeln als Preistreiber

Stabiler Erzeugermilchpreis

Der österreichische Erzeugermilchpreis konnte leicht zulegen und beträgt für Oktober 37,86 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe). Die heimischen Milchbauern erhalten somit für jedes gelieferte Kilogramm Rohmilch um 1,41 Cent (3,7 %) mehr als im Vormonat. Die AMA schätzt den Milchpreis für November 2018 auf 38,30 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe). Für den neuerlichen Preisaufschwung sind die steigenden Inhaltstoffe ausschlaggebend.

Eine leichte Preissteigerung gab es auch bei unserem Nachbarland Deutschland. Die Höchstpreise der deutschen Molkereien lagen im Oktober zwischen 36,80 und 39,60 ct/kg.

Die Europäische Kommission geht auch von einem, wenn auch geringen Preisanstieg aus. Der durchschnittliche EU-Erzeugermilchpreis für Oktober 2018 wird auf 35,71 ct/kg geschätzt.

Jungstierpreise im Aufwind

Der Aufwärtstrend der Jungstierpreise verstärkte sich im Oktober. Während das Angebot erneut etwas geringer ausfiel, nahmen die Geschäfte auf dem Fleischmarkt Fahrt auf – vor allem im Qualitätssegment. Besonders gut nachgefragt waren AMA-Gütesiegel-Stiere. Der durchschnittliche Auszahlungspreis für Jungstiere (E-P) stieg um 10 Cent auf EUR 3,92 je kg. Daher verkleinerte sich das Minus im Vergleich zum Vorjahr auf 2,5 %. Im November legten die Preise nochmals zu.

Reichlich versorgter Schweinemarkt

Der österreichische Schweinemarkt war im Oktober wie der gesamte EU-Markt reichlich versorgt. Das saisontypisch steigende Angebot an schlachtreifen Schweinen übertraf die Nachfrage, da die Belebung im Fleischhandel nicht Schritt halten konnte. Durch den Ausfall eines Schlachttages am Nationalfeiertag vergrößerten sich die Überhänge noch einmal. Dementsprechend gab der Schlachtschweinepreis (S-P) um 9 Cent je kg nach. Mit EUR 1,48 je kg lag er um 8,1 % unter dem Wert von Oktober 2017. Der November brachte eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau.

Stabile Weizen- und Maispreise

Die Notierung für Premiumweizen an der landwirtschaftlichen Produktenbörse in Wien bewegte sich im Laufe des Oktobers sehr stabil zwischen 189 und 202 EUR/t. Qualitätsweizen wurde wegen geringer Handelstätigkeit nur einmal notiert und lag im Mittel lediglich 4 EUR/t unter Premiumweizen. Mahlweizen aus inländischer Produktion ist heuer wie im Vorjahr besonders rar. Laut Ergebnissen der Versuchsanstalt für Getreideverarbeitung ist weniger als ein Viertel der inländischen Weizenernte Mahlweizen. Die Mahlweizennotierung lag mit 185 EUR/t nur um 10 EUR/t unter Premiumweizen.

Mahlroggen konnte im Laufe des Oktobers eine leichte Preissteigerung erreichen. Anfang Oktober wurde Roggen mit 172 bis 175 EUR/t gehandelt und kletterte bis Anfang November auf 175 bis 178 EUR/t. Damit liegt die Roggennotierung zwar unter dem Mehrjahreshoch der Ernte 2017 aber immer noch über den Jahren davor. Futtergerste erreichte im Oktober wieder einen neuen Rekordwert (176 bis 181 EUR/t). Aufgrund des geringen Aufkommens an niedrigproteinigem Weizen und des knappen internationalen Gerstenmarktes besteht weiterhin eine rege Nachfrage nach Futtergerste. Futtermais wird im Laufe des Oktobers konstant mit 153 EUR/ t im Mittel notiert.

Österreichischer Eiermarkt: Preise im Aufschwung

Nach den langen sommerlichen Temperaturen ist es im Oktober zu einem Aufschwung am Eiermarkt gekommen. Die Packstellenabgabepreise sind bei Eiern aus Bodenhaltung und Freilandhaltung in allen Gewichtsklassen gestiegen. Nach wie vor wird auf sehr hohem Niveau produziert und das Angebot deckt die Nachfrage sehr gut ab. Leichte Ware ist ausreichend am Markt vorhanden, da durch die Ausstallungen im Sommer vorwiegend junge Legehennen in den Ställen stehen. Die Bruteiereinlagen bei Legerassen sind im September im Vergleich zum Vormonat signifikant gestiegen, wohingegen die Einlagen von Bruteier der Mastrassen etwas gesunken sind. Die bevorstehende umsatzstarke Backzeit wird sich auf die Entwicklung der Eierpreise auswirken und der Eiermarkt bleibt spannend.

Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stieg im Oktober gegenüber dem Vormonat um 32 Cent auf 11,52 Euro je 100 Stück. Im Vergleich zu Oktober 2017 ergab das einen Preisanstieg von 3,32 %.

Hohe Aussortierungen bei Kartoffeln als Preistreiber

Anfang Oktober war die österreichische Kartoffelernte bereits weit fortgeschritten bis abgeschlossen. Aufgrund manifester Qualitätsprobleme musste teilweiser enormer Aufwand bei den Sortierungen betrieben werden. Ausfälle von bis zu 40 % waren keine Seltenheit. Entsprechend hoch die Kosten.

Der häufigste Erzeugerpreis für Rohware, mittelfallend lag zum Monatsersten unverändert zum Vormonat bei 18-20 EUR/dt. Für Übergrößen, die es heuer ohnehin nur in vernachlässigbaren Mengen gibt, wurden 15-18 EUR/dt geboten. Trotz der schwachen Ernte immer noch 20 % unter dem korrespondierendem Vorjahreswert.
Die aus Erzeugersicht erhoffte Preissteigerung fand dann Ende Oktober statt, wo sich das Niveau mit durchschnittlich 22 EUR/dt für mittelfallende Standard- und 24 EUR/dt für Premiumware mit AMA-Gütesiegel zumindest dem Vorjahresniveau anglich. Nennenswertes Interesse an heimischer, festschaliger Ware belebte weiterhin den Export.

Marktdaten visualisiert: zum AMA Grafikpaket