Bild: Sven Hilker (pb)

Die Europäische Kommission hatte am 14.01.2019 Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für europäische Programme zur Förderung der Ernährung in der EU und im Ausland veröffentlicht.

Für 2020 ist ein Gesamtbudget von 200,9 Mio. EUR für die Förderung von EU-Agrar- und Ernährungsprodukten im In- und Ausland vorgesehen. Aus dem Gesamtbudget sind 181,4 Mio. EUR für die Kofinanzierung von Förderprogrammen bestimmt, die im Anschluss an die am 14.01. veröffentlichten Aufforderungen unter den Vorschlägen ausgewählt wurden.

118,4 Mio. EUR werden für Förderprogramme in Ländern außerhalb der EU bereitgestellt. Dies schließt diejenigen mit hohem Wachstumspotenzial wie Korea, Japan, Mexiko, USA und China ein. Die ausgewählten Programme sollen die Wettbewerbsfähigkeit und den Verbrauch von EU-Agrar- und Lebensmittelerzeugnissen auf der ganzen Welt steigern.

Die Programme sollten die Verbraucher in der EU und weltweit auch über die verschiedenen Qualitätsregelungen der EU wie geografische Angaben oder Bio-Produkte informieren. Sie können auch die hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards der EU sowie die Vielfalt und Authentizität europäischer Produkte fördern.

Innerhalb der EU sind 8 Mio. EUR für frisches Obst und Gemüse vorgesehen, um deren Verbrauch im Rahmen einer ausgewogenen und gesunden Ernährung zu steigern.

Wer kann sich bewerben?
Eine Vielzahl von Organisationen, wie Handelsorganisationen, Erzeugerorganisationen und Lebensmittelverbände, die für Werbemaßnahmen zuständig sind, können im Rahmen der heute veröffentlichten Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen einen Antrag auf Finanzierung stellen.

Vorschläge sollten bis zum 15. April 2020 über das entsprechende Portal eingereicht werden. Die Kommission wird die Vorschläge bewerten und die Begünstigten im Herbst bekannt geben.

CHAFEA, die EU-Exekutivagentur für Verbraucher, Gesundheit, Landwirtschaft und Ernährung, bietet eine Reihe von Instrumenten, mit denen Antragsteller ihre Vorschläge erfolgreich einreichen können. Weitere Informationen werden während einer Reihe von Informationstagen zur Verfügung stehen, die EU-weit stattfinden werden. Der europäische Infotag findet am 30. Januar 2020 in Brüssel statt und steht allen potenziellen Begünstigten, Werbeagenturen und nationalen Behörden offen.

Hintergrund
Die EU-Absatzförderungspolitik für Agrar- und Lebensmittelprodukte zielt darauf ab, den Sektor dabei zu unterstützen, den wachsenden und zunehmend dynamischen globalen Agrar- und Lebensmittelmarkt zu nutzen, das Bewusstsein für Qualitätsregelungen einschließlich ökologischer Erzeugnisse zu schärfen und den Produzenten bei Marktstörungen zu helfen.

Es gibt zwei Arten von Förderprogrammen: Sogenannte „einfache“ Programme können von einer oder mehreren Organisationen aus demselben EU-Land eingereicht werden. Multi-Programme können von mindestens zwei nationalen Organisationen aus mindestens zwei Mitgliedstaaten oder von einer oder mehreren europäischen Organisationen eingereicht werden. Die folgenden Kampagnen dauern in der Regel drei Jahre.

Im Gesamtbudget enthalten sind 10 Mio. EUR (5 Mio. EUR für einfache Programme und 5 Mio. EUR für Mehrfachprogramme) für den Fall schwerwiegender Marktstörungen. Dies würde durch eine separate Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen erfolgen.

Weitere 9,5 Mio. EUR sind für Eigeninitiativen der Kommission vorgesehen. Dazu gehören die Teilnahme an Messen und Kommunikationskampagnen sowie diplomatische Offensiven unter der Leitung des EU-Kommissars für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation.